Exilby kommt Juni 2026: Cannabis-Extrakt als Opioid-Alternative
02.06.2026 - 04:31:07 | boerse-global.deNeue klinische Daten und regulatorische Entwicklungen im Mai und Juni 2026 zeigen, wie sich diese Verfahren bei chronischen Schmerzen, Rheuma und entzündlichen Erkrankungen etablieren.
GETAT-Verfahren auf dem Vormarsch
Ärzte setzen immer häufiger auf Methoden der Traditionellen und Komplementären Medizin (GETAT) in der Schmerzbehandlung. Auf einem Kongress in Antalya stellte Doç. Dr. Aysun Özlü von der Türkischen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation Ende Mai aktuelle Erkenntnisse vor.
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Die Expertin hob besonders drei Verfahren hervor: Mesotherapie, Prolotherapie und Ozontherapie. Bei diesen Methoden werden Wirkstoffe gezielt in Gewebe oder Akupunkturpunkte injiziert. Die Ergebnisse sind vielversprechend:
- Akupunktur und Injektionen: Besonders wirksam bei chronischen Schmerzen und Migräne
- Ozontherapie: Zeigt Erfolge bei entzündlichem Gelenkrheuma
- Ganzheitlicher Ansatz: Kombination mit Reflexzonentherapie und Physiotherapie unterstützt die Rehabilitation
Doch die Begeisterung hat einen Haken. Anfang Juni warnten Gesundheitsbehörden vor invasiven Alternativbehandlungen wie dem „nassen Schröpfen“ ohne ärztliche Aufsicht. Eine Überprüfung mehrerer Anbieter ergab: Es fehlte häufig an approbierten Ärzten. Die Folge: erhöhtes Risiko für Infektionen, Narbenbildung und die Übertragung von Hepatitis B und C.
Cannabis-Extrakt als Opioid-Alternative
Ein neues pflanzliches Präparat könnte die Schmerztherapie revolutionieren. Die US-Arzneimittelbehörde FDA verlieh dem Wirkstoff VER-01 der Firma Vertanical den Status einer bahnbrechenden Therapie. Dabei handelt es sich um einen speziellen Cannabis-Extrakt.
Die entscheidenden Zahlen aus der Phase-3-Studie mit 384 Patienten:
| Kriterium | VER-01 | Vergleichsgruppe |
|---|---|---|
| Schmerzreduktion | 2,50 Punkte | 2,16 Punkte |
| Schlafqualität | 2,52 Punkte | 2,07 Punkte |
| Verstopfungsrate | viermal geringer | – |
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Die erste europäische Zulassung wird noch im Juni 2026 in Deutschland erwartet. Das Präparat soll unter dem Namen Exilby auf den Markt kommen. Ein echter Hoffnungsträger für Patienten, die unter den Nebenwirkungen klassischer Opioide leiden.
Wenn jede Toilette zur Qual wird
Am 1. Juni 2026 wurde das Interstitielle-Cystitis-Zentrum am Evangelischen Krankenhaus Witten von der Deutschen Gesellschaft für Urologie und der Deutschen Kontinenz Gesellschaft rezertifiziert. Die Auszeichnung unterstreicht die besondere Expertise der Klinik.
Die sogenannte IC – eine chronische Beckenschmerzerkrankung – zählt zu den anspruchsvollsten Herausforderungen der Schmerzmedizin. Betroffene müssen bis zu 60 Mal täglich zur Toilette. Heilbar ist die Krankheit nicht. Die Behandlung konzentriert sich daher auf die Linderung der quälenden Symptome.
Wenn der Schmerz vor Gericht nicht zählt
So hilfreich neue Therapien auch sind – der rechtliche Nachweis chronischer Schmerzen bleibt schwierig. Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen stellte am 31. Mai 2026 klar: Subjektive Schmerzberichte allein reichen nicht für eine Erwerbsminderungsrente.
Im konkreten Fall (Az. L 8 R 219/24) klagte ein Patient mit Wirbelsäulensyndrom und Bluthochdruck. Das Gericht urteilte: Trotz der vielfältigen Beschwerden sei eine leichte Tätigkeit von mindestens sechs Stunden täglich zumutbar. Die medizinischen Gutachten hätten keine durchgehende Arbeitsunfähigkeit ergeben.
Die Botschaft ist eindeutig: Wer chronische Schmerzen als Berufsunfähigkeit anerkennen lassen will, braucht lückenlose ärztliche Befunde und eine dokumentierte Behandlungshistorie. Der Graben zwischen gefühlter und bewiesener Einschränkung bleibt tief.
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