Entzündungen, Ballaststoffe

Entzündungen: Ballaststoffe senken CRP um 42 Prozent

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 08:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine südkoreanische Studie verknüpft Ballaststoffmix und Heimtraining mit höherer Darmvielfalt sowie verbesserten Entzündungswerten.

Studie zeigt: Ballaststoffe und Training verändern das Mikrobiom
Eine Nahaufnahme einer Holzschale mit Haferflocken und Ballaststoffen auf einer Steinoberfläche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Kombination aus spezifischen Ernährungsfaktoren und regelmäßiger körperlicher Betätigung signifikante Auswirkungen auf das menschliche Mikrobiom und Entzündungsprozesse im Körper hat.

Im Zentrum einer klinischen Studie (RCT) aus Südkorea standen 140 städtische Erwachsene im Alter zwischen 25 und 55 Jahren, die einen vorwiegend sitzenden Lebensstil pflegten.

Über einen Zeitraum von 24 Wochen untersuchten Forscher die Effekte einer täglichen Supplementierung mit 15 bis 20 Gramm eines funktionellen Ballaststoffmixes – bestehend aus resistenter Stärke (RS2), Inulin und Beta-Glucan – in Verbindung mit einem Heimtraining.

Mikrobiom-Diversität und biologische Marker im Fokus

Die Ergebnisse der Untersuchung, über die in einem Bericht vom 13. September 2026 informiert wurde, zeigen eine deutliche Veränderung der Darmflora. Der Shannon-Index, ein Maß für die mikrobielle Diversität, stieg bei den Probanden signifikant von 3,82 auf 4,31 an. Parallel dazu verbesserten sich zentrale Entzündungsparameter.

So sank das hochsensitive C-reaktive Protein (hs-CRP) um 42,1 Prozent, während die Werte für Interleukin-6 (IL-6) um 35,4 Prozent und der Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-?) um 28,6 Prozent zurückgingen. Gleichzeitig stieg das antientzündliche Interleukin-10 (IL-10) um 31,8 Prozent und die Konzentration von Butyrat um 50 Prozent.

Diese Daten werden durch weitere Analysen zum Thema Ballaststoffe ergänzt. Eine Metaanalyse von 28 kontrollierten Studien ergab, dass bereits die tägliche Aufnahme von mindestens 3 Gramm Beta-Glucan aus Hafer das LDL-Cholesterin um 0,25 mmol/L und das Gesamtcholesterin um 0,30 mmol/L senken kann.

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Eine weitere Auswertung mit 3.974 Teilnehmern stützt diese Befunde. In einem 45-tägigen Experiment mit 62 Erwachsenen wurde zudem beobachtet, dass 80 Gramm Haferflocken pro Tag das LDL schneller senkten als eine vergleichbare Menge Reis.

Die Rolle spezifischer Lebensmittel bei Entzündungen und Stoffwechsel

Neben Getreideprodukten rücken weitere Nahrungsmittel in den Fokus der Forschung. Laut einer im British Journal of Nutrition veröffentlichten Metaanalyse von acht Kohortenstudien mit über 143.000 Teilnehmern senkt ein regelmäßiger Verzehr von Nüssen das Risiko für Bluthochdruck um etwa 16 Prozent.

Bei einer täglichen Menge von 28 Gramm sinkt das Risiko um 20 Prozent, bei 30 Gramm um 26 Prozent, wobei ein höherer Konsum keinen zusätzlichen Nutzen brachte. Michael Metoudi von den Plant-Based Health Professionals UK begleitete diese Analyse.

Auch Gewürze und Heilpflanzen zeigen messbare Effekte. Frischer Ingwer enthält Gingerole, die laut Untersuchungen ähnlich wie COX-2-Hemmer entzündungshemmend wirken können. Fachleute empfehlen gesunden Erwachsenen eine Tagesdosis von 2 bis 5 Gramm.

Für Knoblauch belegte eine Meta-Analyse vom April 2024 Verbesserungen bei metabolischen Markern wie Bauchumfang, Triglyceriden und Insulinresistenz sowie eine Senkung von CRP und TNF-?. Eine weitere Untersuchung vom Januar 2026 an Tiermodellen deutete zudem auf lebensverlängernde Potenziale diallylsulfonierter Verbindungen hin.

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Umwelteinflüsse und Lebensgewohnheiten als Risikofaktoren

Die Forschung beleuchtet zunehmend das Zusammenspiel von Umwelt und Lebensstil. Eine Studie der Seoul National University untersuchte den Einfluss von Feinstaub auf 1.070 Rheuma-Patienten. Dabei zeigte sich, dass insbesondere Partikel der Größe PM2,5 die Krankheitsaktivität verstärken, vor allem bei einer Belastung über zwei Wochen. Der Effekt war laut Studienleiter Eun Bong Lee bei Frauen und Nichtrauchern besonders ausgeprägt.

In Bezug auf die Ernährung verdeutlichen Langzeitbeobachtungen die Risiken von hochverarbeiteten Lebensmitteln. Die CARDIA-Studie mit 3.000 jungen Erwachsenen über 15 Jahre zeigte, dass ein mehr als zweimal wöchentlicher Konsum von Fast Food mit einer Gewichtszunahme von durchschnittlich 4,5 Kilogramm und einer höheren Insulinresistenz korreliert.

Eine Untersuchung mit 18.000 Erwachsenen hielt fest, dass an Fast-Food-Tagen durchschnittlich 190 Kalorien, 11 Gramm Fett und 300 Milligramm Salz zusätzlich aufgenommen werden.

Zur Prävention im Alter betonte die Apothekerin Susanne Donate die Bedeutung von Bewegung zur Sturzprophylaxe sowie eine proteinreiche Ernährung mit Hülsenfrüchten oder Milchprodukten gegen den Muskelabbau. Experten raten zudem dazu, die Ballaststoffzufuhr schrittweise über ein bis zwei Wochen zu erhöhen und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von etwa 1,5 bis 2 Litern pro Tag zu achten.

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de | wissenschaft | 70095201 |