Fettleber, Ketogene

Fettleber: Ketogene Diät senkt Leberfett um 67 Prozent

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 07:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen Vorteile gezielter Ernährung bei LDL, Fettleber und Prädiabetes; Leitlinien betonen zudem Screening und Bewegung im Alter.

Ernährung und Medikamente: Neue Ansätze für Herz und Stoffwechsel
Nahaufnahme von frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln wie Nüssen, Hafer und Äpfeln auf einem hölzernen Tisch. Illustration mit AI erstellt.

Die Prävention und Behandlung chronischer Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stützen sich zunehmend auf eine Kombination aus differenzierten Ernährungsansätzen und modernen pharmakologischen Optionen. Aktuelle Expertenempfehlungen und Studienergebnisse verdeutlichen dabei den Stellenwert einer zielgerichteten Zufuhr von Nährstoffen sowie die Notwendigkeit einer konsequenten Überwachung klinischer Parameter.

Strategien zur Senkung des LDL-Cholesterins

Bei erhöhten LDL-Cholesterinwerten rät der Kardiologe Dr. Jens von Beckerath dazu, die Aufnahme gesättigter Fettsäuren sowie von Transfetten konsequent zu reduzieren. Dazu zählen insbesondere tierische Fette wie Butter und Wurst sowie bestimmte Margarinesorten.

Neben Fetten beeinflussen laut von Beckerath auch Zucker und schnell verfügbare Kohlenhydrate, wie sie in Weißmehlprodukten, Pommes frites oder Eiernudeln vorkommen, das LDL-Niveau negativ. Dennoch betonte der Mediziner, dass ein strenger Verzicht im Alltag nicht zwingend erforderlich sei; Ausnahmen an Feiertagen blieben möglich.

Ergänzend zu diätetischen Maßnahmen bleiben Statine wie Atorvastatin oder Rosuvastatin die medikamentöse Basistherapie. Fachliche Empfehlungen sehen diese Mittel als erste Wahl an, da sie als gut verträglich gelten.

Bei Unverträglichkeiten stehen Alternativen wie Ezetimib, Bempedoinsäure oder moderne Wirkstoffe wie PCSK9-Hemmer und Inclisiran zur Verfügung, wobei Letzteres im Abstand von sechs Monaten injiziert wird.

Für Gesunde wird eine medikamentöse Therapie ab einem LDL-Wert von über 190 mg/dl oder einem 10-Jahres-Risiko von 5 bis 10 Prozent empfohlen. Bei bestehenden Gefäßerkrankungen liegen die Zielwerte deutlich niedriger, unter 70 beziehungsweise 55 mg/dl.

Anzeige

Wer seine Gesundheit proaktiv steuern möchte, muss die Bedeutung seiner Blutwerte genau kennen. Dieser kostenlose Report hilft Ihnen dabei, Ihre Laborergebnisse richtig zu interpretieren und potenzielle Fehlinterpretationen zu vermeiden. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck jetzt sichern

Zuckerreduktion und industrielles Produktmonitoring

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, den Konsum von freiem Zucker auf unter 10 Prozent der täglichen Gesamtenergiezufuhr zu begrenzen. Eine weitere Reduktion auf unter 5 Prozent – was etwa 25 Gramm oder sechs Teelöffeln entspricht – könne laut der Organisation zusätzliche gesundheitliche Vorteile bringen.

In Deutschland liegt der Konsum nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und weiterer Fachgesellschaften jedoch fast doppelt so hoch wie empfohlen.

Ein Produktmonitoring des Max Rubner-Instituts aus dem Jahr 2025 zeigt bei mehr als 7.000 untersuchten Fertigprodukten ein gemischtes Bild: Während der Zuckergehalt in Frühstückscerealien seit 2016 um rund 21 Prozent sank, stagniert diese Entwicklung seit 2022 weitgehend. Gleichzeitig stiegen die Fettgehalte in Cerealien und Instantgerichten an.

Der Einsatz von Jodsalz blieb mit 36 Prozent bei Instantsuppen und lediglich 9 Prozent bei Backwaren auf niedrigem Niveau. Zudem deutet eine Studie der USC aus dem Jahr 2025 darauf hin, dass Süßstoffe wie Sucralose das Hungergefühl um etwa 17 Prozent steigern können, was den Nutzen als Zuckerersatz einschränkt.

Diätetische Interventionen bei Adipositas und Fettleber

In der Behandlung der Fettleber und des Prädiabetes zeigen spezialisierte Ernährungsformen signifikante Erfolge. Eine im August 2026 in „Cell Metabolism“ veröffentlichte klinische Studie mit 42 Teilnehmern belegte, dass eine ketogene Diät den Leberfettgehalt im Durchschnitt um 67 Prozent senkte, während andere Diätformen lediglich eine Reduktion um 45 Prozent erreichten. Nach einem Gewichtsverlust von 10 Prozent war bei der Hälfte der Keto-Gruppe kein Prädiabetes mehr nachweisbar.

Für Patienten mit Adipositas (BMI ? 30 oder ? 27 mit Begleiterkrankungen) empfiehlt die Deutsche Adipositas-Gesellschaft verstärkt den Einsatz von GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Semaglutid oder Tirzepatid.

Anzeige

Ob Cholesterin, Entzündungswerte oder Vitalstoffe – das Verständnis der eigenen Daten ist die Grundlage für eine erfolgreiche Prävention. Erfahren Sie in diesem 25-seitigen Leitfaden, welche Werte für Ihre langfristige Gesundheit wirklich entscheidend sind. Gratis-Report: Laborwerte richtig verstehen

In Österreich fordern Experten wie Bianca Karla Itariu, Präsidentin der Österreichischen Adipositas Gesellschaft, eine reguläre Kassenleistung für diese Medikamente, da sie Gewichtsverluste von 15 bis 25 Prozent ermöglichen und Folgeerkrankungen reduzieren können.

Prävention und klinische Versorgung im Alter

Die überarbeitete S3-Leitlinie zur klinischen Ernährung im Alter fordert ein systematisches Screening auf Mangelernährung für alle Patienten ab 65 Jahren. Zur allgemeinen Krebsprävention raten Fachärzte zudem zu einer Kombination aus Nikotinverzicht, regelmäßiger Bewegung inklusive Krafttraining und der konsequenten Nutzung von Vorsorgeangeboten wie der Koloskopie ab dem 50. Lebensjahr.

Daten der Paracelsus-10.000-Studie aus Salzburg verdeutlichen den Handlungsbedarf: In der ersten Phase bis Anfang 2020 erreichten nur 35 Prozent der Frauen und 46 Prozent der Männer das empfohlene Bewegungspensum von 150 Minuten pro Woche.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70103457 |