Fibromyalgie, Studie

Fibromyalgie: Studie findet 26-fach höhere Wahrscheinlichkeit für schwere Herzkrankheit

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 347 angiografierten Patienten war Fibromyalgie unabhängig mit schwereren koronaren Gefäßveränderungen assoziiert; ein ursächlicher Zusammenhang bleibt ungeklärt.
Ein steriler, leerer Behandlungsraum in einer Klinik mit medizinischen Geräten im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Chronische Schmerzerkrankungen wie die Fibromyalgie stehen zunehmend im Fokus der kardiovaskulären Forschung. Eine im Fachjournal Advances in Rheumatology Ende August 2026 publizierte Querschnittsstudie untersuchte den Zusammenhang zwischen Fibromyalgie und dem Schweregrad einer koronaren Herzkrankheit.

Die Untersuchung an 347 Patienten, die sich einer Koronarangiographie unterzogen, ergab eine statistisch signifikante Assoziation zwischen dem Schmerzsyndrom und besonders schweren Gefäßveränderungen. Demnach ist das Vorliegen einer Fibromyalgie unabhängig mit einer etwa 26,4-fach höheren Wahrscheinlichkeit für eine schwere koronare Herzerkrankung verbunden.

Zusammensetzung der Kohorte und Verteilung der Befunde

Die Basis der wissenschaftlichen Untersuchung bildeten 347 Patientinnen und Patienten, bei denen eine invasive Angiographie der Herzkranzgefäße durchgeführt wurde. Innerhalb dieser Kohorte wiesen 130 Personen einen unauffälligen angiographischen Befund ohne Gefäßverengungen auf.

Bei 152 Patienten stellten die Mediziner eine obstruktive koronare Herzkrankheit fest, deren Komplexität anhand des etablierten SYNTAX-Scores als leicht bis moderat eingestuft wurde (Score-Wert kleiner oder gleich 22). Bei weiteren 65 Patienten lag eine schwere koronare Herzerkrankung mit einem SYNTAX-Score von mehr als 22 vor.

Insgesamt erfüllten 59 der 347 untersuchten Personen, was einem Anteil von 17,0 Prozent entspricht, die diagnostischen Kriterien für eine Fibromyalgie. Bei diesen Betroffenen traten ausgeprägte Verengungen der Koronararterien überproportional häufig auf.

Anzeige

Warum der Körper bei chronischen Leiden oft mit Entzündungen oder Schmerzen reagiert, lässt sich über die Auswertung spezifischer Daten besser verstehen. Dieser kostenlose Ratgeber erklärt Ihnen kompakt, was Ihre Blutwerte über Ihren Gesundheitszustand verraten und wie Sie diese richtig interpretieren. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck jetzt anfordern

Statistische Berechnungen und berücksichtigte Risikofaktoren

In der multivariaten Auswertung zeigte sich ein ausgeprägter Zusammenhang zwischen dem chronischen Schmerzsyndrom und der Schwere der koronaren Verschlüsse. Für Patienten mit Fibromyalgie errechneten die Studienautoren eine Odds Ratio von 26,38 (95-Prozent-Konfidenzintervall 7,41 bis 93,90; p-Wert kleiner als 0,001) bezüglich des Auftretens eines SYNTAX-Scores von über 22.

Um Verzerrungen durch typische Begleiterkrankungen oder Lebensstilfaktoren zu minimieren, bereinigten die Forschenden ihre statistische Analyse um mehrere zentrale kardiovaskuläre Einflussgrößen. Die Berechnungen wurden für das Alter, das Geschlecht, das Vorliegen eines Diabetes mellitus sowie das Ausmaß der körperlichen Aktivität adjustiert.

Zudem flossen die Laborwerte für LDL-Cholesterin und Vitamin D in das Regressionsmodell ein. Auch nach dieser statistischen Kontrolle blieb der unabhängige Zusammenhang zwischen der Schmerzerkrankung und der schweren Gefäßerkrankung bestehen.

Anzeige

Wer sich mit chronischen Beschwerden und deren Auswirkungen auf das Wohlbefinden befasst, findet in gezielten Vitalstoff-Analysen oft wichtige Anhaltspunkte. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, welche zehn entscheidenden Werte Sie kennen sollten, um Ihre Gesundheit aktiv zu schützen. Hier den kostenlosen 25-Seiten-Report sichern

Methodische Einschränkungen der Analyse

Trotz der deutlichen Kennzahlen verweisen die Studienautoren auf methodische Grenzen der Datenerhebung. Das mit 7,41 bis 93,90 vergleichsweise breite 95-Prozent-Konfidenzintervall resultiert aus der relativ geringen Fallzahl innerhalb der Gruppe mit schwerer koronarer Herzkrankheit.

Zudem erlaubt das gewählte Querschnittsdesign der Erhebung keine Rückschlüsse auf kausale Wirkungsmechanismen. Ob die Fibromyalgie direkt zur Progression der koronaren Gefäßveränderungen beiträgt oder gemeinsame pathophysiologische Mechanismen zugrunde liegen, bleibt offen.

Schließlich bezog sich die Untersuchung ausschließlich auf Patienten, die aufgrund klinischer Indikationen bereits für eine Koronarangiographie überwiesen worden waren, weshalb sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf die Allgemeinbevölkerung übertragen lassen.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70432912 |