DMA-Verfügung, Google

DMA-Verfügung: EU zwingt Google zur Android-Öffnung für KI-Konkurrenten

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 17:26 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission verpflichtet Google per DMA-Beschluss, Android für Konkurrenz-KI zu öffnen und Suchdaten zu teilen.

Die Europäische Kommission verpflichtet Google per Gesetzesbeschluss, seine Android-Plattform und Suchdaten für Konkurrenten zu öffnen. Die am 16. Juli 2026 erlassenen Verfügungen stützen sich auf den Digital Markets Act (DMA) und zielen darauf ab, dass Drittanbieter-KI-Assistenten künftig mit denselben Funktionen arbeiten können wie Googles eigene Plattform Gemini.

Gleiche Rechte für fremde KI-Assistenten

Die neuen Auflagen verlangen von Google, dass konkurrierende KI-Dienste dieselben Integrationsmöglichkeiten erhalten, die bislang Gemini auf Android-Geräten vorbehalten sind. Konkret geht es um den Zugriff auf Sprachaktivierungsfunktionen, die Fähigkeit, Aktionen über verschiedene Apps hinweg auszuführen, sowie den Zugang zu Gerätekontext und Hardware-Ressourcen.

Bis Juli 2027 muss Google diese Änderungen umgesetzt haben. Einige spezifische Anforderungen für den gleichberechtigten Zugriff auf Android-Berechtigungen sollen bereits bis zum 1. August 2027 erfüllt sein. EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen betonte, die Maßnahmen zielten darauf ab, echte Alternativen zu Googles dominierenden KI- und Suchprodukten zu schaffen – und zwar durch eine identische technische Ausgangsbasis für alle Wettbewerber.

Zwangsweise Datenweitergabe an Suchkonkurrenten

In einer zweiten, separaten Entscheidung ordnete die Kommission an, dass Google seine umfangreichen Suchdaten mit konkurrierenden Suchmaschinen und KI-Chatbots teilen muss. Die Idee dahinter: Drittanbieter sollen ihre eigenen Modelle mit echten Suchanfragen trainieren und verbessern können.

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Bereits ab Januar 2027 muss Google mit der Datenbereitstellung beginnen. Um Datenschutzbedenken auszuräumen, schreibt die EU eine Anonymisierung vor. Die Nutzer werden dabei in Gruppen von mindestens 1.000 Personen zusammengefasst, um eine Identifizierung Einzelner auszuschließen. Zudem unterliegt der Datenaustausch strengen Zulassungskriterien und jährlichen Prüfungen.

Sicherheitsbedenken und drohende Strafzahlungen

Google wehrt sich vehement gegen die Verfügungen. Das Unternehmen warnt, dass eine derart tiefe Integration für Drittanbieter-Apps erhebliche Sicherheits- und Datenschutzrisiken berge. Konzernvertreter, darunter Kent Walker, argumentieren, die Anordnungen könnten die Integrität des Android-Systems untergraben und neue Angriffspunkte für Nutzer schaffen.

Die EU hält dagegen: Die mehrstufigen Anonymisierungs- und Prüfverfahren böten ausreichenden Schutz. Wer gegen die DMA-Auflagen verstößt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Die Kommission kann Bußgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Branchenkreisen zufolge könnte Google zudem bereits in der kommenden Woche eine separate, nicht mit diesem Verfahren zusammenhängende Geldstrafe erhalten.

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Die Entscheidungen fallen in eine phase wachsender regulatorischer Spannungen. Während einige Tech-Konzerne ihre KI-Einführungen in Europa wegen der DMA-Anforderungen verzögert haben, trieb Google die Integration von Gemini weiter voran – eine Strategie, die die Wettbewerbshüter nun mit diesen Interoperabilitätsauflagen kontern.

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