DRAM-Krise, Apple

DRAM-Krise: Apple erhöht Preise um 25%, iPhone 18 könnte 300 USD teurer werden

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 13:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Apple steht wegen CXMT- und YMTC-Chips unter politischem Druck. Senatoren fordern schriftliche Zusage bis 21. August. DRAM-Preise steigen um 400 Prozent.

Apple unter Druck: US-Senatoren fordern Verzicht auf chinesische Speicherchips
Nahaufnahme einer Laptop-Hauptplatine mit detaillierten Speicher-Chips und Mikroprozessoren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die explodierenden Preise für Arbeitsspeicher treiben Apple in ein politisches Dilemma. US-Handelsminister Howard Lutnick sprach sich öffentlich gegen Pläne des Konzerns aus, chinesische Speicherchips der Hersteller CXMT und YMTC für Geräte in China einzukaufen. Es sei nicht gut, wenn große amerikanische Unternehmen chinesische Speicher verwenden, erklärte Lutnick.

Senatoren fordern schriftliche Zusage

Der politische Druck auf Apple verschärft sich weiter: Sieben US-Senatoren, darunter Chuck Schumer und Jim Banks, forderten den Konzern in einem Brief an CEO Tim Cook auf, eine Zusage zu unterzeichnen, weltweit keine Speicherchips von CXMT und YMTC zu verwenden.

Die Frist für eine Antwort läuft bis zum 21. August. Beide chinesischen Hersteller stehen auf der Militärliste des US-Verteidigungsministeriums (1260H), YMTC zusätzlich auf der Entity List. Ein gesetzliches Kaufverbot besteht bislang jedoch nicht – Apple prüfe daher nach Unternehmensangaben alle Optionen bei der Speicherbeschaffung, hieß es aus dem COO-Büro.

Diskutiert wird auch eine Variante, wonach Apple die chinesischen Chips ausschließlich für Produkte außerhalb der USA einsetzen könnte. Apple testet die CXMT-Chips bereits für iPhone und MacBook. Der US-Speicherhersteller Micron, der nach eigenen Angaben rund 30 Prozent von Apples Speicherbedarf deckt, drängt unterdessen auf eine Blockade der chinesischen Konkurrenz.

Speicherknappheit treibt Preise weltweit

Hintergrund der Debatte ist eine globale Speicherkrise, die längst bei Verbrauchern ankommt. Der DRAM-Preis pro Gigabyte stieg von 0,90 US-Dollar im August 2024 auf 3,45 US-Dollar im Juli 2026 – ein Anstieg von rund 400 Prozent. SK Hynix und Samsung kontrollieren zusammen 70 Prozent des Marktes.

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Laut dem Marktforschungsunternehmen TrendForce zogen die Vertragspreise für konventionelles DRAM im ersten Quartal 2026 um 93 bis 98 Prozent an, im ersten Halbjahr 2026 lag der Anstieg bei 55 bis 60 Prozent. Eine spürbare Entspannung durch neue NAND-Kapazitäten wird erst Ende 2027 oder 2028 erwartet.

Apple reagierte im Juni mit Preiserhöhungen von bis zu 25 Prozent für Macs, iPads und weitere Produkte – konkret zwischen 150 und 300 US-Dollar je nach Gerät. Einige Mac- und iPad-Modelle verteuerten sich um mehr als 200 US-Dollar. In Japan verdoppelten sich die Verkäufe von generalüberholten iPhones, nachdem die Preisanhebungen im Juli griffen.

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Auswirkungen auf künftige iPhone-Preise

Analyst Jeff Pu von GF Securities rechnet damit, dass sich die Speicherkosten auch auf die nächste iPhone-Generation niederschlagen. Das iPhone 18 Pro könnte demnach bis zu 300 US-Dollar teurer werden als das iPhone 17 Pro, mit Einstiegspreisen von 1.399 US-Dollar für das Pro-Modell und 1.499 US-Dollar für das Pro Max. Als Gründe nennt Pu neben den Speicherkosten auch den neuen A20-Pro-Chip und höhere RAM-Ausstattungen.

Streit um rückwirkende Preisanpassung

Die Preisspirale sorgt bereits für handfeste Streitfälle im Handel. Der britische Apple-Reseller KRCS verlangte von einem Kunden, der am 5. Juni ein M5 Max MacBook Pro mit 128 Gigabyte Speicher vollständig bezahlt hatte, nach Apples Preiserhöhung vom 25. Juni eine Nachzahlung von rund 3.000 US-Dollar und drohte andernfalls mit Stornierung des Auftrags.

Apple selbst erklärte, ein solches Vorgehen entspreche nicht der offiziellen Unternehmenspolitik. Der ursprüngliche Kaufvertrag enthielt keine Klausel zu rückwirkenden Preisanpassungen.

An der Börse reagierten Anleger zunächst positiv auf die Nachrichtenlage rund um Apple: Die Aktie stieg im vorbörslichen Handel um 3,37 Prozent auf 1.004,42 US-Dollar, was einem Marktwertzuwachs von etwa 37 Milliarden US-Dollar entspricht.

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