Fisch, Schwangerschaft

Fisch in der Schwangerschaft: Wöchentliche Portion senkt Kolik-Ekzem-Risiko um 25 Prozent

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 19:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Harvard-Forscher fanden statistische Zusammenhänge zwischen mütterlicher Kost und gemeinsam auftretenden Koliken und Ekzemen bei Säuglingen.
Eine Schale mit frischen mediterranen Lebensmitteln wie Tomaten, Oliven und Nüssen auf einem rustikalen Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Eine gesunde mütterliche Ernährung während der Schwangerschaft steht seit Langem im Fokus der pädiatrischen Forschung. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Harvard T.H. Chan School of Public Health, des Boston Children's Hospital und des Harvard Pilgrim Health Care Institute liefert nun neue Einblicke in die Zusammenhänge zwischen mütterlichen Ernährungsmustern und frühen Beschwerden bei Säuglingen.

Die im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlichte Analyse im Rahmen des sogenannten Project Viva widmet sich der Frage, wie eine mediterrane Kost das gleichzeitige Auftreten von Koliken und Ekzemen bei Babys beeinflussen könnte.

Umfangreiche Datenbasis aus dem Project Viva

Für die Untersuchung griffen die Wissenschaftler auf Daten von 1.324 Mutter-Kind-Paaren aus dem östlichen Massachusetts zurück. Diese Gruppe bildete die Basis aus einer ursprünglichen Gesamtkohorte von 2.128 Paaren, für die vollständige Angaben zu den Expositionen und Ergebnissen vorlagen. Der Rekrutierungszeitraum für die Erhebung erstreckte sich von April 1999 bis November 2002.

Die Ernährungsgewohnheiten der teilnehmenden Mütter wurden im ersten Trimester sowie um die 28. Schwangerschaftswoche erfasst. Im Alter von etwa sechs Monaten wurden die Kinder schließlich medizinisch nachuntersucht. Dabei zeigte sich, dass 26 Prozent der Neugeborenen Koliken hatten, während 5 Prozent gleichzeitig an Koliken und Ekzemen litten.

Bei der detaillierten Betrachtung der Säuglinge wiesen 11,5 Prozent ausschließlich ein Ekzem und 20,6 Prozent ausschließlich Koliken auf, während 4,6 Prozent von beidem betroffen waren. Zudem wiesen 40,2 Prozent der Mütter eine Vorgeschichte mit Atopien auf.

Statistische Zusammenhänge bei Ernährungsmustern

Die Auswertung der Harvard-Forscher zeigt deutliche statistische Korrelationen. Pro zusätzlichem Punkt auf der Mittelmeerdiät-Adhärenzskala (MDS) sank die Wahrscheinlichkeit für das gemeinsame Auftreten von Kolik und Ekzem beim Kind um 15 Prozent, was einem Quotenverhältnis (Odds Ratio) von 0,85 pro Punkt entspricht.

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Umgekehrt verhielt es sich bei einer entzündungsfördernden Ernährungsweise: Pro Punkt auf dem entzündlichen Ernährungsindex (DII) stieg das Risiko für das gleichzeitige Auftreten beider Beschwerden um 34 Prozent (Odds Ratio 1,34 pro Punkt).

Besonders auffällig war der Einfluss bestimmter Lebensmittelgruppen. Jede zusätzliche wöchentliche Portion Fisch oder Meeresfrüchte war mit einem um 25 Prozent geringeren Risiko für das gemeinsame Auftreten von Koliken und Ekzemen verbunden (Odds Ratio 0,75 pro wöchentlicher Portion). Für Milchprodukte und Eier ließ sich hingegen keine signifikante Assoziation nachweisen.

Beim Verzehr von Nüssen und Erdnüssen beobachteten die Wissenschaftler ein leicht erhöhtes Kolikrisiko ohne begleitendes Ekzem, beziffert mit einer Odds Ratio von 1,05 pro wöchentlicher Portion. Die übergreifenden Ernährungsscores zeigten keinen statistischen Zusammenhang mit isoliert auftretenden Ekzemen oder Koliken.

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Relevanz der mütterlichen Allergievorgeschichte

Die festgestellten Zusammenhänge fielen bei Müttern mit einer allergischen Vorerkrankung noch ausgeprägter aus. Der beobachtete protektive Effekt des Fischkonsums blieb den Daten zufolge auch bei Frauen bestehen, die in ihrer eigenen Krankengeschichte eine atopische Dermatitis aufwiesen.

Studienautorin Emily Oken von der Harvard Medical School und dem Harvard Pilgrim Health Care Institute in Boston sowie das gesamte Forschungsteam weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die Resultate der Analyse reine statistische Assoziationen darstellen.

Ein kausaler Wirkungszusammenhang lässt sich aus den Beobachtungsdaten nicht unmittelbar ableiten, liefert der Forschung jedoch wichtige Anhaltspunkte für weitere Untersuchungen zu präventiven Ernährungsansätzen in der Schwangerschaft.

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