Nierenerkrankungen: Finerenon und Atrasentan bremsen Funktionsverlust
06.06.2026 - 01:52:07 | boerse-global.de
Das sogenannte Cardiovascular-Kidney-Metabolic-Syndrom (CKM) rückt ins Zentrum der Forschung.
Höheres Krebsrisiko bei CKM-Patienten
Eine im Juni in der Fachzeitschrift Circulation veröffentlichte Studie belegt: Patienten mit CKM-Syndrom haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft reagiert und fördert den Sonderforschungsbereich 1774 „CARDIO-DIABETES-CROSSTALK“ an der Universität Düsseldorf mit elf Millionen Euro über vier Jahre.
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Aktuelle Daten aus England zeigen zudem: Die Krebsraten bei jüngeren Menschen steigen. Forscher bringen dies unter anderem mit einer jährlichen Zunahme der Fettleibigkeit bei jungen Frauen um 2,6 Prozent in Verbindung. Studien deuten außerdem darauf hin, dass COPD die Lebenserwartung ähnlich stark verkürzt wie Adipositas oder Diabetes.
Neue Wirkstoffe gegen Nierenerkrankungen
Die Behandlung chronischer Nierenerkrankungen macht Fortschritte. Die FIND-CKD-Studie mit über 1.500 Teilnehmern zeigte: Der Wirkstoff Finerenon verlangsamt den Verlust der Nierenfunktion bei nicht-diabetischer CKD. Die Behandlungsgruppe wies einen geringeren Rückgang der glomerulären Filtrationsrate auf.
Die ALIGN-Studie belegte die Wirksamkeit von Atrasentan bei IgA-Nephropathie. Über zweieinhalb Jahre verlangsamte sich der Rückgang der Nierenfunktion um etwa 34 Prozent. Für den Wirkstoff wird 2026 eine reguläre Zulassung angestrebt. Bereits seit April 2025 ist Iptacopan in der EU für die C3-Glomerulopathie zugelassen.
GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid zeigen weiterhin hohe Wirksamkeit. Die FLOW-Studie belegte: Semaglutid senkt bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung nicht nur Nierenereignisse und Mortalität, sondern verbessert auch die Lebensqualität.
Die Leber als Schlüsselorgan
Das Deutsche Diabetes-Zentrum lenkt den Blick auf die Leber. Eine Untersuchung in Diabetes Care zeigt: Menschen mit Typ-2-Diabetes haben im ersten Jahr nach einer Mahlzeit 75 Prozent höhere Glukagonwerte als Gesunde. Die erhöhten Spiegel korrelieren mit dem Leberfettgehalt, jedoch nicht zwingend mit der Insulinresistenz. Die Forscher prägten den Begriff der hepatischen Glukagonresistenz.
In der präklinischen Forschung arbeiten Wissenschaftler an neuartigen Hybrid-Molekülen. Forscher von Helmholtz Munich entwickelten ein Molekül, das Inkretin-Wirkstoffe mit dem PPAR-Agonisten Lanifibranor koppelt. In Mäuseversuchen führte dies zu stärkerer Gewichtsabnahme und verbesserten Blutzuckerwerten.
Zuckersteuer und digitale Helfer
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Experten auf dem DDG-Kongress in Berlin betonten die Notwendigkeit frühzeitiger Prävention. Für 2028 plant Deutschland die Einführung einer Zuckersteuer. Freiwillige Reduktionsmaßnahmen in Getränken führten zwischen 2018 und 2024 nur zu einem Rückgang des Zuckergehalts um neun Prozent. Großbritannien erzielte mit einer Steuer 46 Prozent.
Neue Technologien unterstützen die Früherkennung. Der Sensor Libre Duo ermöglicht erstmals die kontinuierliche Messung von Glukose und Ketonen in einem Gerät. Für die Risikoabschätzung bei Typ-2-Diabetes wurde der OBSCORE vorgestellt, der präzisere Vorhersagen als der reine BMI ermöglicht.
Digitale Therapeutika gewinnen an Bedeutung. Sie senken den HbA1c-Wert im Durchschnitt um 0,54 Prozentpunkte. Die Basis bleibt jedoch die Lebensstiländerung: 150 Minuten Bewegung pro Woche kombiniert mit moderater Gewichtsreduktion senken das Diabetesrisiko um 58 Prozent.
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