Fasten in der Krebstherapie: Ansprechen verdreifacht sich
08.06.2026 - 07:20:44 | boerse-global.de
Intervallfasten, Chemotherapie-Begleitung oder Abnehmspritzen – die Wissenschaft liefert im Juni 2026 ein differenziertes Bild. Während klinische Studien konkrete Vorteile des Fastens bei Krebstherapien zeigen, entzaubern große Analysen das Intervallfasten als Wundermittel zur Gewichtsreduktion.
Fasten in der Krebstherapie: Erste Erfolge
Eine Pilotstudie des Policlinico Gemelli in Rom sorgt auf dem ASCO-Kongress für Aufsehen. 36 Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom fasteten 36 Stunden vor bis 24 Stunden nach der Chemotherapie – bei maximal 350 Kilokalorien pro Tag. Das Ergebnis: Das pathologische Ansprechen verdreifachte sich, das progressionsfreie Überleben verbesserte sich. Die Forscher führen das auf einen gesenkten Insulinspiegel zurück, der die Chemoresistenz verringert.
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Doch Vorsicht: Wasserfasten über 24 bis 72 Stunden birgt erhebliche Risiken. Muskelabbau, Elektrolytstörungen und das gefährliche Refeeding-Syndrom drohen bei unsachgemäßer Durchführung. Fachleute empfehlen einen dreistufigen Prozess aus Vorbereitung, Fastenphase und Erholungsphase.
Unregelmäßiges Essen: Risiko für die Psyche
Der Verzicht aufs Frühstück und spätes Essen nach 21 Uhr erhöhen das Depressionsrisiko um den Faktor 1,55. Das zeigt eine südkoreanische Studie mit rund 22.000 Erwachsenen, veröffentlicht im „Journal of Affective Disorders“. Das Seoul St. Mary’s Hospital betont jedoch: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie – einen direkten Kausalzusammenhang beweist sie nicht.
Gleichzeitig kippen gängige Annahmen zum Frühstücksverzicht. Eine herstellergesponserte Studie zeigte: Probanden ohne Frühstück verloren zwar Gewicht, aber ihre Cholesterinwerte stiegen. Experten mahnen zur Vorsicht – die Zusammensetzung der Vergleichsmahlzeiten könnte die Ergebnisse verzerren.
Intervallfasten: Keine Wunder zu erwarten
Ein Cochrane-Review aus dem Jahr 2026 zieht eine ernüchternde Bilanz: Intervallfasten bietet über maximal 12 Monate kaum Vorteile gegenüber Standard-Diäten. Die behaupteten speziellen metabolischen Effekte seien oft irreführend. Die Gewichtsabnahme beruht primär auf der Reduktion der Gesamtkalorienmenge.
Abnehmspritzen: Neue Daten und Zulassungen
Im Bereich der medikamentösen Adipositas-Therapie gibt es Neuigkeiten. Der Wirkstoff Retatrutid erreichte in einer Phase-3-Studie bei 12 Milligramm Dosierung über 80 Wochen einen Gewichtsverlust von 28,3 Prozent. Zudem verbesserten sich Begleiterkrankungen wie Kniearthroseschmerz und Schlafapnoe.
Parallel dazu empfahl der EMA-Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) die Zulassung einer oralen Form von Semaglutid zur Gewichtsreduktion. Die EU-Kommission entscheidet bis Ende Juli 2026.
Warum wir alle unterschiedlich zunehmen
Die individuelle Reaktion auf Ernährungsumstellungen hängt von mehreren Faktoren ab: Ruhestoffwechsel, Darmmikrobiom, Genetik und den Hormonen Leptin und Ghrelin spielen eine entscheidende Rolle.
Pilates, resistente Stärke und schnelles Abnehmen
Eine Studie an 30 inaktiven Frauen zeigt: Dreimal wöchentlich Pilates über vier Wochen verbessert Ruheherzfrequenz, Blutdruck und Nüchternblutzucker signifikant.
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Bei der Ernährung rückt resistente Stärke in den Fokus – etwa in abgekühlten Kartoffeln oder Nudeln. Der direkte Effekt auf die Kalorienbilanz sei minimal, so Fachleute. Aber die entstehende Buttersäure wirkt positiv auf die Darmflora.
Und das Tempo der Gewichtsabnahme? Eine norwegische Studie auf dem Europäischen Adipositas-Kongress im Juni 2026 zeigt: Wer unter ärztlicher Aufsicht schnell abnimmt, kontrolliert sein Gewicht langfristig besser als bei langsamer Reduktion. Nach einem Jahr wies die Schnellabnehmer-Gruppe einen deutlich höheren prozentualen Verlust auf.
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