Emotionsregulation in Bern: Vertiefungskurs mit sechs Terminen startet
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deRahmenbedingungen und Voraussetzungen des Berner Vertiefungskurses
Mit einer Begrenzung auf maximal 10 Personen und einer Anmeldefrist bis zum 20.10.2026 organisiert die Fachstelle Bern des Blauen Kreuzes Bern-Solothurn-Freiburg ein spezifisches Gruppenangebot zur psychischen Gesundheit.
Der Vertiefungskurs zur Emotionsregulation umfasst sechs Termine, die mittwochs jeweils von 17.00 bis 18.30 Uhr für eine Dauer von je 90 Min. an der Effingerstrasse 33 in 3008 Bern stattfinden. Als Termine sind der 04.11., 11.11., 18.11., 25.11., 02.12. und der 09.12.2026 festgelegt.
Die fachliche Leitung übernehmen Anja Müller, Fachpsychologin für Psychotherapie am Ambulatorium Südhang Bern, sowie Corine Gasser, Suchtberaterin beim Blauen Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg. Die Kostenregelung sieht vor, dass die Teilnahme für Patienten der Klinik Südhang über die Grundversicherung abgerechnet wird.
Klienten des Blauen Kreuzes zahlen 10 CHF pro Sitzung, was einem Gesamtbetrag von 60 CHF entspricht. Für die Teilnahme wird Grundlagenwissen zu Stressregulation und Skills-Sets vorausgesetzt. Liegt eine Suchterkrankung vor, ist die Teilnahme ausschließlich begleitend zu einer laufenden Einzeltherapie gestattet.
Physiologische Grundlagen und Methoden zur Nervensystemberuhigung
Die gezielte Beeinflussung emotionaler Zustände stützt sich auf neurobiologische Mechanismen. Unter Belastung schüttet das sympathische Nervensystem vermehrt Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus. Demgegenüber steuern der Parasympathikus und der Vagusnerv basale Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung und Verdauung, wie aus einer Übersicht vom 04.11.2026 hervorgeht.
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Für die Beruhigung des Nervensystems stehen strukturierte Verfahren zur Verfügung. Dazu zählen definierte Atemübungen wie die verlängerte Ausatmung oder der Humming Breath, Meditation, Achtsamkeits- und Erdungsübungen, Yoga, Summen, Chanten oder Singen, das Auslösen des Tauchreflexes durch kaltes Wasser sowie Aufenthalte in der Natur.
Laut einer Untersuchung der Stanford University vermag bereits ein fünfminütiger physiologischer Seufzer das subjektive Wohlbefinden zu verbessern. Zudem weisen wissenschaftliche Erhebungen darauf hin, dass Zeit im Grünen die Cortisolausschüttung dämpft und die Herzfrequenz senkt.
Kognitive Mechanismen und Selbstmitgefühl in der Praxis
Ergänzend zu körperbezogenen Techniken greifen verhaltenstherapeutische Strategien an Denkmustern an. Fachberichte beschreiben bei Angstzuständen oft einen Teufelskreis aus Gedanken, Gefühlen, körperlichen Reaktionen und Vermeidungsverhalten, der durch eine generelle Negativitätsverzerrung verstärkt werden kann.
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Zu den typischen Denkmustern gehören Katastrophisieren, Schwarz-Weiß-Denken, Gedankenlesen und Übergeneralisieren. Als Auslöser gelten chronischer Stress, biographische Erfahrungen, genetische Faktoren, organische Erkrankungen, Medikamente oder Schlafprobleme.
Bei ausgeprägten Belastungen wie einer generalisierten Angststörung empfehlen sich kognitive Umstrukturierungen, eine feste Grübelzeit von beispielsweise 15 Min. am frühen Abend, Achtsamkeitspraxis, Bewegung, die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson sowie das Führen eines Gedankentagebuchs.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Aufbau von Selbstmitgefühl, das in den Heiligenfeld-Kliniken als wohlwollende Haltung gegenüber der eigenen Person verstanden wird, ohne bestehende Schwierigkeiten kleinzureden. Während Selbstmitleid das Erleben von Hilflosigkeit verstärke, halte Selbstmitgefühl den Blick für Handlungs- und Veränderungsmöglichkeiten offen.
Wissenschaftliche Arbeiten von Neff (2003), MacBeth und Gumley (2012) sowie Kirby und Kollegen (2017) belegen, dass ein höheres Maß an Selbstmitgefühl mit einem Rückgang depressiver und ängstlicher Symptome verknüpft ist.
