Fettleber: Ketogene Diät reduziert Leberfett um 67%
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der klinischen Behandlung von Adipositas, Prädiabetes und nicht-alkoholischer Fettleber stehen verschiedene Ernährungsstrategien im Fokus der Forschung. Eine im August 2026 im Fachmagazin Cell Metabolism (doi:10.1016/j.cmet.2026.07.020) veröffentlichte Untersuchung liefert nun detaillierte Erkenntnisse darüber, wie sich unterschiedliche Diätformen auf den Stoffwechsel auswirken, wenn der Gewichtsverlust identisch bleibt.
Vergleich der Ernährungsansätze bei metabolischen Erkrankungen
Im Rahmen einer Studie der Washington University (WashU) wurden 42 Probanden über einen Zeitraum von sechs Monaten beobachtet. Die Teilnehmer, die unter Adipositas sowie Vorstufen von Diabetes litten, wurden in drei Gruppen unterteilt.
Jede Gruppe folgte einem spezifischen Ernährungsplan: einer ketogenen Diät mit einem Kohlenhydratanteil von lediglich 4 % bei einem Fettanteil von 73 %, einer mediterranen Kost sowie einer fettarmen, rein pflanzenbasierten Ernährung.
Ein wesentliches Ergebnis der Untersuchung war, dass alle drei Gruppen in einem Zeitraum von vier bis fünf Monaten einen vergleichbaren Gewichtsverlust von etwa 10 % erzielten. Trotz dieses einheitlichen Erfolgs bei der reinen Gewichtsreduktion zeigten sich bei den metabolischen Markern signifikante Unterschiede, insbesondere zugunsten der ketogenen Ernährungsweise.
Spezifische Auswirkungen auf Leberfett und Insulinwerte
Die Daten der im August 2026 vorgestellten Analyse verdeutlichen, dass die ketogene Diät die Lebergesundheit und den Zuckerstoffwechsel tiefgreifender beeinflusste als die Vergleichsdiäten. Das Leberfett reduzierte sich in der Keto-Gruppe um -67 %, während der Rückgang bei der mediterranen und der pflanzlichen Kost bei etwa -45 % lag.
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Auch beim Blutzuckerspiegel wurden markante Differenzen gemessen. Während die Teilnehmer der ketogenen Ernährung eine Senkung um -20 % verzeichneten, lag die Verbesserung in den anderen Gruppen bei rund -8 %. Besonders deutlich fielen die Ergebnisse bei den Insulinwerten aus: Hier erreichte die ketogene Gruppe eine Reduktion von -74 %.
Im Vergleich dazu sanken die Werte bei den anderen Ernährungsformen lediglich um 44 % beziehungsweise 27 %. Die Forscher beobachteten zudem eine stärkere Verbesserung der Leber-Insulinsensitivität durch den strikten Verzicht auf Kohlenhydrate.
Stabilität der Lipidwerte und kritische Einordnung durch Experten
Interessanterweise zeigten sich bei anderen wichtigen Blutwerten kaum Unterschiede zwischen den drei untersuchten Gruppen. Die Werte für LDL-Cholesterin, Apolipoprotein B (ApoB) sowie die Triglyzeride veränderten sich unter allen Diätformen in ähnlichem Maße, ohne dass eine Methode einen statistisch relevanten Vorteil bot.
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Trotz der positiven physiologischen Befunde hinsichtlich der Leber- und Insulinwerte äußerten Fachleute in der medizinischen Fachwelt eine gewisse Skepsis. Experten verwiesen darauf, dass das langfristige Durchhaltevermögen bei einer sehr kohlenhydratarmen Ernährung oft geringer sei.
Zudem wurde auf mögliche Nebeneffekte wie anfänglichen Wasserverlust und potenzielle Einbußen bei der sportlichen Leistungsfähigkeit hingewiesen. Spanische Mediziner betonten zudem, dass sie aufgrund der langjährigen Datenlage und der besseren Integrierbarkeit in den Alltag weiterhin die mediterrane Ernährung bevorzugen würden.
Die vorliegende Untersuchung aus dem Sommer 2026 unterstreicht jedoch, dass die Zusammensetzung der Makronährstoffe bei Patienten mit spezifischen Stoffwechselstörungen wie einer Fettleber eine entscheidende Rolle spielen kann, die über den bloßen Effekt der Kalorienreduktion hinausgeht.
