Fehlender, REM-Schlaf

Fehlender REM-Schlaf: Geistige Leistung sinkt um 60 Prozent

03.06.2026 - 13:11:07 | boerse-global.de

35 Prozent der Erwachsenen leiden unter Schlafstörungen. Die wirtschaftlichen Schäden durch Produktivitätsverluste sind enorm.

Fehlender REM-Schlaf: Geistige Leistung sinkt um 60 Prozent - Bild: über boerse-global.de
Fehlender REM-Schlaf: Geistige Leistung sinkt um 60 Prozent - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Daten des Robert Koch-Instituts zeigen: 35 Prozent der Erwachsenen leiden unter Schlafstörungen – ein deutlicher Anstieg gegenüber 30 Prozent im Zeitraum 2008 bis 2011. Das hat weitreichende Folgen für Gesundheit und Wirtschaft.

Frauen häufiger betroffen als Männer

Die RKI-Befragung von 2024 liefert konkrete Zahlen: 19 Prozent der Betroffenen haben Probleme mit dem Durchschlafen, vier Prozent mit dem Einschlafen. Weitere 13 Prozent leiden unter beidem. Besonders auffällig: Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

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Als Hauptursachen nennen Experten die verstärkte Smartphone-Nutzung, die Nachwirkungen der Pandemie und die psychische Belastung durch Klimawandel und globale Konflikte.

Milliardenschäden durch müde Mitarbeiter

Die wirtschaftlichen Folgen sind gewaltig. Schätzungen zufolge verlieren fünf führende Industrieländer jährlich bis zu 680 Milliarden US-Dollar durch unzureichenden Schlaf. Hauptgrund: verminderte Produktivität.

Ärzte des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart berichten, dass rund 80 Prozent ihrer Schlafpatienten erschöpft am Arbeitsplatz erscheinen. Wissenschaftliche Studien aus dem Frühjahr 2026 belegen zudem: Fehlen zwei Stunden REM-Schlaf, sinkt die geistige Leistungsfähigkeit um bis zu 60 Prozent. Wer dauerhaft weniger als sechs Stunden schläft, hat erhöhte Entzündungsmarkter – ein Risiko für langfristige Gesundheitsschäden.

Klimawandel raubt uns den Schlaf

Das Forschungszentrum Jülich stellte Anfang Juni das Konzept „One Sleep Health“ vor. Es verknüpft menschliche Schlafgesundheit mit Umweltfaktoren und Tiergesundheit. Die Forscher warnen: Steigende Nachttemperaturen könnten die globale Schlafdauer drastisch reduzieren. Prognosen zufolge verlieren Menschen bis zum Jahrhundertende jährlich 50 bis 58 Stunden Schlaf allein durch die Erderwärmung.

Hinzu kommt der digitale Lebensstil: Erwachsene verbringen außerhalb der Arbeitszeit durchschnittlich 5,1 Stunden täglich vor Bildschirmen. Besonders betroffen sind 18- bis 24-Jährige – 85 Prozent berichten von Stress- oder Depressionssymptomen.

Schlafstörungen als Frühwarnsystem

Chronische Insomnie erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Störungen massiv. Aktuelle Studien der Universität Leipzig zeigen: Demenzrisiken lassen sich bereits in jungen Jahren erkennen.

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Die Bundesregierung hat Ende Mai beschlossen, Parkinson unter bestimmten Voraussetzungen als Berufskrankheit anzuerkennen – etwa bei langjähriger Pestizid-Exposition. Mediziner betonen: Bestimmte REM-Schlaf-Verhaltensstörungen gelten als frühe Warnsignale für Parkinson.

Der Mensch ist nicht für Sieben-Stunden-Schlaf gemacht

Ein Blick in die Evolution zeigt: Primaten vergleichbarer Größe schlafen durchschnittlich zehn Stunden. Der moderne Mensch kommt auf nur sieben. Historische Analysen belegen, dass unterbrochener Schlaf bis ins 18. Jahrhundert normal war. Erst Elektrifizierung und Digitalisierung haben die Ruhezeiten unter ein kritisches Minimum gedrückt.

Der Wellness-Markt wächst rasant – bis 2029 auf geschätzte 9,8 Billionen US-Dollar. Doch trotz Nahrungsergänzungsmitteln und Schlaf-Tracking fühlen sich die meisten Menschen müde. Experten raten zu einfachen Mitteln: Kurze Exposition gegenüber natürlichem Sonnenlicht am Morgen stabilisiert den zirkadianen Rhythmus.

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