Fibromyalgie, TENS-Therapie

Fibromyalgie: TENS-Therapie bringt 72% klinische Verbesserung

19.06.2026 - 17:21:53 | boerse-global.de

Studien belegen TENS-Wirksamkeit bei Fibromyalgie. G-BA aktualisiert DMP für Rückenschmerz. Ultraschall und Apps zeigen Potenzial bei Arthrose.

Neue Therapieansätze: TENS, DMP und Apps gegen chronische Schmerzen
Fibromyalgie - Nahaufnahme des Rückens eines Patienten mit Elektroden für die TENS-Therapie in einer modernen medizinischen Umgebung. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien und regulatorische Änderungen im Juni 2026 zeigen: Die Physiotherapie setzt verstärkt auf Technologie und multimodale Konzepte.

TENS lindert Fibromyalgie-Schmerzen

Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) könnte zur Standardtherapie bei Fibromyalgie werden. Eine Studie in JAMA Network Open mit 384 Patienten (91 Prozent Frauen) aus 28 Zentren liefert neue Belege.

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Die Probanden nutzten TENS täglich zwei Stunden lang zusätzlich zur Physiotherapie. Die Frequenz lag zwischen 2 und 125 Hertz. Nach 60 Tagen zeigte sich: 41 Prozent der TENS-Anwender erreichten eine Schmerzreduktion von mindestens 30 Prozent. In der Vergleichsgruppe waren es nur 51 Prozent, die eine klinische Verbesserung berichteten – bei den TENS-Nutzern waren es 72 Prozent.

Der Effekt hielt sechs Monate an. Schwere Nebenwirkungen traten nicht auf.

DMP für Rückenschmerz wird überarbeitet

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat Mitte Juni die Anforderungen für das Disease-Management-Programm (DMP) bei chronischem Rückenschmerz aktualisiert. Betroffen sind Patienten mit Beschwerden, die länger als zwölf Wochen andauern.

Grundlage war eine Auswertung des IQWiG mit 425 Empfehlungen. Der Schwerpunkt: Angst-Vermeidungs-Verhalten abbauen und körperliche Aktivität fördern. Eine Einschreibung ins aktualisierte Programm ist aber noch nicht möglich – die Verträge fehlen.

Parallel dazu bewertete der IGeL-Monitor die Osteopathie bei unspezifischen Kreuzschmerzen erneut. Ergebnis: Der Nutzen bleibt unklar. Zwar gebe es keine nennenswerten Schäden, ein wissenschaftlicher Nachweis für einen Mehrwert fehle aber. Die Kosten liegen zwischen 80 und 150 Euro pro Sitzung.

Ultraschall und Apps gegen Arthrose

Forscher der UAH haben das Potenzial von niederenergetischem Ultraschall untersucht. Die Studie in Scientific Reports unter Leitung von Dr. Subramanian zeigt: Kontinuierlicher Ultraschall kann Makrophagen von einem entzündungsfördernden in einen reparativen Zustand versetzen. In vitro sanken Entzündungsmarker, während Reparaturmarker stiegen. Das könnte eine medikamentenfreie Option zur Gelenktherapie werden.

In der Praxis setzt ein Versicherungsträger auf Digitales: Ab Juli startet in Berlin-Brandenburg ein Programm für Knie- und Hüftarthrose. Es kombiniert Physiotherapie mit einer App, um Operationen zu vermeiden. Eine bundesweite Ausweitung ist für 2026 geplant. Einige Krankenkassen übernehmen bereits die Kosten für spezialisierte Therapien in zertifizierten Zentren – mit Fokus auf Training und Schmerzedukation.

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Prävention statt Akutversorgung

Fachleute fordern eine Neuausrichtung der Physiotherapie. Prof. Dr. Alfred Rucker sprach sich im Juni für das Konzept der Prehabilitation aus. Seine Kritik: Die Versorgung fokussiert zu sehr auf Akutfälle, die Prävention ist unterfinanziert. Ziel müsse eine stärkere Selbststeuerung der Patienten sein – denn strukturierte Bewegung verzögert nachweislich Pflegebedürftigkeit.

Auch alternative Ansätze werden untersucht. Eine Doppelblindstudie mit 80 Teilnehmern prüfte Magnesium L-Threonat. Eine tägliche Dosis von einem Gramm verbesserte nach ein bis drei Wochen den Tiefschlaf und die kognitive Tagesform.

Neue Wege gehen auch spezialisierte Therapieformen: Therapeutisches Reiten zeigt Erfolge bei Motorik und Körperwahrnehmung, ist aber nicht im Heilmittelkatalog der GKV. Auf Fachmessen Mitte Juni wurden zudem Konzepte vorgestellt, die Jonglieren in die neurologische Rehabilitation integrieren.

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