Erbschaftsteuer: 6-Monate-Frist für Steuerbefreiung beim Familienheim
06.06.2026 - 02:01:29 | boerse-global.de
Hauptgrund: fehlende Vorsorgevollmachten, unklare Nachfolgeregelungen und mangelnde ehevertragliche Absicherung. Das zeigt eine aktuelle Studie zur Vermögenssicherung.
Allein in Nordrhein-Westfalen stehen schätzungsweise 305.000 Betriebe mit rund 1,8 Millionen Beschäftigten vor einer Nachfolgeregelung. Die IHK Lippe organisiert deshalb Mitte Juni Veranstaltungen im Rahmen einer bundesweiten Nachfolgewoche.
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Wenn der Wohnungsverkauf an der Unterschrift scheitert
Auch privat kann mangelnde Vorsorge teuer werden. Ein Fall aus Graz zeigt: Der Verkauf einer Eigentumswohnung scheiterte im Juni 2026 an einer fehlenden Beglaubigung der Vorsorgevollmacht.
Die Folgen tragen oft die Hinterbliebenen. Experten für Bestattungsvorsorge raten daher zu offenen Gesprächen über letzte Wünsche. Das entlaste Angehörige emotional und schaffe Klarheit.
Sechs Monate Frist – sonst fällt die Steuerfreiheit weg
Besonders tückisch: die Erbschaftsteuer beim Familienheim. Das Finanzgericht München entschied am 7. Januar 2026 (Az. 4 K 1677/24): Die Steuerbefreiung entfällt, wenn der Erbe nicht innerhalb von sechs Monaten einzieht – und die Verzögerung selbst zu vertreten hat. Etwa durch späte Angebotseinholung bei Handwerkern.
Zudem ist die Steuerfreiheit auf maximal 200 Quadratmeter Wohnfläche begrenzt.
Parallel fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Klarstellungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Ohne steuerliche Begünstigung droht bei Erbschaft oder Schenkung eine Last von 20 bis 30 Prozent. Das beträfe rund 50.000 Flächen mit Pachteinnahmen von etwa 5.000 Euro pro Jahr.
Unverheiratete haben kein gesetzliches Erbrecht
Für Paare ohne Trauschein wird es oft brisant. Rechtsanwältin Seraina Herold warnte Anfang Juni: Unverheiratete haben keinen gesetzlichen Erbanspruch. Die Folge: hohe Steuerlast und unklare Vermögensverhältnisse.
Viele Menschen unterschätzen die rechtlichen Fallstricke beim Erben, was oft zu finanziellen Nachteilen für die Familie führt. Dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie Ihren Nachlass ohne teuren Notar und juristisches Vorwissen rechtssicher organisieren. Was viele Deutsche beim Thema Erben falsch machen – und wie Sie diese vermeiden
Fachvorträge in Luzern Mitte Juni greifen diese Risiken auf und empfehlen frühzeitige vertragliche Regelungen.
Auch die digitale Hinterlassenschaft rückt in den Fokus. Plattformen wie Everly Digital helfen, Notfallinformationen und den digitalen Nachlass zentral zu organisieren. Das ergänzt die klassische Vorsorgevollmacht, die seit Jahresbeginn verstärkt Aspekte der digitalen Identität berücksichtigt.
Vermögensteuer: 42 Milliarden Euro pro Jahr?
Die politische Debatte um Vermögensverteilung läuft parallel. DIW-Präsident Marcel Fratzscher fordert eine Vermögensteuer von zwei Prozent auf Nettovermögen ab 20 Millionen Euro. Das brächte jährlich rund 42 Milliarden Euro.
Laut DIW besitzen etwa 5.000 Hochvermögende in Deutschland mehr als 25 Prozent des Finanzvermögens.
Minijobber können ab Juli aus der Rentenversicherung raus
Zum 1. Juli 2026 ändert sich für Minijobber etwas Grundlegendes: Sie können einmalig die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht aufheben lassen. Bei einer Verdienstgrenze von 603 Euro pro Monat beträgt der Eigenbeitrag für gewerblich Beschäftigte 3,6 Prozent. Der Arbeitgeber zahlt 15 Prozent.
Beratungsangebote: Von Demenz bis Künstliche Intelligenz
Überall in Deutschland laufen Informationsformate zur Vorsorge. In Mainz berierten Experten Anfang Juni auf einer Fachmesse zu Schenkungen und Bestattungsvorsorge. Im Landkreis München startete eine Veranstaltungsreihe, die bis Jahresende von Demenzprävention bis zur Vorsorgevollmacht reicht.
Ein Diskussionsforum in Wiesbaden befasste sich mit dem Einfluss Künstlicher Intelligenz auf die Finanzberatung und dem geplanten Altersvorsorgereformgesetz.
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