Elektroakupunktur: Neue Studien belegen Wirkung bei Demenz
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen, die im August 2026 im Journal of Southern Medical University veröffentlicht wurden, geben neue Einblicke in die Wirkungsweise der Elektroakupunktur (EA) bei chronischen Erkrankungen.
Die Forschungsergebnisse konzentrieren sich dabei auf die regulatorischen Effekte dieser Therapieform auf den sogenannten TLR4/MyD88/NF-?B-Signalweg, der sowohl bei neurologischen Defiziten als auch bei degenerativen Gelenkerkrankungen eine zentrale Rolle spielt.
Therapeutische Effekte bei vaskulärer Demenz
In einer im August 2026 publizierten Studie wurde die Wirkung der Elektroakupunktur auf kognitive Beeinträchtigungen infolge vaskulärer Demenz (VD) untersucht. Die Forscher nutzten hierfür ein Modell mit 60 Ratten, bei denen durch einen chirurgischen Eingriff (2-VO-Modell) eine vaskuläre Demenz induziert worden war.
Über einen Zeitraum von 28 Tagen erhielten die Tiere eine tägliche, 30-minütige Elektroakupunktur-Behandlung an den Akupunkturpunkten Baihui (GV20) und Shenting (GV24). Die Frequenz wurde auf 2/15 Hz bei einer Stromstärke von 1 mA eingestellt.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Elektroakupunktur kognitive Defizite signifikant mildern konnte. Im sogenannten Morris-Wasserlabyrinth-Test führte die Behandlung dazu, dass die Ratten die Fluchtplattform schneller fanden (verkürzte Escape-Latenz) und die Anzahl der Plattform-Überquerungen stieg.
Die statistische Signifikanz wurde hierbei mit P<0,01 angegeben. Ein ähnlicher Effekt wurde bei der Gabe von Donepezil in einer Dosierung von 0,45 mg/kg beobachtet.
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Auf molekularer Ebene stellten die Wissenschaftler fest, dass die Elektroakupunktur neuronale Schädigungen reduzierte und die Expression entzündungsfördernder Zytokine wie IL-1?, IL-6 und TNF-? senkte.
Zudem wurde die Aktivierung von Astrozyten sowie die Expression von TLR4, MyD88 und C3 gehemmt, während der Wert von S100A10 anstieg. Die Autoren schlussfolgern, dass die Hemmung des TLR4/MyD88/NF-?B-Signalwegs wesentlich zur Verbesserung der kognitiven Leistung beigetragen habe.
Behandlungserfolge bei Kniegelenksarthrose
Parallel dazu untersuchten Forscher im August 2026 den Einsatz der Elektroakupunktur bei Kniearthrose (KOA). In dieser Studie an 27 Ratten (MIA-Modell) wurde die Behandlung über 14 Tage an den Punkten Neixiyan (ST36), Dubi (ST35), Xuehai (SP10) und Yanglingquan (GB34) durchgeführt. Die Parameter lagen bei einer Frequenz von 2/100 Hz und einer Stromstärke zwischen 0,5 und 1,0 mA für jeweils 20 Minuten pro Tag.
Die Auswertungen ergaben eine signifikante Senkung des LequesneMG-Scores, was auf eine Verbesserung der klinischen Symptomatik hindeutet. Zudem zeigten histologische Untersuchungen eine positive Veränderung der Knorpelpathologie. Die Elektroakupunktur reduzierte die Apoptose (den programmierten Zelltod) von Chondrozyten.
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Die molekulare Analyse belegte eine Herunterregulierung verschiedener Proteine, darunter TLR4, MyD88, NF-?B p65 sowie Caspase-3, Bax und COL10. Gleichzeitig stiegen die Werte von COL2 und Bcl-2 an.
Die Studie weist darauf hin, dass die Elektroakupunktur die durch HMGB1 vermittelte Aktivierung des TLR4/MyD88/NF-?B-Signalwegs hemmt. Dadurch werde die nukleare Translokation von NF-?B p65 sowie die Ausschüttung entzündlicher Faktoren wie IL-1? und TNF-? reduziert, was den Schutz des Gelenkknorpels unterstützt.
Zusammenfassend verdeutlichen die Analysen vom August 2026 das Potenzial der Elektroakupunktur, über die Regulierung spezifischer Entzündungpfade sowohl neurologische als auch orthopädische Krankheitsverläufe positiv zu beeinflussen.
