DRAM-Preise, Apple

DRAM-Preise +60%: Apple prüft chinesische Alternative zu Samsung

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 03:15 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Apple erwägt CXMT-Chips als Druckmittel gegen teure DRAM-Lieferanten Samsung, SK Hynix und Micron.

Apple testet günstigere DRAM-Chips von CXMT als Reaktion auf Preisexplosion
DRAM-Preise - Ein Smartphone, das auf einen leuchtenden Schaltkreis mit chinesischen Elementen zeigt, im Kontext steigender DRAM-Preise und der Suche nach Alternativen. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Grund sind drastisch gestiegene Preise für Speicherkomponenten.

Der Schritt ist Teil einer strategischen Neuausrichtung der Lieferkette, wie die Financial Times am 8. Juli berichtete. Apples Tests mit Chips von ChangXin Memory Technologies (CXMT) kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Preise für Standard-DRAM im ersten Halbjahr 2026 um rund 55 bis 60 Prozent gestiegen sind. Haupttreiber ist die enorme Nachfrage durch Rechenzentren für Künstliche Intelligenz.

Preisdruck als Verhandlungshebel

Erst im Juli hatte Apple die Preise für mehrere Produkte erhöht, darunter das MacBook Neo und das iPad Pro. Branchenbeobachter gehen jedoch nicht davon aus, dass der Einsatz günstigerer CXMT-Chips die Verbraucherpreise senken wird. Vielmehr könnte Apple die mögliche Partnerschaft als Druckmittel in Preisverhandlungen mit seinen Hauptlieferanten Samsung, SK Hynix und Micron nutzen, so Analysten der Bank of America.

Aktuell erfüllen CXMTs LPDDR5X-Chips noch nicht Apples interne Leistungsvorgaben. Zudem ist die Produktionskapazität des chinesischen Herstellers für mobile DRAM für die nächsten zwei Jahre weitgehend durch bestehende Verträge ausgelastet. CXMT hält derzeit rund 11 Prozent der globalen DRAM-Wafer-Kapazität und strebt bis 2028 einen Anteil von 15 Prozent an.

Geopolitische Hürden

Die Zusammenarbeit bewegt sich in einem komplexen geopolitischen Umfeld. CXMT wurde im Juni 2026 auf die 1260H-Liste des US-Verteidigungsministeriums gesetzt, ein Verzeichnis für Unternehmen mit mutmaßlichen Verbindungen zum chinesischen Militär. Zwar ist damit kein direktes Handelsverbot verbunden, doch die Einstufung signalisiert erhöhte Wachsamkeit.

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Apple setzt sich eigenen Angaben zufolge bei der US-Regierung dafür ein, dass CXMT nicht auf die restriktivere Entity List gesetzt wird. Ein solcher Schritt würde dem Hersteller den Zugang zu essenzieller US-Technologie versperren. Konzernchef Tim Cook hat signalisiert, dass das Unternehmen alle verfügbaren Optionen zur Lockerung der Lieferkettenbeschränkungen in China prüft.

Es ist nicht der erste Versuch Apples, chinesische Speicherchips zu integrieren. Ein ähnliches Vorhaben mit Yangtze Memory Technologies (YMTC) scheiterte 2022 am Widerstand US-amerikanischer Politiker.

CXMT auf Wachstumskurs

Das staatlich gestützte Unternehmen befindet sich auf Expansionskurs und strebt einen Börsengang im Wert von rund 4,3 Milliarden Euro an. Unterstützt wird CXMT von 15 staatlich verbundenen Anteilseignern sowie einem Drei-Milliarden-Euro-Deal mit Tencent. Die Produktionsstätten in Hefei wurden deutlich ausgebaut.

Trotz kumulierter Verluste von 5,4 Milliarden Euro im vergangenen Jahrzehnt erhielt das Unternehmen zwischen 2023 und 2025 staatliche Subventionen in Höhe von 880 Millionen Euro. Diese finanzielle Unterstützung scheint zu wirken: Im ersten Quartal 2026 meldete CXMT einen Gewinn von 4,8 Milliarden Euro. Anders als einige andere eingeschränkte chinesische Firmen darf CXMT weiterhin moderne Fertigungsausrüstung von Unternehmen wie ASML beziehen – eine wichtige Voraussetzung für die technologische Weiterentwicklung.

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