Ernährung, Entzündungen

Ernährung gegen Entzündungen: Joghurt senkt Sterblichkeit um 39%

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 00:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Forschung belegt: Vollwertkost und Probiotika senken Sterblichkeit und lindern Reflux besser als Medikamente.

Ernährung als Waffe gegen chronische Krankheiten: Neue Studien
Eine Nahaufnahme einer bunten Auswahl an gesunden Lebensmitteln, darunter frisches Obst, Gemüse und Joghurt, auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Wissenschaft belegt zunehmend: Ernährung ist mehr als Treibstoff – sie ist ein mächtiges Werkzeug gegen chronische Krankheiten. Aktuelle Studien zeigen klare Zusammenhänge zwischen dem, was wir essen, und Entzündungen, Stoffwechselstörungen oder sogar psychischen Beschwerden.

Industrielle Nahrung hinterlässt Spuren im Blut

Was passiert, wenn wir regelmäßig hochverarbeitete Lebensmittel essen? Die EPIC-Studie mit 15.200 Teilnehmern liefert eine klare Antwort: Im Blut bildet sich eine charakteristische Fettsignatur. Der Gehalt an Omega-3-DHA sinkt, während Transfette zunehmen.

Studienleiterin Jessica Blanco-López empfiehlt eine schrittweise Umstellung auf vollwertige Kost. Doch das ist nicht alles: Wer Entzündungen bekämpfen will, sollte Zuckerkonsum reduzieren und eine Fettleber vermeiden. Und noch ein Problem ist weit verbreitet: Rund ein Drittel der Erwachsenen leidet unter Jodmangel.

Joghurt und Sauerkraut senken das Sterberisiko

Können lebende Mikroorganismen das Leben verlängern? Eine Auswertung von NHANES-Daten bei 1.313 Schlaganfallüberlebenden deutet darauf hin. Wer regelmäßig Joghurt, Kefir oder Sauerkraut aß, senkte seine Gesamtmortalität über sechs Jahre um bis zu 39 Prozent. Die kardiovaskuläre Sterblichkeit blieb allerdings unbeeinflusst.

Ballaststoffe sind ebenfalls unverzichtbar. Ein Frühstück mit Haferflocken, Chiasamen und Nüssen stabilisiert den Blutzuckerspiegel. Hafer gilt zudem als Helfer bei der Regulierung von Cholesterin und Bluthochdruck.

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Diät schlägt Medikamente bei Reflux

Die Universität Paris-Saclay liefert beeindruckende Zahlen: Eine eiweißreiche, aber fett- und zuckerarme Diät half bei 81 Prozent der Patienten mit laryngopharyngealem Reflux. Zum Vergleich: Protonenpumpenhemmer (PPI) erreichten nur 56,3 Prozent.

Auch in der Psychiatrie gibt es neue Hoffnung. Eine klinische Studie untersuchte die ketogene Diät bei Schizophrenie oder bipolaren Störungen. Bereits nach einem Monat besserten sich Stoffwechselmarker und depressive Symptome. Nach vier Monaten hielten 83 Prozent der Teilnehmer die Ketose aufrecht.

Vorsicht vor „Glow Coffee“ und Hype-Produkten

Die Industrie reagiert auf den Gesundheitstrend. Danone will Zucker reduzieren und Nährstoffprofile verbessern. In Berlin eröffnet im September ein rein veganer Gastrobetrieb mit Erbsenprotein-Produkten.

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Doch nicht jeder Trend hält, was er verspricht. „Glow Coffee“ mit Kollagenpulver? Die Verbraucherzentrale Bayern warnt: Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für Hautverbesserung. Die EFSA hat keinen gesundheitsbezogenen Claim zugelassen – Kollagen wird im Verdauungstrakt zerlegt und gelangt nicht gezielt in die Haut. Besser: UV-Schutz, Schlaf und ausgewogene Ernährung.

Die Agrarforschung setzt derweil auf natürliche Optimierung. Das Projekt „Myco-Tom“ zeigt: Mykorrhiza-Pilze steigern Nährstoffgehalt und Süße von Tomaten, indem sie die Aufnahme von Aminosäuren und Lycopin verbessern.

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