Elektroakupunktur, Studie

Elektroakupunktur nach OP: Studie mit 878 Älteren zeigt weniger Delir

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Studie zeigt weniger postoperative Delirfälle mit Elektroakupunktur; bei anhaltendem Schluckauf sind Ursachenklärung und gezielte Behandlung wichtig.
Ein heller, steriler Behandlungsraum mit einer medizinischen Untersuchungsliege und neutralen Wänden in einer Klinik. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Fachbeiträge thematisieren den gezielten Einsatz von Elektroakupunktur und ergänzenden Nadel- sowie Stimulationsmethoden bei unterschiedlichen klinischen Herausforderungen.

Die Anwendungsfelder reichen dabei von der Verringerung des Delirium-Risikos bei älteren Patienten nach chirurgischen Eingriffen bis hin zur Behandlung von hartnäckigem Schluckauf. Neue Studiendaten und therapeutische Übersichten beleuchten das Potenzial, aber auch die methodischen Grenzen dieser Interventionen.

Reduktion des postoperativen Delirs bei älteren Patienten

Ein zentraler Befund zur klinischen Wirksamkeit der Elektroakupunktur stammt aus einer randomisierten kontrollierten Studie mit 878 Patienten im Alter von 65 bis 90 Jahren, die an acht Kliniken in China durchgeführt wurde.

Wie das Fachjournal Anesthesiology and Perioperative Science in einer Veröffentlichung darlegt, über die das Wissenschaftsportal bioengineer.org in einem Bericht vom 27. Oktober 2026 informierte, erstreckte sich die Rekrutierung der Probanden von September 2018 bis Oktober 2022.

Die Ergebnisse zeigen eine statistisch signifikante Verringerung des postoperativen Delirs: In der Interventionsgruppe mit Elektroakupunktur trat die Verwirrtheitsstörung bei 53 von 439 Patienten auf, was einem Anteil von 12,1 Prozent entspricht.

In der Sham-Vergleichsgruppe waren es hingegen 77 von 439 Patienten beziehungsweise 17,5 Prozent. Dies entspricht einer absoluten Risikoreduktion von 5,5 Prozentpunkten (95-Prozent-Konfidenzintervall: 0,8 bis 10,2) sowie einem relativen Risiko von 0,69 (95-Prozent-KI: 0,50 bis 0,95). Die Odds Ratio belief sich auf 0,65 (95-Prozent-KI: 0,44 bis 0,94; P=0,023), woraus sich eine Number needed to treat von 19 errechnet.

Zugleich verweist die Datenlage auf methodische Einschränkungen. Wurden im Rahmen der statistischen Auswertung alle unklaren Ausgänge pauschal als Delir eingestuft, ergab sich eine Odds Ratio von 0,73 (95-Prozent-KI: 0,52 bis 1,03; P=0,072), womit das Ergebnis die Signifikanzschwelle verfehlte.

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Bei den sekundären Endpunkten, zu denen unter anderem die Dauer des Krankenhausaufenthalts, die Kognition nach 30 Tagen sowie die allgemeine Lebensqualität zählten, zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Die 30-Tage-Mortalität lag bei drei Todesfällen in der Interventionsgruppe gegenüber zwei in der Kontrollgruppe.

Differenzierte Ansätze bei Schluckauf und Zwerchfellkrämpfen

Neben dem postoperativen Delirmanagement widmen sich medizinische Fachberichte auch der Behandlung von Zwerchfellkrämpfen. Wie aus einer Übersicht von mfk.com in einem Bericht vom 28. Oktober 2026 hervorgeht, richtet sich das therapeutische Vorgehen strikt nach Dauer und Ursache des Schluckaufs.

Bei kurzzeitig auftretendem, physiologischem Schluckauf, der wenige Minuten bis einige Stunden anhält, stehen physikalische Reize und einfache Verhaltensmaßnahmen im Vordergrund.

Wirksam sind Methoden zur Stimulation des Vagusnervs, beispielsweise dreimaliges tiefes Einatmen mit jeweils 10 bis 15 Sekunden Atemanhalten, oder das Schlucken fester beziehungsweise trockener Nahrungsmittel wie etwas trockenem Brot oder Eis.

Spezielle Medikamente sind in diesen Fällen nicht erforderlich; empfohlen wird vielmehr das Vermeiden blähender Speisen wie Hülsenfrüchten sowie kohlensäurehaltiger Getränke.

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Therapeutische Optionen bei persistierenden Beschwerden

Hält der Schluckauf länger als 48 Stunden an, handelt es sich um eine pathologische Form, die eine differentialdiagnostische Abklärung von Magen-Darm- und Nervenerkrankungen erfordert. Als mögliche Ursachen kommen unter anderem Reflux oder Läsionen des zentralen Nervensystems in Betracht.

In solchen chronischen Fällen stehen medikamentöse Therapien und gezielte physikalische Maßnahmen im Fokus. Zu den gebräuchlichen Arzneistoffen gehören Chlorpromazin, das bei Erwachsenen eingesetzt und bei Kindern nur vorsichtig angewendet wird, sowie das Prokinetikum Metoclopramid, bei dem insbesondere bei Patienten mit Diabetes Vorsicht geboten ist. Ergänzend kommen strukturierte Akupressurverfahren oder Ohrakupressur unter fachlicher Anleitung zum Einsatz.

Für besondere Patientengruppen gelten modifizierte Empfehlungen: Bei Säuglingen im ersten Lebensjahr werden keine Medikamente verabreicht, sondern rein nichtmedikamentöse Maßnahmen wie sanftes Klopfen oder Bauchmassagen gewählt. Bei Schwangeren ist die Stimulation des Vagusnervs zu vermeiden; hier ist eine ärztliche Abklärung vorzuziehen.

Treten bei älteren Betroffenen Begleitsymptome wie Bewusstseinsstörungen oder Kaffeesatzerbrechen auf, ist eine unverzügliche ärztliche Versorgung erforderlich. Zur Prävention werden regelmäßige Mahlzeiten ohne Überessen, Emotionskontrolle sowie die konsequente Behandlung von Grunderkrankungen wie Reflux oder Diabetes empfohlen.

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