EUDI-Wallet, Bundeskabinett

EUDI-Wallet: Bundeskabinett gibt grünes Licht für digitale Identität

21.05.2026 - 12:59:32 | boerse-global.de

Bundeskabinett verabschiedet Gesetz für digitale EU-Brieftasche. Seniorenverbände fordern analoge Alternativen und Schutz vor Abhängigkeit.

EUDI-Wallet: Bundeskabinett gibt grünes Licht für digitale Identität - Foto: über boerse-global.de
EUDI-Wallet: Bundeskabinett gibt grünes Licht für digitale Identität - Foto: über boerse-global.de

Damit ist der Weg frei für die Einführung der EU Digital Identity Wallet – einem digitalen Tool, das Behördengänge revolutionieren soll. Doch während die Regierung aufs Tempo drückt, fordern Seniorenverbände mehr Schutz für die analoge Welt.

Digitale Brieftasche für Millionen Bürger

Die neue EUDI-Wallet soll ab Januar 2027 flächendeckend starten. Die Rechnung der Regierung klingt vielversprechend: Rund 3,9 Millionen Arbeitsstunden könnten Bürger jährlich sparen. Für die Behörden selbst liegen die Einsparungen bei über 120 Millionen Euro pro Jahr.

Das Angebot ist simpel: Die Wallet wird kostenlos sein und ermöglicht künftig Altersnachweise, Beantragung von Elterngeld oder BAföG sowie digitale Vertragsunterschriften. Ein Zwang zur Nutzung besteht nicht, betont die Regierung.

Doch die Skepsis ist groß. Der Digitalverband Bitkom weist darauf hin, dass bislang nur 18 Prozent der Deutschen die eID-Funktion ihres Personalausweises nutzen. „Ohne eine massive Informationskampagne wird das nichts", heißt es aus Branchenkreisen. Die CDU warnt vor „halbgaren digitalen Strukturen", die zum Start nicht funktionieren könnten.

Senioren-Union: Kein Zwang zur Digitalisierung

Parallel zur digitalen Offensive gibt es eine bemerkenswerte Kehrtwende: Ab sofort müssen Bürger über 70 ihren Personalausweis nicht mehr alle zehn Jahre verlängern. Der Ausweis gilt lebenslang – eine Entscheidung, die das Kabinett bereits gestern traf.

Die Senioren-Union von CDU und CSU begrüßt diesen Schritt, fordert aber mehr. „Digitalisierung ja, aber nicht auf Kosten der Älteren", so die klare Botschaft. Ihr Forderungskatalog umfasst gleichwertige analoge Alternativen für jeden digitalen Dienst und den Erhalt von Bargeld. Wer nicht digital könne oder wolle, dürfe nicht abgehängt werden.

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Digitale Bildung vor Ort: Bendorf macht es vor

Während in Berlin die Gesetze geschmiedet werden, kümmern sich Kommunen um die Praxis. In Bendorf startet im Juni eine Workshop-Reihe für Senioren. Digitale Botschafter helfen bei Smartphone und Tablet – organisiert mit der AWO und der Volkshochschule.

Der Terminplan ist ambitioniert: Am 1. Juni geht es im Evangelischen Gemeindehaus um Smartphone-Organisation, am 3. Juni gibt es Hilfe im „Repair Café". Weitere Termine folgen am 9., 15. und 30. Juni in Seniorenzentren und im Rathaus.

Auch die Sicherheit kommt nicht zu kurz: Bei den Kreisseniorentagen im Landkreis Kassel, die gestern starteten, informierte die Polizei über den berüchtigten Enkeltrick und andere Betrugsmaschen. Rund 2.500 Senioren aus 28 Gemeinden waren dabei.

Cyberkriminalität: Bedrohungslage eskaliert

Die digitale Welt birgt auch Risiken – und die wachsen rasant. Analysten beziffern den erwarteten Schaden durch Mobile-Banking-Kriminalität auf 442 Milliarden Euro. Treiber ist die Künstliche Intelligenz: 86 Prozent aller Phishing-Kampagnen werden inzwischen von KI gesteuert, täglich werden 3,4 Milliarden Phishing-Mails verschickt.

Allein im ersten Quartal 2026 stieg die Zahl der Banking-Trojaner um 196 Prozent auf 1,24 Millionen Fälle. Besonders perfide: Quishing – Betrug mit manipulierten QR-Codes – legte um 150 Prozent zu. 18 Millionen Vorfälle wurden registriert. Zudem wurde Anfang des Jahres eine kritische Sicherheitslücke in Microsoft Authenticator entdeckt, von der schätzungsweise 75 Millionen Unternehmen weltweit betroffen sind.

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JPMorgan startet in Deutschland – und Apple liefert Updates

Inmitten dieser Gemengelage wagt der US-Riese JPMorgan den Schritt nach Deutschland. Seit gestern bietet die Chase-Digitalbank ein kostenloses Sparkonto an – der zweite europäische Markt nach dem UK-Start 2021. Weitere Produkte sollen folgen.

Parallel dazu schließt Apple Sicherheitslücken: Mitte Mai erschien iOS 26.5, das über 50 Schwachstellen schließt – ein wichtiger Schritt für Mobile-Banking-Nutzer. Und ein personeller Wechsel steht bevor: Bei der WWDC vom 8. bis 12. Juni wird Tim Cook voraussichtlich seine letzte Keynote als Apple-CEO halten. John Ternus soll am 1. September die Führung übernehmen – zu einem Zeitpunkt, an dem digitale Identitäten auf dem Smartphone zur gesetzlichen Pflicht in der EU werden.

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