Energy-Drinks: 100 ml pro 10 kg Körpergewicht erhöhen Blutdruck
23.06.2026 - 20:14:38 | boerse-global.de
Am 23. Juni 2026 hat die SPD-Fraktion ein Verkaufsverbot für unter 16-Jährige gefordert. Die Union lehnt das ab.
Was die EDUCATE-Studie zeigt
Im Zentrum der aktuellen Debatte steht die EDUCATE-Studie von Dr. Oberhoffer von der LMU München. Die Ergebnisse sind alarmierend: Bereits 100 Milliliter Energy-Drink pro 10 Kilogramm Körpergewicht reichen aus, um den Blutdruck messbar zu erhöhen und den Herzrhythmus zu verändern.
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Besonders die Kombination aus Koffein und hohen Zuckermengen macht die Getränke gefährlich. Typische Symptome nach dem Konsum: Nervosität, Schlafstörungen und Herzrasen. Noch kritischer wird es in Verbindung mit Alkohol.
Ein herkömmlicher Energy-Drink enthält rund 32 Milligramm Koffein pro 100 Milliliter. Filterkaffee liegt mit 40 bis 60 Milligramm zwar höher – dafür fehlen dort die zusätzlichen Reizstoffe und die hohe Zuckerkonzentration.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft bis zu 400 Milligramm Koffein täglich für Erwachsene als unbedenklich ein. Einzeldosen sollten 200 Milligramm nicht überschreiten. Ab 500 Milligramm drohen Vergiftungserscheinungen, ab 5 Gramm wird es lebensbedrohlich.
Politische Fronten in Berlin
Die SPD will den Verkauf der koffeinhaltigen Getränke an Jugendliche unter 16 Jahren verbieten. Begründung: Jugendschutz und die belegten Gesundheitsrisiken.
Die Union geht nicht mit. CDU und CSU lehnen eine verbindliche Altersgrenze ab. Bei sozialen Medien setzen sie auf flexible Lösungen und das EUDI-Wallet zum Altersnachweis, das ab Januar kommen soll. Bei Energy-Drinks bleibt es bei der Ablehnung staatlicher Verbote.
Was die Nachbarn machen
Anzeige: In Tschechien fordert die Regierung ein Verkaufsverbot für unter 16-Jährige, Polen hat bereits eine Altersgrenze von 18 Jahren. Deutschland hinkt hinterher – doch Sie müssen nicht warten. Unser Guide zeigt, wie Sie Ihr Kind vor den Risiken schützen. Kostenlosen Guide jetzt sichern
Ein Blick über die Grenzen zeigt: Deutschland hinkt hinterher. In Tschechien fordert die Initiative „Ministr zdraví“ seit dem 22. Juni 2026 ein Verkaufsverbot für unter 16-Jährige. Grund: Rund 20 Prozent der 11- bis 15-Jährigen konsumieren dort wöchentlich Energy-Drinks, 4 Prozent sogar täglich. Der Vorschlag sieht zudem Werbeverbote und ein Verkaufsverbot in Automaten und im Online-Handel vor – ab einem Grenzwert von 150 Milligramm Koffein pro Liter.
Andere EU-Staaten sind noch strikter:
- Litauen reguliert den Verkauf bereits seit 2014.
- Polen hat 2024 eine Altersgrenze von 18 Jahren eingeführt.
Während in Deutschland die Diskussion erst Fahrt aufnimmt, zeigt der europäische Trend klar in Richtung strengerer Regeln. Die Frage ist: Wie lange kann sich die Politik noch gegen den Jugendschutz sperren?
