Exilby, Erstes

Exilby ab September: Erstes Cannabis-Fertigarzneimittel gegen Rückenschmerz

18.06.2026 - 03:19:15 | boerse-global.de

Eine Grazer Studie belegt: Österreichische Kliniken setzen bei Schmerzen überwiegend auf Medikamente, alternative Verfahren werden selten genutzt.

Schmerztherapie in Österreich: Studie zeigt starke Medikamentenlast
Exilby - Eine Nahaufnahme einer Hand, die in einem Krankenhausflur eine Blisterpackung mit Schmerzmitteln hält. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle Studie der Medizinischen Universität Graz zeigt: Die Schmerztherapie in österreichischen Krankenhäusern ist stark medikamentenlastig. Nicht-medikamentöse Behandlungen kommen kaum zum Einsatz.

Medikamente dominieren die Therapie

90 Prozent der Patienten mit akuten Schmerzen und 86 Prozent mit chronischen Beschwerden erhalten Schmerzmittel. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die im Fachjournal „Pain Management Nursing“ veröffentlicht wurde. Die Daten stammen aus den Jahren 2021 bis 2023.

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Die Wahl des Wirkstoffs hängt von der Schmerzart ab: Bei akuten Schmerzen greifen Ärzte häufiger zu nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Bei chronischen Verläufen kommen vermehrt Opioide zum Einsatz.

Alternative Methoden bleiben außen vor

Nicht-medikamentöse Therapien spielen eine untergeordnete Rolle. Die einzige Ausnahme: Physiotherapie. Sie kommt bei rund 40 Prozent der Patienten zum Einsatz. Alle anderen unterstützenden Verfahren liegen bei unter zehn Prozent.

Die Studie basiert auf einer Stichprobe von 2.118 Patienten mit akuten und 955 Patienten mit chronischen Schmerzen.

Chronisch krank, älter, pflegebedürftiger

Die beiden Patientengruppen unterscheiden sich deutlich. Chronische Schmerzpatienten sind im Schnitt 73 Jahre alt – sieben Jahre älter als Akutpatienten. Sie sind zudem kränker: 46 Prozent von ihnen leiden unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Akutpatienten sind es 33 Prozent. Auch der Pflegebedarf ist bei chronisch Kranken höher.

Neue Optionen am Markt

Parallel zur klinischen Praxis gibt es Fortschritte bei spezifischen Schmerzmitteln. Am 9. Juni 2026 ließ das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) „Exilby“ zu – das erste cannabisbasierte Fertigarzneimittel Europas gegen chronische Rückenschmerzen. Eine Phase-3-Studie mit 820 Teilnehmern belegte eine deutliche Schmerzreduktion. Die Markteinführung in Deutschland und Österreich ist für September 2026 geplant.

Auch in der Forschung tut sich etwas: Eine im Juni 2026 vorgestellte Studie aus Barcelona zeigt, dass das Mittel Abatacept in der Frühphase einer rheumatoiden Arthritis das Risiko für einen schweren Verlauf von rund 50 auf 20 Prozent senken kann.

Spitäler unter Druck

Die Schmerzversorgung findet vor dem Hintergrund schrumpfender Budgets statt. Der Anteil von Bund und Sozialversicherungen an den Spitalskosten sank von 59,7 Prozent im Jahr 2004 auf 56,4 Prozent im Jahr 2024. Der Effizienzdruck steigt.

Neue Wege in der Pflege

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Das Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach geht einen ungewöhnlichen Weg: Ab dem 22. Juni 2026 übernehmen 13 Studierende der Pflegewissenschaft im letzten Semester eigenverantwortlich eine chirurgische Station. Sie kümmern sich um Pflege, Entlassungsmanagement und Dienstplanung. Das Projekt soll die pflegerische Kompetenz langfristig stärken.

Digitalisierung als Ausweg

Kassenvertreter fordern zudem eine stärkere Digitalisierung der ambulanten Versorgung. Eine elektronische Terminbörse und digitale Überweisungen sollen Hausärzten helfen, dringende Fälle schneller an Fachärzte zu vermitteln. Das Ziel: kürzere Wartezeiten für Patienten mit akutem Behandlungsbedarf.

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