Finanzwissen: 20 Prozent der Jugendlichen fallen durch OECD-Test
24.06.2026 - 09:48:56 | boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle OECD-Studie. Politik, Schulen und Banken fordern deshalb mehr finanzielle Bildung – und setzen erste Projekte um.
Ausgezeichnete Projekte für den Geldschein-Unterricht
Die Volksschule Waizenkirchen erhielt am 22. Juni den KARDEA!-Preis. Ihr Projekt: „Was haben Zitronen und Sparschweine gemeinsam?“ Die Schüler schrieben eine Geschichte über den Umgang mit Taschengeld und spendeten den Erlös. Insgesamt waren 125 Projekte eingereicht.
Rund 2.500 Volksschulkinder nahmen am gleichen Tag am „Changemaker Markttag“ der Wirtschaftsuniversität Wien teil. Seit 2018 verkaufen Kinder dort selbst hergestellte Produkte – erste unternehmerische Erfahrungen inklusive.
Die Bayerische Sparkassenstiftung zieht nach: Der Financial Life Park (FLiP) in Fürth soll zum Schuljahr 2026/2027 eröffnen. In den Räumen der Sparkasse Fürth lernen Jugendliche dann praxisnah den Umgang mit Geld.
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Warum die Deutschen ein Sparproblem haben
Die Zahlen sind alarmierend. Jan Welsch vom Dienstleister S-Kreditpartner verwies am 24. Juni auf zehn Millionen abgeschlossene Kredite pro Jahr – die Hälfte davon unter 1.000 Euro. Seine Forderung: Sparen muss Schulfach werden.
Eine Studie der Consors Finanz vom 23. Juni zeigt die Lücken in der Haushaltsplanung. Nur 21,4 Prozent der Befragten haben einen Plan für finanzielle Engpässe. Immerhin 40,9 Prozent besitzen einen Notgroschen. Doch selbst bei Haushalten mit über 5.000 Euro Nettoeinkommen fehlt fast jedem Zweiten die Rücklage. 13,7 Prozent schieben Finanzthemen regelmäßig auf.
Noch krasser: Eine Umfrage von Civey und Smava ergab, dass 13 Prozent der Erwachsenen über 10.000 Euro auf unverzinsten Konten horten. Bei einer Inflation von über zwei Prozent entsteht so ein jährlicher Zinsverlust von bis zu 38,5 Milliarden Euro.
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Vom Bilderbuch bis zum Fondssparplan
Schon Kleinkinder sollen spielerisch lernen. Die Autorin Julia Brandt veröffentlichte die Kinderbuchreihe „Max und der Wunschstein“ – für Vier- bis Sechsjährige. Das Thema: Sparen.
Für herangehende Erwachsene ab zwölf empfehlen Banken wie die Raiffeisenbank Debitkarten unter elterlicher Aufsicht. Regelmäßige Spareinlagen per Dauerauftrag oder Fondssparpläne nutzen den Zinseszinseffekt früh. Eine Analyse vom 23. Juni warnt: Das Aufschieben der Altersvorsorge und mangelndes Produktverständnis gehören zu den Kernfehlern der Mittelschicht.
Bildungssystem unter Druck
Der Bundeselternrat kritisierte am 22. Juni die soziale Ungleichheit im Bildungssystem. Der Nationale Bildungsbericht belegt: Die Herkunft bestimmt weiterhin die Chancen. Gefordert werden Investitionen in frühkindliche Förderung und Ganztagsausbau.
Bei einer Podiumsdiskussion in Ratingen warnte Politikwissenschaftler Sebastian Kurtenbach vor einem Leistungsabfall. Rund 50.000 Jugendliche verlassen jährlich die Schule ohne Abschluss. Gleichzeitig nutzen bereits 75 Prozent der Jugendlichen KI für Hausaufgaben – die Bdewatte um Chancengerechtigkeit wird dadurch nicht einfacher.
