Eisenmangel, Diäten

Eisenmangel bei Diäten: Warum Abnehmspritzen das Risiko erhöhen

03.06.2026 - 15:31:38 | boerse-global.de

Abnehmspritzen und extreme Diäten erhöhen das Risiko für Nährstoffdefizite. Ein neuer Score soll Risiken besser bewerten.

Methodische Team-Koordination wird zum Erfolgsfaktor - Bild: über boerse-global.de
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Schuld ist oft ein unerkannter Eisenmangel. Das Spurenelement ist entscheidend für den Sauerstofftransport im Blut – fehlt es, leidet die gesamte Leistungsfähigkeit.

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Abnehmspritzen erhöhen das Risiko

GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Wegovy oder Mounjaro boomen. Die sogenannten Abnehmspritzen senken den Appetit drastisch. Das Problem: Patienten nehmen nicht nur weniger Kalorien zu sich, sondern auch weniger Nährstoffe. „Diese Medikamente wurden zur Behandlung der chronischen Erkrankung Adipositas entwickelt und erfordern eine engmaschige Begleitung", betont Prof. Dr. Arya M. Sharma.

Der reduzierte „Food Noise" gefährdet bei einseitiger Ernährung die Versorgung mit Vitalstoffen. Eine im Mai 2026 in Nature Metabolism veröffentlichte Studie an Nervenzellen zeigt zudem, warum die Wirkung der Präparate individuell variiert. Die Forscher unterstreichen die Notwendigkeit personalisierter Ernährungsstrategien.

Symptome erkennen – richtig diagnostizieren

Eisenmangel zeigt sich nicht nur durch Erschöpfung. Konzentrationsstörungen, Blässe, Kurzatmigkeit und Herzklopfen gehören zu den klinischen Anzeichen. In spezifischen Fällen begünstigt ein Defizit das Restless-Legs-Syndrom (RLS). Schätzungen zufolge sind fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung betroffen, Frauen aufgrund der Menstruation doppelt so häufig. Auch spröde Lippen, Haarausfall und erhöhte Kälteempfindlichkeit können auf leere Eisenspeicher hindeuten.

Die Diagnose erfordert differenzierte Blutanalysen. Der Hämoglobinwert oder das Serum-Eisen allein reichen nicht aus. Entscheidend sind die Bestimmung des Ferritinwerts sowie der Transferrinsättigung. Auch der Entzündungswert CRP sollte einbezogen werden, um fehlerhafte Ferritin-Interpretationen auszuschließen.

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Ernährungstrends als Stolperfallen

Die Bioverfügbarkeit von Eisen hängt stark von der Nahrungszusammensetzung ab. Tierische Quellen wie Rindfleisch, Geflügel und Fisch verwertet der Körper effizient. Pflanzliche Lieferanten wie Spinat, Mangold oder Vollkornprodukte benötigen eine gezielte Kombination mit Vitamin C, um die Aufnahme zu optimieren.

Bestimmte Trends hemmen die Eisenversorgung unbeabsichtigt. Beim „Fibremaxxing" wird eine tägliche Ballaststoffzufuhr von über 30 Gramm angestrebt. Das bietet Vorteile für die Darmgesundheit und das Diabetesrisiko, kann aber die Eisenaufnahme beeinträchtigen – Ballaststoffe binden das Mineral im Darm. Auch Kaffee oder schwarzer Tee unmittelbar nach den Mahlzeiten gelten als aufnahmehemmend.

Strategien für einen gesunden Stoffwechsel

Ein moderates Kaloriendefizit von 300 bis 500 Kalorien pro Tag verhindert Leistungsabfall während der Gewichtsreduktion. Zu radikaler Verzicht senkt den Grundumsatz und provoziert Mangelerscheinungen. Bei hormonellen Dysbalancen oder starken Menstruationsbeschwerden, die oft mit Eisenverlust einhergehen, diskutieren Fachberater gezielte Nahrungsergänzungen mit Vitamin B6, Calcium oder pflanzlichen Extrakten wie Ashwagandha.

Einen neuen Ansatz zur Risikobewertung bei Übergewicht bietet der Anfang Juni 2026 vorgestellte OBSCORE der Queen Mary University und der Charité. Der Score nutzt 20 Gesundheitswerte, um Folgerisiken präziser als der herkömmliche Body-Mass-Index (BMI) einzuschätzen. Solche ganzheitlichen Analysen könnten künftig helfen, Stoffwechselstörungen und Nährstoffdefizite frühzeitiger zu erkennen. Eine Selbstmedikation mit Eisenpräparaten ist ohne ärztliche Absprache nicht zu empfehlen – Überdosierungen sind riskant.

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