Fettstoffwechsel, Fasten

Fettstoffwechsel: Warum manche beim Fasten kaum abnehmen

17.05.2026 - 07:06:57 | boerse-global.de

Kieler Forscher entdecken, dass das Hormon FGF21 bei Übergewicht nach Fasten einbricht und so die Fettverbrennung hemmt.

Fettstoffwechsel: Warum manche beim Fasten kaum abnehmen - Foto: über boerse-global.de
Fettstoffwechsel: Warum manche beim Fasten kaum abnehmen - Foto: über boerse-global.de

Eine Kieler Studie zeigt: Bei Übergewichtigen fällt der Spiegel nach Fastenphasen drastisch ab.

Forscher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) haben den Mechanismus entschlüsselt. Bei normalgewichtigen Probanden stieg die FGF21-Konzentration nach einer Fastenphase um rund 50 Prozent. Bei übergewichtigen Teilnehmern sank sie dagegen um ein Drittel. Die Folge: Der Körper schaltet nicht richtig in den Fettverbrennungsmodus.

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Ein Fall aus der Studie dokumentiert das Problem besonders deutlich: Bei einer Probandin fiel der FGF21-Spiegel um 70 Prozent. Ihre Fettverbrennung erreichte nur 76 Prozent der Maximalwerte schlanker Vergleichspersonen.

Dr. Tim Hollstein vom UKSH sieht in den Erkenntnissen großes Potenzial für neue Abnehmmedikamente. Die Dringlichkeit ist hoch: Allein in Schleswig-Holstein gelten 56 Prozent der Bevölkerung als übergewichtig, 20 Prozent als adipös.

Fettreduziert ist nicht fettarm

Während die Forschung voranschreitet, herrscht im Supermarktregal oft Verwirrung. Die Verbraucher Initiative warnte Mitte Mai vor missverständlichen Bezeichnungen. „Fettreduziert“ bedeutet nicht automatisch „fettarm“.

Die Regeln sind klar: „Fettreduziert“ heißt mindestens 30 Prozent weniger Fett als ein vergleichbares Standardprodukt. „Fettarm“ dagegen ist strenger – maximal 3 Gramm Fett pro 100 Gramm bei festen Lebensmitteln. „Ohne Fett“ darf nur heißen, was höchstens 0,5 Gramm enthält.

Verbraucherschützer raten bei „Light“-Produkten zur Vorsicht. Die Bezeichnung signalisiert zwar eine Kalorienreduktion, sagt aber nichts über die Nährwertqualität aus. Oft stecken versteckte Süßstoffe in den vermeintlich gesünderen Alternativen.

Milliarden für die Stoffwechselforschung

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert neue Projekte mit Millionenbeträgen. Der Sonderforschungsbereich „CARDIO-DIABETES-CROSSTALK“ an der Uni Düsseldorf erhält über 11 Millionen Euro. Professorin Maria Grandoch erforscht dort das Wechselspiel zwischen Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diabetiker haben ein bis zu vierfach erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen.

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Auch das Mikrobiom rückt in den Fokus. Forscher des Exzellenzclusters „Balance of the Microverse“ in Jena zeigten in Cell Reports, wie Infektionen das Darmmikrobiom verändern. Bestimmte Bakterien wie Ligilactobacillus murinus werden dann begünstigt – mit Folgen für den gesamten Stoffwechsel.

PCOS bekommt neuen Namen

Der Europäische Kongress für Endokrinologie in Prag hat Mitte Mai eine grundlegende Umbenennung beschlossen. Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) heißt künftig „polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom“ (PMOS). 56 Fachgesellschaften stimmten dafür.

Der neue Name spiegelt wider, dass die Erkrankung weit über die Eierstöcke hinausgeht. Weltweit sind rund 170 Millionen Frauen betroffen. Die Umstellung soll innerhalb von drei Jahren weltweit erfolgen.

Protein-Hype: Mediziner warnen vor Überdosierung

Trotz boomingem Markt für Nahrungsergänzungsmittel – 2022 lag der Umsatz in Deutschland bei knapp 3 Milliarden Euro – raten Experten zur Zurückhaltung. Mediziner wie Andreas Michalsen betonen: Der Proteinbedarf lässt sich in der Regel durch pflanzliche Ernährung decken. Proteinshakes seien nur bei schwerer Krankheit oder extremem Krafttraining sinnvoll.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor Überdosierung. Untersuchungen der CVUA Karlsruhe fanden bei Kinderprodukten häufig unerlaubte Zusatzstoffe. Unternehmen wie Pure Encapsulations oder InnoNature setzen dagegen auf wissenschaftsbasierte Rezepturen und Labortests.

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