Ebola Bundibugyo: Frankfurt behandelt US-Arzt ohne zugelassene Therapie
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 10:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Patient wurde Mitte Juli aus der Demokratischen Republik Kongo nach Deutschland überflogen. Für diesen Erregerstamm gibt es weder eine zugelassene Impfung noch eine Standardtherapie.
Hochsicherheits-Medizin in der Isolierstation
Der 47-jährige Arzt arbeitete für eine humanitäre Organisation im Kongo. Seit dem 13. Juli liegt er auf der Sonderisolierstation der Frankfurter Uniklinik. Sein Zustand: stabil, die Symptome typisch für Ebola, die Erkrankung noch nicht weit fortgeschritten.
Die Behandlung läuft unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen. Sogar das Abwasser der Station wird neutralisiert. Die Kosten trägt die Versicherung des Patienten.
Deutsche Kliniken haben Erfahrung mit hämorrhagischen Fiebern. Seit 2006 behandelte Frankfurt vier Patienten mit ähnlichen Krankheitsbildern – die Sterblichkeit lag unter 20 Prozent.
Bereits im Mai war ein erster US-Patient in der Berliner Charité eingetroffen. Nach zwei Wochen konnte er als genesen entlassen werden. Auch in Frankreich überlebte Ende Juni ein infizierter Arzt die Erkrankung.
Forschung ohne Standard-Therapie
Weil es für Bundibugyo keine zugelassene Behandlung gibt, setzen die Ärzte auf supportive Medizin: Symptome lindern, Vitalfunktionen stabilisieren. Parallel läuft eine klinische Testung.
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Im Fokus steht eine Kombination aus dem antiviralen Wirkstoff Remdesivir und dem Antikörpercocktail MBP134. Dieses Schema bekam bereits der Berliner Patient im Mai. Timo Wolf von der Uniklinik Frankfurt verfolgt die Wirksamkeit genau – die Ergebnisse sollen in künftige Behandlungsprotokolle einfließen.
Herkömmliche Ebola-Impfstoffe? Gegen Bundibugyo wirkungslos.
Die Lage im Kongo
Der aktuelle Ausbruch läuft seit Mai 2026. Die Fallzahlen steigen rasant. Offiziell sind 1.926 Infektionen bestätigt, 702 Todesfälle und 318 Genesungen. Über 750 Menschen sind aktuell in Behandlung.
Die WHO rechnet mit einer hohen Dunkelziffer. Schätzungen zufolge könnte die tatsächliche Zahl zwei- bis viermal höher liegen.
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Positiv: Die Kontaktverfolgung funktioniert. Zwischen 85 und 95 Prozent der Kontaktpersonen wurden identifiziert – eine wesentliche Voraussetzung, um die Ausbreitung zu stoppen.
Jürgen Graf, ärztlicher Leiter der Frankfurter Klinik, betont: „Von den behandelten Patienten geht keine Gefahr für die Allgemeinheit aus.“ Die Isolierstationen seien technisch und personell darauf ausgelegt, hochinfektiöse Fälle sicher zu isolieren – bei gleichzeitiger Behandlung auf höchstem Niveau.
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