Herz-Checks, Euro

dm plant Herz-Checks für 15–20 Euro: Ärzte sehen Risiken

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

dm will ab 2026 Herz-Kreislauf-Untersuchungen für 15 bis 20 Euro anbieten, während die Bundesärztekammer vor Qualitätsverlusten warnt.

dm plant Herz-Kreislauf-Checks und stößt auf Ärzteprotest
Medizinisches Diagnosegerät auf einer sterilen, weißen Oberfläche in einer hellen, klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Ausweitung von Gesundheitsdienstleistungen in den deutschen Einzelhandel stößt auf deutlichen Widerstand in der organisierten Ärzteschaft. Im Zentrum der aktuellen Auseinandersetzung stehen Pläne der Drogeriekette dm, die ihr Angebot um medizinische Vorsorgeuntersuchungen erweitern möchte.

Während das Unternehmen auf niedrigschwellige Angebote setzt, warnen Standesvertreter vor qualitativen Defiziten und einer Aufweichung medizinischer Standards.

Geplante Ausweitung des Dienstleistungsangebots bei dm

Die Drogeriemarktkette dm beabsichtigt, ihr Portfolio im Bereich der Gesundheitsvorsorge signifikant auszubauen. Konkret plant das Unternehmen die Einführung von Herz-Kreislauf-Checks, die Kundinnen und Kunden direkt in den Filialen in Anspruch nehmen können. Die Kosten für diese Untersuchungen sollen sich nach derzeitigen Planungen in einem Rahmen von 15 bis 20 Euro bewegen.

Der Startschuss für dieses neue Angebot ist für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 vorgesehen. Mit diesem Schritt positioniert sich der Einzelhändler verstärkt als Akteur in der primären Gesundheitsprävention und setzt auf die hohe Frequenz und Erreichbarkeit seiner Standorte.

Fachliche Bedenken der Bundesärztekammer

Gegen dieses Vorhaben regt sich massiver Protest seitens der Bundesärztekammer. Deren Präsident, Klaus Reinhardt, kritisierte die Pläne des Drogerieunternehmens scharf und zog eine klare Grenze zwischen Handel und Medizin. Nach Ansicht von Reinhardt habe medizinische Diagnostik in einer Drogerie grundsätzlich nichts verloren.

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Ein zentraler Kritikpunkt der Ärzteschaft betrifft die isolierte Erhebung von Gesundheitsdaten. Reinhardt betonte, dass Messwerte, wie sie bei den geplanten Herz-Kreislauf-Checks ermittelt werden, ohne eine professionelle ärztliche Anamnese nicht sinnvoll eingeordnet werden könnten.

Die Erfassung der Krankengeschichte und die persönliche Beratung seien essenzielle Bestandteile einer seriösen Diagnostik, die im Umfeld eines Drogeriemarktes nicht gewährleistet werden könnten.

Warnung vor einer Entprofessionalisierung

Über die konkrete fachliche Kritik hinaus sieht die Bundesärztekammer in dem Vorhaben eine gefährliche Tendenz für das gesamte Gesundheitswesen. Klaus Reinhardt sprach in diesem Zusammenhang von einer drohenden Entprofessionalisierung.

Wenn diagnostische Maßnahmen aus dem geschützten und qualitätsgesicherten Raum der ärztlichen Praxis in den kommerziellen Einzelhandel verlagert würden, gefährde dies nach Ansicht der Ärztevertreter die Qualität der medizinischen Versorgung.

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Die Debatte verdeutlicht den wachsenden Spannungsbereich zwischen der zunehmenden Kommerzialisierung von Gesundheitsleistungen und den traditionellen Strukturen der ärztlichen Vorsorge.

Während Anbieter wie dm auf einfache Zugänglichkeit und transparente Preise setzen, beharrt die Ärzteschaft auf der Notwendigkeit einer fachlich fundierten Einbettung diagnostischer Maßnahmen in den medizinischen Gesamtkontext.

Ob und in welcher Form die geplanten Checks ab dem Ende des Jahres 2026 tatsächlich flächendeckend angeboten werden, bleibt angesichts des massiven fachlichen Widerstands abzuwarten.

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