Ernährung: Weniger als 5 Mahlzeiten pro Woche erhöht Depressionsrisiko
19.06.2026 - 08:32:10 | boerse-global.de
Das zeigen aktuelle internationale Studien. Besonders der Konsum von Obst und Gemüse sowie regelmäßige Mahlzeiten bleiben auf der Strecke.
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Mehr als die Hälfte hat ein Nährstoffdefizit
Eine Studie des Nationalen Instituts für Ernährung in Vietnam liefert alarmierende Zahlen. Knapp 1.500 Erwachsene zwischen 20 und 45 Jahren wurden in fünf Provinzen untersucht. Ergebnis: Über 60 Prozent der Teilnehmer essen zu wenig Obst und Gemüse.
Die Folgen zeigen sich in der Mikronährstoffbilanz. Die Kalziumzufuhr erreicht nur 68,7 Prozent der empfohlenen Tagesdosis. Bei Folsäure sind es sogar nur 50,9 Prozent. Gleichzeitig haben 43,6 Prozent der Probanden einen BMI von über 23 und gelten als übergewichtig oder adipös.
Auch in Deutschland sieht es nicht besser aus. Private Haushalte gaben 2023 monatlich durchschnittlich 335 Euro für Lebensmittel aus. Fleischwaren verschlangen mit 22 Prozent den größten Anteil. Auf Gemüse und Kartoffeln entfielen 14 Prozent, auf Obst und Nüsse gerade einmal 9 Prozent.
Frühstück wird oft ausgelassen
Die vietnamesische Studie zeigt auch: 26,7 Prozent der Befragten frühstücken nicht regelmäßig. Die durch das Frühstück aufgenommene Energie deckt im Schnitt nur 18,2 Prozent des Tagesbedarfs.
Dabei ist regelmäßiges Essen offenbar entscheidend für die Psyche. Eine Untersuchung des Seoul St. Mary's Hospital an rund 22.000 Erwachsenen kommt zu einem klaren Ergebnis: Wer weniger als fünf Mahlzeiten pro Woche zu sich nimmt, hat ein 1,55-fach erhöhtes Risiko für depressive Symptome. Besonders stark ist der Zusammenhang bei Frühstücksmuffeln und Menschen mit geringer Ernährungsvielfalt.
Die Forscher geben allerdings zu bedenken: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Ein direkter Beweis für Ursache und Wirkung fehlt. Depressionen können schließlich auch das Essverhalten verändern.
Der Preis bestimmt, was auf den Tisch kommt
In Deutschland sind vor allem die Kosten entscheidend. Das „Consumer Barometer 2026“ von KPMG zeigt: Für 85,9 Prozent der Verbraucher zählt ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Rund 73 Prozent vergleichen aktiv Preise, 68,6 Prozent nutzen Rabatt-Apps. Kein Wunder: Seit 2020 sind die Lebensmittelpreise um 37 Prozent gestiegen.
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Nachhaltigkeit spielt im Alltag eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist die Erreichbarkeit von Geschäften – für 86,5 Prozent der Befragten. Eine Kantar-Umfrage vom April 2026 ergab zudem: 52 Prozent der Menschen in Deutschland sparen bei der Gastronomie.
Der Verbraucherreport 2026 zeigt eine kritische Haltung gegenüber den Rahmenbedingungen. 74 Prozent der Befragten bewerten den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Bereich Ernährung als schlecht.
Smoothies sind kein Frühstücksersatz
Ernährungsexperten warnen vor schnellen Lösungen. Die Ernährungswissenschaftlerin Julia Freiberger betont: Smoothies können ein vollwertiges Frühstück nicht ersetzen. Fertigprodukte enthalten oft zu viel Zucker und zu wenig Eiweiß und Ballaststoffe. Flüssige Nahrung sättigt schlechter als feste. Ihre Empfehlung: Kombiniere Smoothies mit Vollkornbrot, Quark oder Eiern.
Auch der Trend zu Zitronenwasser hält nicht, was er verspricht. Die Ernährungsberaterin Marie Diederich stellt klar: Zitronenwasser beschleunigt weder die Fettverbrennung direkt noch entgiftet es die Leber. Ein positiver Effekt ergibt sich nur dann, wenn man damit zuckerhaltige Getränke ersetzt.
Für eine vitalstoffreiche Ernährung empfiehlt die Gesellschaft für Gesundheitsberatung (GGB) traditionelle Ansätze. Der Frischkornbrei aus frisch geschrotetem, ungekochtem Getreide ist besonders reich an B-Vitaminen.
