Excel: Microsoft öffnet 750 Millionen Nutzern Claude-KI
10.06.2026 - 11:51:00 | boerse-global.de
Microsoft baut sein KI-Angebot massiv aus und öffnet Excel für die Konkurrenz. Auf der Build 2026 gab der Konzern die Integration von Anthropics Claude bekannt – eine strategische Kehrtwende mit Weitblick.
Rund 750 Millionen Excel-Anwender weltweit können künftig auf die KI Claude von Anthropic zurückgreifen. Der neue Agent Mode erlaubt automatisierte Datenverarbeitung und komplexe Analysen direkt in der Tabellenkalkulation – ohne manuelle Formeleingabe oder Makro-Programmierung.
Was der Claude Agent Mode wirklich kann
Anzeige: Microsoft öffnet Excel für Claude – 750 Millionen Nutzer erhalten Zugriff auf den Agent Mode. Wer seine tägliche Tabellenarbeit automatisieren will, findet in diesem Leitfaden die drei wichtigsten Schritte: von der Einrichtung bis zur ersten automatisierten Analyse. Kostenlosen Leitfaden anfordern
Die Integration geht weit über einfache Textgenerierung hinaus. Claude übernimmt Aufgaben, die bislang profunde Excel-Kenntnisse erforderten: Formeln schreiben und erklären, Datensätze bereinigen oder vollständige Analyseberichte erstellen. Der Clou: Der Agent arbeitet auf natürliche Sprachbefehle hin.
Besonders für Unternehmen interessant: Der Agent Mode automatisiert ganze Workflows und erstellt Szenariotabellen oder Diagramme – ohne dass traditionelle VBA-Makros nötig sind. Die Sicherheitsarchitektur wurde für den Unternehmenseinsatz konzipiert. Während der Chatverlauf lokal gespeichert wird, löscht Microsoft Backend-Daten nach 30 Tagen. Eine Plan-Funktion erlaubt zudem die manuelle Freigabe von Änderungen, bevor sie in die Arbeitsmappe übernommen werden.
Elf Milliarden Modelle im Foundry-Katalog
Die Claude-Integration ist Teil einer größeren Strategie. Der Microsoft Foundry-Katalog umfasst inzwischen über 11.000 Modelle – von OpenAI, Anthropic, Google und Microsofts eigener MAI-Serie. Das Plattform-Upgrade fokussiert auf Produktionsreife: Hosted Agents, prozedurales Gedächtnis und Serverless-Infrastruktur stehen im Mittelpunkt.
Die Abrechnung erfolgt token-basiert, ähnlich den bestehenden Copilot-Diensten. Nutzer wählen zwischen Modellen wie Claude Opus 4.8 und GPT-5.5 – je nach Aufgabenstellung in Word oder Excel.
Der heimliche Plan: Weniger Abhängigkeit von Partnern
Trotz der prominenten Partnerschaft mit Anthropic arbeitet Microsoft intensiv an eigener KI. Erst am 2. Juni stellte der Konzern MAI-Code-1-Flash vor – ein proprietäres Codierungsmodell mit 5 Milliarden Parametern, das Claude Haiku 4.5 in mehreren Benchmarks übertraf.
Auf der Build 2026 präsentierte Microsoft zudem MAI-Thinking-1. In Blindtests des Drittanbieters Surge wurde das interne Modell gegenüber Claude Sonnet 4.6 bevorzugt und erreichte angeblich Parität mit Claude Opus 4.6 bei Programmieraufgaben. Die Botschaft ist klar: Microsoft bietet Wahlfreiheit, baut aber parallel ein wettbewerbsfähiges Portfolio auf – um langfristig Kosten zu senken.
Großkonzerne setzen auf die neue KI-Welle
Die Technologie findet bereits industrielle Abnehmer. Am 8. Juni gaben KPMG und Anthropic eine globale Allianz bekannt: 276.000 KPMG-Mitarbeiter erhalten Zugriff auf Claude, schwerpunktmäßig in Steuerberatung, Private Equity und Cybersicherheit.
Nur einen Tag später bestätigte der Atos-Konzern die Einführung von Microsoft 365 Copilot für 56.000 Beschäftigte in 54 Ländern. Atos nutzt Microsoft Foundry und Copilot Studio zur Verwaltung von rund 19.000 KI-Agenten – einschließlich regulierter Bereiche wie Verteidigung und Finanzen. Auch die PT Bank Syariah Indonesia hat Copilot integriert, um datengestützte Entscheidungen zu verbessern.
Anzeige: Sie verbringen zu viel Zeit mit Excel-Formeln und Makros? Der neue Claude Agent Mode erledigt das für Sie – auf natürliche Sprachbefehle hin. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie Daten bereinigen, Szenariotabellen erstellen und Berichte generieren, ohne eine Zeile Code. Jetzt Leitfaden sichern
Streit um KI-Philosophie: Darf man Claude als bewusst bezeichnen?
Die technische Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Anthropic steht unter einem kuriosen Vorzeichen. Am 9. und 10. Juni kritisierte Microsoft-KI-Chef Mustafa Suleyman Anthropic öffentlich für das, was er als gefährliche Vermenschlichung von KI-Modellen bezeichnet.
Suleyman warnte davor, dass Anthropics öffentliche Spekulationen über mögliches Bewusstsein der Claude-Modelle Entwickler in die Irre führen könnten. Die Kritik folgt auf Äußerungen der Anthropic-Führung, die selbst Unsicherheit über die Natur von Bewusstsein in großen Sprachmodellen eingeräumt hatte. Ein Grundsatzkonflikt, der zeigt: Selbst enge Partner sind sich nicht einig, wohin die KI-Reise geht.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
