Fasten: Scheinfasten-Diät verjüngt biologisches Alter um 2,5 Jahre
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 16:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit verschiedenen Fastenmethoden und deren Auswirkungen auf die metabolische Gesundheit sowie die biologische Lebensspanne liefert neue Erkenntnisse.
Im Rahmen der Konferenz der British Society for Research on Ageing (BSRA), die vom 9. bis zum 11. September 2026 in Oxford stattfindet, erörtern Fachleute die Potenziale und Risiken von Fasten-Konzepten. Im Zentrum der Diskussionen stehen dabei insbesondere die Fasten-mimicking-Diät sowie die zeitliche Steuerung der Nahrungsaufnahme.
Potenziale der Fasten-mimicking-Diät für das biologische Alter
Valter Longo von der University of Southern California (USC) stellt aktuelle Forschungsergebnisse vor, die den Einfluss einer sogenannten Scheinfasten-Diät auf den Alterungsprozess untersuchen.
In einer durchgeführten Studie am Menschen über einen Zeitraum von drei Monaten, in denen die Probanden jeweils an fünf Tagen pro Monat eine Fasten-mimicking-Diät einhielten, konnte eine Verbesserung des biologischen Alters um 2,5 Jahre festgestellt werden.
Ergänzende Untersuchungen im Tiermodell stützen diese Beobachtungen. Bei Mäusen konnte nachgewiesen werden, dass eine fünftägige Scheinfasten-Kur pro Monat in der Lage ist, die negativen gesundheitlichen Effekte einer typisch westlichen Ernährungsweise umzukehren. Diese Form des Fastens zielt darauf ab, die metabolischen Vorteile des Verzichts zu nutzen, während dem Körper dennoch eine begrenzte Menge an Nährstoffen zugeführt wird.
Differenzierte Betrachtung von Zeitfenstern und Mortalität
Ein weiterer Fokus der aktuellen Forschung liegt auf dem intermittierenden Fasten, insbesondere der 16:8-Methode. Longo verweist hierbei auf Daten, die ein 16-stündiges Fastenfenster, das mit einem Verzicht auf das Frühstück einhergeht, mit einer höheren Mortalität assoziieren. Ein Fastenintervall von 12 Stunden wird hingegen als sicherer eingestuft.
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Diese Einschätzung spiegelt einen generellen Wandel in der klinischen Praxis wider. Ein Fachmann für klinisches Naturheilverfahren, der über langjährige Erfahrung in der Behandlung tausender Patienten verfügt, sieht das sehr lange Fasten heute kritisch. Er betont, dass einmalige, extrem lange Fastenperioden keine außergewöhnlich starken Effekte erzielen. Als gesichert gelten demnach vor allem die Erkenntnisse zum Intervallfasten, zum klassischen Heilfasten sowie zum Scheinfasten.
Zelluläre Mechanismen und metabolische Umstellung
Die Wirksamkeit des Fastens wird maßgeblich auf den Prozess der Autophagie zurückgeführt, bei dem Zellen beschädigte Bestandteile abbauen und verwerten. Dieser Prozess setzt nach einer Fastendauer von etwa 12 bis 16 Stunden ein und erreicht sein Maximum nach rund 72 Stunden.
Beim Intervallfasten im 16:8-Rhythmus wird die wöchentliche Nahrungsaufnahme im Durchschnitt um 5 bis 10 Prozent reduziert. Das sogenannte Scheinfasten, bei dem über fünf Tage eine maximale Energiezufuhr von 750 kcal eingehalten wird, führt laut Fachleuten ab dem dritten Tag zu einer gesteigerten Autophagie. Beim reinen Wasserfasten vollzieht der Körper den vollständigen metabolischen Wechsel in der Regel innerhalb eines Zeitraums von 24 bis 72 Stunden.
Auswirkungen auf das Krafttraining und geschlechtsspezifische Unterschiede
In Bezug auf die Kombination von Fasten und sportlicher Betätigung zeigt eine zwölfwöchige Studie mit jungen Erwachsenen, dass Krafttraining auch im nüchternen Zustand effektiv sein kann. Die Probanden erzielten ähnliche Fortschritte bei der Muskeldicke, der Kraft und der allgemeinen Leistungsfähigkeit, unabhängig davon, ob das Training nüchtern oder nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit stattfand.
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Allerdings weisen Experten darauf hin, dass insbesondere Frauen auf das Fasten mit einer verstärkten Stressreaktion reagieren können. Als allgemeine Empfehlung für Sporttreibende gilt daher, das Training entweder ein bis zwei Stunden nach einer Mahlzeit oder innerhalb des vorgesehenen Essensfensters beim Intervallfasten zu absolvieren.
