Smartphone-Stress, Handy

Smartphone-Stress: 81% schauen stündlich aufs Handy

28.05.2026 - 20:53:17 | boerse-global.de

Hohe Burnout-Rate bei Chefs, Digitaldruck und KI-Ängste belasten die Arbeitswelt. Experten raten zu neuen Bewältigungsstrategien.

Smartphone-Stress: 81% schauen stündlich aufs Handy - Foto: über boerse-global.de
Smartphone-Stress: 81% schauen stündlich aufs Handy - Foto: über boerse-global.de

Eine Kombination aus Digitalisierung, ständiger Erreichbarkeit und Fachkräftemangel treibt die psychische Belastung in die Höhe – und das bis in die Führungsetagen.

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Führungskräfte im Dauerstress

20 Prozent der Führungskräfte in Deutschland fühlen sich häufig oder dauerhaft ausgebrannt. Das zeigt der Gallup-Engagement Index. Die Bindung zum eigenen Unternehmen bröckelt: Nur noch 11 Prozent der Chefs empfinden eine starke Verbundenheit zu ihrem Arbeitgeber. Im Vorjahr waren es noch 18 Prozent.

Topmanager wie Leonhard Birnbaum (Eon), Bettina Orlopp (Commerzbank) oder Oliver Dörre (Hensoldt) setzen daher auf spezifische Strategien zur Stressbewältigung. Sie müssen in Krisenzeiten handlungsfähig bleiben. Der Druck wird zusätzlich durch den Fachkräftemangel verschärft. Schätzungen zufolge fehlen bis 2028 rund 770.000 Fachkräfte auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Digitaler Dauerstress und das „Wellness-Paradox“

Ein wesentlicher Treiber der Belastung: die ständige Nutzung digitaler Endgeräte. Eine Umfrage der IU Hochschule aus Januar 2026 unter 2.000 Personen zeigt: 81 Prozent schauen mindestens einmal pro Stunde auf ihr Smartphone. Bei den 16- bis 30-Jährigen sind es sogar über 90 Prozent. Viele empfinden einen starken Erwartungsdruck, sofort auf Nachrichten reagieren zu müssen. Bei 37 Prozent führt das zu Konzentrationsverlusten.

Doch nicht nur die Arbeit stresst. Auch das Streben nach Wohlbefinden wird zur Belastung. Eine GDI-Studie aus Dezember 2025 identifizierte ein „Wellness-Paradox“. Der soziale Druck, gut auszusehen und sich gesund zu fühlen, erzeugt bei über der Hälfte der Befragten zusätzlichen Stress. Besonders betroffen: junge Menschen unter 24 Jahren.

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KI schürt Angst vor Jobverlust

Die Einführung künstlicher Intelligenz verstärkt die unsicherheit. Laut dem „Global Talent Trends 2026“-Report fürchten 40 Prozent der Angestellten einen Jobverlust durch KI – ein deutlicher Anstieg gegenüber 28 Prozent im Jahr 2024. Gestützt wird diese Sorge durch Befragungen unter US-CEOs: 99 Prozent planen, in den kommenden zwei Jahren Mitarbeiter durch KI zu ersetzen.

Experten warnen: Die psychologischen Auswirkungen dieser Transformation werden oft unterschätzt. 62 Prozent der Beschäftigten befürchten, dass die negativen Folgen der KI-Einführung von der Unternehmensleitung nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Wege aus der Erschöpfungsspirale

Der Hirnforscher Volker Busch plädiert für eine „Stressimpfung“. Statt Belastungen konsequent zu vermeiden, gehe es darum, durch dosierte Anforderungen eine gesunde Autonomie und Widerstandsfähigkeit zu entwickeln. Das sei besonders für junge Führungskräfte wichtig, die oft weniger Erfahrung im Umgang mit chronischem Kontrollverlust hätten.

Physische Hilfsmittel zur digitalen Abgrenzung gewinnen an Bedeutung – etwa Boxen zur Verwahrung von Smartphones. Ein großangelegtes Experiment mit über 72.000 Jugendlichen belegte: Nach drei Wochen Smartphone-Verzicht berichteten die Teilnehmer von signifikant weniger Einschlafstörungen und einer Reduktion depressiver Symptome.

Auf betrieblicher Ebene bleibt die Bewältigung von Überstunden eine zentrale Herausforderung. 2024 wurden in Deutschland rund 1,19 Milliarden Überstunden geleistet – mehr als die Hälfte blieb unbezahlt. Forschungsprojekte wie „AmiChro“ der Universität Köln (2023–2025) zeigen zudem: Die Unternehmenskultur entscheidet maßgeblich darüber, ob chronisch kranke oder belastete Mitarbeiter im Job bleiben können, ohne ihre Gesundheit weiter zu gefährden.

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