Ernährungssystem: Ein Drittel aller Emissionen kommt aus Landwirtschaft
03.07.2026 - 08:04:01 | boerse-global.de
Emissionen: Ein Drittel kommt aus dem Essen
Fast ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen stammt aus Landwirtschaft und Ernährungssystem. Die Robert Bosch Stiftung fördert deshalb Programme, die auf klimaresiliente Landnutzung setzen. Ziel: EU-Klimaneutralität bis 2050. Im Fokus stehen die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und der Schutz von Kohlenstoffsenken.
Über Europa hinaus laufen Projekte in Afrika und Syrien. Landrechte und entwaldungsfreie Lieferketten gelten als Schlüssel für ein stabiles globales Ernährungssystem.
Ernteauftakt: Hitze treibt Bauern zur Verzweiflung
Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius gefährden die Erträge. Besonders der Weizen leidet: Ab 27 Grad setzt Notreife ein, die Ernteaussichten schrumpfen.
Bauernpräsident Joachim Rukwied spricht von schwierigen Rahmenbedingungen. Die Kosten stiegen in den vergangenen Jahren um rund 30 Prozent. Die Getreideanbaufläche legte zwar leicht auf 6,03 Millionen Hektar zu, doch die Ernteprognose bleibt unsicher. Für Wintergerste sind 7,4 Tonnen pro Hektar drin, für Raps zwischen 3,5 und 3,6 Tonnen.
Und dann sind da noch die Schädlinge: Die Schilf-Glasflügelzikade breitet sich aus und verursacht massive Ausfälle bei Kartoffeln und Zuckerrüben.
Lieferketten: Transparenz bleibt Mangelware
Die EU-Entwaldungsverordnung soll für klare Regeln sorgen. Der Futtermittelradar der Deutschen Umwelthilfe zeigt: Die meisten Unternehmen bewerten die Vorgaben positiv. Acht von 23 befragten Firmen haben die Regeln bereits weitgehend umgesetzt.
Die neuen Vorgaben für entwaldungsfreie Lieferketten stellen viele Marktakteure vor große Herausforderungen bei der Dokumentation. Dieser kostenlose Download mit praktischer Checkliste zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Sorgfaltspflichten der EU-Entwaldungsverordnung rechtssicher erfüllen. EU-Entwaldungsverordnung: So erfüllen Sie Ihre Sorgfaltspflichten ohne Aufwand
Doch es gibt Licht und Schatten. Einige große Lebensmittelhändler haben laut Untersuchung noch keine systematischen Prüfverfahren für ihre Lieferketten.
Das Saatgutunternehmen KWS setzt derweil auf Technologie. Bis 2035 will das Unternehmen den Züchtungsfortschritt in Kernmärkten um zehn Prozent steigern und die eigenen Emissionen massiv senken.
Schweiz stimmt ab: Mehr Selbstversorgung oder weniger Tiere?
Am 27. September 2026 entscheiden die Schweizer über eine Ernährungsinitiative. Sie fordert, den Selbstversorgungsgrad von 50 auf 70 Prozent zu erhöhen und pflanzliche Ernährung stärker zu fördern. Kritiker warnen vor einem drastischen Einbruch der Tierbestände und hohen wirtschaftlichen Verlusten.
Da viele Händler und Unternehmen noch unsicher sind, ob ihre Produkte unter die neuen EU-Richtlinien fallen, warnen Experten vor unvorbereiteten Risiken. Ein Gratis-Report hilft Ihnen dabei, die gesetzlichen Anforderungen der Entwaldungsverordnung schnell zu erkennen und Sanktionen proaktiv zu vermeiden. Kostenlosen Leitfaden zur EU-Entwaldungsverordnung jetzt herunterladen
Global: Reisproduktion schrumpft erstmals
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) prognostiziert für die Saison 2026/27 den ersten Rückgang der weltweiten Reisproduktion auf 537,8 Millionen Tonnen. Indien sitzt zwar auf Rekordreserven, doch geringe Niederschläge im Juni reduzierten die Anbaufläche.
Die Ökosysteme verändern sich rasant. Satellitenanalysen von über 21.000 Flussabschnitten zeigen einen weltweit sinkenden Sauerstoffgehalt in Gewässern – verursacht durch die Erwärmung. Das EU-Klimaprogramm Copernicus meldete für den 1. Juli Rekordwerte bei den Meeresoberflächentemperaturen. Kombiniert mit dem bestätigten El-Niño-Phänomen steigt die Wahrscheinlichkeit für Extremwetter. Die Folgen für die globale Landwirtschaft? Noch nicht absehbar.
