Euro-Office, Europas

Euro-Office 1.0: Europas Open-Source-Alternative startet am 9. Juni

28.05.2026 - 21:00:44 | boerse-global.de

Europäisches Konsortium launcht am 9. Juni 2026 die Open-Source-Suite Euro-Office als transparente Cloud-Alternative zu Microsoft und Google.

Euro-Office 1.0: Europas Open-Source-Alternative startet am 9. Juni - Foto: über boerse-global.de
Euro-Office 1.0: Europas Open-Source-Alternative startet am 9. Juni - Foto: über boerse-global.de

Ein Konsortium europäischer Technologieunternehmen bringt mit Euro-Office eine Open-Source-Alternative zu Microsoft Office und Google Workspace auf den Markt. Die stabile Version 1.0 erscheint am 9. Juni 2026 – ein wichtiger Schritt für die digitale Souveränität Europas.

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Transparenz als oberstes Prinzip

Euro-Office basiert auf einem Fork von ONLYOFFICE. Die Entwicklung begann im September 2025, als ein Team von Entwicklern die Kontrolle über den Quellcode übernehmen wollte. Ausschlaggebend waren geopolitische Bedenken bezüglich der Herkunft der Originallösung sowie eine mangelnde Transparenz im Code. Konkret störten sich die Entwickler an sogenannten Binary Blobs – also nicht einsehbaren Programmbestandteilen – sowie an Code-Kommentaren in russischer Sprache.

Das Ergebnis ist eine vollständig überprüfbare Version, die unter der AGPLv3-Lizenz steht und komplett in europäischer Hand bleibt. Die Suite läuft webbasiert und ermöglicht die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten, Tabellen und Präsentationen. Unterstützt werden gängige Formate wie DOCX, XLSX und PPTX, aber auch die OpenDocument-Standards ODT, ODS und ODP.

Breite Unterstützung aus der Wirtschaft

Hinter dem Projekt steht ein beachtliches Bündnis: IONOS, Nextcloud, EuroStack, XWiki, OpenProject, Soverin, Abilian, BTactic, Open-Xchange und Office.eu sind mit an Bord. Auch Proton wird mit dem Projekt in Verbindung gebracht.

Die Entwicklung nahm im März 2026 richtig Fahrt auf. IONOS und Nextcloud verdoppelten ihre Entwicklungsteams, um den Sommer-Termin zu halten. Nextcloud-CEO Frank Karlitschek spricht von einer Dynamik, die alle Erwartungen übertroffen habe. In den vergangenen Monaten seien mehrere weitere Organisationen dem Konsortium beigetreten.

IONOS-Chef Achim Weiss betont, dass die aktuellen geopolitischen Entwicklungen die Nachfrage nach verlässlichen und souveränen Bürolösungen in Europa massiv erhöht hätten. Kein Wunder also, dass das Interesse am Projekt so groß ist.

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Launch-Event und Integrationen

Die offizielle Vorstellung findet am 9. Juni 2026 um 14:00 Uhr MESZ statt. Direkt nach dem Release wird Euro-Office in mehrere bestehende Plattformen integriert:

  • Nextcloud: Die Suite ist Teil des Nextcloud Hub 26 Spring Release, das am selben Tag erscheint. Für Nextcloud-Workspace-Nutzer folgt ein breiterer Rollout im Spätsommer 2026.
  • IONOS: Managed-Nextcloud-Kunden können die Software sofort nach dem Launch installieren.
  • XWiki: Die Integration für XWiki-Nutzer ist für das vierte Quartal 2026 geplant.

Neben der webbasierten Version arbeiten die Entwickler bereits an Desktop- und Mobil-Apps. Auch die Unterstützung für ODF-Formate soll ausgebaut werden.

Cloud-Dienst mit hohem Zulauf

Parallel zum Euro-Office-Start bereitet Office.eu seinen Dienst vor. Der niederländische Cloud-Anbieter setzt auf Nextcloud und Euro-Office-Technologie und will noch vor den Sommerferien 2026 an den Start gehen. Die Resonanz ist enorm: Rund 30.000 Interessenten haben sich bereits registriert.

Office.eu plant drei kostenpflichtige Abonnement-Stufen, die Speicher, Kommunikation und Dokumentenbearbeitung abdecken. Die Preise sollen wettbewerbsfähig mit den großen internationalen Anbietern sein. Rund 100 Managed-Service-Provider stehen bereits in Gesprächen. Als Migrationspartner hat man Audriga gewonnen, um den Umstieg von anderen Plattformen zu erleichtern.

Kann Euro-Office tatsächlich Microsoft und Google Paroli bieten? Die Voraussetzungen stimmen – ein starkes Konsortium, klare Transparenz und ein wachsender Bedarf an europäischen Lösungen. Ob das reicht, wird sich ab Juni zeigen.

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