Fermentierte Milchprodukte: Studie verknüpft Konsum mit 35 Prozent weniger Sterberisiko
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 13:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und der Langlebigkeit im Alter steht seit Langem im Fokus der gerontologischen Forschung. Eine detaillierte Untersuchung liefert hierzu die japanische Nakanojo-Langzeitstudie.
Im Rahmen dieser Erhebung beobachteten Wissenschaftler 1.280 Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Nakanojo in der Präfektur Gunma, die zu Beginn der Untersuchung mindestens 65 Jahre alt waren. Das Durchschnittsalter der Kohorte lag bei 73,5 Jahren und setzte sich aus 519 Männern sowie 761 Frauen zusammen.
Der Erfassungszeitraum erstreckte sich von 2014 bis Ende 2025, woraus sich eine durchschnittliche Nachbeobachtungszeit von 9,3 Jahren ergab. Zentraler Untersuchungsgegenstand war unter anderem die Frage, wie sich der regelmäßige Verzehr von bestimmten fermentierten Milchprodukten auf die allgemeine Sterblichkeit älterer Menschen auswirkt.
Signifikante Unterschiede bei älteren Männern
Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Forscher dem regelmäßigen Konsum von Milchprodukten, die den probiotischen Stamm Lactobacillus Shirota enthalten. Die Auswertung der Daten ergab deutliche Unterschiede, insbesondere innerhalb der männlichen Teilgruppe.
Männer, die entsprechende Produkte an mindestens drei Tagen pro Woche zu sich nahmen, wiesen ein um 35 Prozent niedrigeres Gesamtmortalitätsrisiko auf als jene Männer, die solche Produkte an weniger als drei Tagen pro Woche konsumierten. In der Gruppe mit höherem Konsum befanden sich 118 Männer, während die Vergleichsgruppe mit geringerem oder unregelmäßigem Konsum 401 Männer umfasste.
Statistisch spiegelte sich dieser Unterschied in einer berechneten Hazard Ratio von 0,649 wider, die ein statistisch signifikantes Ergebnis darstellt. Für die Männer in der Konsumgruppe errechnete sich daraus über den Beobachtungszeitraum hinweg eine durchschnittlich um 9,8 Monate längere Lebenserwartung im Vergleich zur Gruppe mit geringerem Verzehr.
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Ergebnisse bei Frauen und wissenschaftliche Einordnung
Bei den weiblichen Studienteilnehmerinnen zeichnete sich ein abweichendes Bild ab. Zwar zeigte sich bei den Frauen, die vergleichbare Konsumgewohnheiten aufwiesen, eine um 15 Prozent niedrigere Sterblichkeit, dieser Effekt erwies sich in der statistischen Auswertung jedoch als nicht signifikant. Geschlechtsspezifische Unterschiede bei den beobachteten Zusammenhängen bleiben somit Gegenstand weiterer wissenschaftlicher Diskussionen.
Fachleute weisen zudem auf die methodischen Grenzen der Beobachtungsstudie hin. Wie mytvsuper.com in einem Bericht vom 26.09.2026 darlegte, belegen die Daten der Langzeitstudie eine Korrelation, jedoch keine Kausalität.
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Der festgestellte Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Produkten mit dem Lactobacillus-Shirota-Stamm und einer höheren Lebenserwartung bei älteren Männern erlaubt somit keine direkten Rückschlüsse auf eine ursächliche Schutzwirkung durch das Bakterium allein.
Mögliche begleitende Lebensstil- oder Ernährungsfaktoren spielen bei Beobachtungsstudien dieser Art stets eine Rolle bei der Interpretation der Ergebnisse.
