Fettleber: Ketogene Diät reduziert Leberfett um 67 Prozent
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen liefern neue Erkenntnisse darüber, wie gezielte Ernährungsformen den Stoffwechsel bei Patienten mit Adipositas, Fettleber und Prädiabetes beeinflussen können. Im Zentrum der Betrachtung steht dabei der Vergleich zwischen ketogener, mediterraner und fettarmer Kost.
Eine am 27. August 2026 im Fachjournal Cell Metabolism veröffentlichte klinische Studie analysierte die Auswirkungen dieser Diäten auf eine Gruppe von 42 Teilnehmern und dokumentierte dabei deutliche Unterschiede in der metabolischen Reaktion.
Signifikante Reduktion des Leberfetts durch ketogene Ernährung
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Wahl der Ernährungsform einen erheblichen Einfluss auf den Fettgehalt der Leber hat. Während alle untersuchten Diäten zu einer Verringerung führten, erwies sich der ketogene Ansatz als besonders effektiv. Bei den Teilnehmern, die sich ketogen ernährten, sank das Leberfett um 67 %. Im Vergleich dazu erreichten Probanden mit mediterraner sowie fettarmer Kost jeweils eine Reduktion um 45 %.
Über die reine Fettreduktion hinaus wirkte sich die ketogene Diät maßgeblich auf den Status des Prädiabetes aus. Laut der Studie erreichten 50 % der Teilnehmer in der Keto-Gruppe einen Zustand, in dem keine Prädiabetes-Diagnose mehr gestellt werden konnte. Bei der mediterranen Kost lag dieser Anteil bei 29 %, während in der Gruppe mit fettarmer Ernährung lediglich 7 % der Probanden diesen Erfolg verzeichneten.
Auswirkungen auf den Glukosestoffwechsel und die Insulinsensitivität
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Ein wesentlicher Aspekt der Forschungsarbeit betraf die Verbesserung der Blutzucker- und Insulinwerte. Auch hier zeigten sich bei der ketogenen Diät die deutlichsten Veränderungen. Die Forscher beobachteten eine Verbesserung des Blutzuckerspiegels um -20 % und eine Senkung des Insulinspiegels um -74 %.
Die Vergleichsgruppen erzielten moderatere Ergebnisse: Bei der mediterranen Kost verbesserten sich die Blutzuckerwerte um -8 % und die Insulinwerte um -44 %. Die fettarme Ernährung führte ebenfalls zu einer Verbesserung des Blutzuckers um -8 %, während die Insulinwerte um -27 % sanken.
Besonders hervorgehoben wurde die Insulinsensitivität der Leber, die sich unter der ketogenen Diät 2- bis 3-mal stärker verbesserte als bei den beiden anderen Ernährungsformen.
Einordnung der Studienergebnisse und Empfehlungen für die Praxis
Trotz der deutlichen Unterschiede in den Stoffwechselparametern gab es Bereiche, in denen die Diäten vergleichbare Resultate erzielten. So betrug der Gewichtsverlust in allen drei Gruppen etwa 10 %. Zudem zeigten die Werte für LDL-Cholesterin, Apolipoprotein B und Triglyceride keine signifikanten Unterschiede zwischen den verschiedenen Ernährungsformen.
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Die Studie, die vom National Institutes of Health (NIH) und der Barnes-Jewish Hospital Foundation finanziert wurde, unterliegt jedoch gewissen Einschränkungen. Experten weisen darauf hin, dass die Untersuchung aufgrund der geringen Teilnehmerzahl, der kurzen Dauer und der Beschränkung auf eine sehr spezifische Patientengruppe mit Adipositas und Fettleber nur bedingt generalisierbar ist.
In der praktischen Anwendung zeichnet sich ein differenziertes Bild ab. Ernährungsberater empfahlen Anfang September 2026, eine ketogene Diät primär kurzfristig einzusetzen, um eine schnelle Verbesserung bei Prädiabetes zu erzielen.
Für die langfristige Gesundheitserhaltung wird im Anschluss eine Umstellung auf eine mediterrane Kost als sinnvoll erachtet. Damit wird der Fokus von der rein kurzfristigen Intervention auf eine nachhaltige Ernährungsumstellung gelenkt.
