Digitalstudie 2026: Deutsche verbringen 5 Stunden weniger online
07.06.2026 - 19:50:05 | boerse-global.de
Das zeigt die aktuelle Postbank Digitalstudie 2026. Die Bürger verbringen im Schnitt 67 Stunden pro Woche online – fünf Stunden weniger als im Vorjahr.
Junge Generationen bremsen den digitalen Konsum
Besonders deutlich fällt der Rückgang bei den unter 40-Jährigen aus. In der Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen sank die wöchentliche Internetnutzung auf 31 Stunden. Das sind drei Stunden weniger als zuvor. Knapp ein Drittel dieser Zielgruppe will den digitalen Konsum künftig weiter einschränken.
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Der Rückzug betrifft vor allem soziale Medien und Messenger-Dienste. Die Nutzung von Messengern fiel um vier Prozentpunkte auf 77 Prozent. Soziale Netzwerke verloren sogar sieben Prozentpunkte und landeten bei 64 Prozent. Auch das Smartphone kommt seltener zum Einsatz: Die Nutzung sank um zwei Stunden auf knapp 24 Stunden pro Woche.
Urlaub ohne Social-Media-Druck
Parallel zur digitalen Reduktion verändert sich das Reiseverhalten. Eine Umfrage von YouGov und Omio zeigt: Soziale Medien taugen immer weniger als Inspirationsquelle für Reisen. Nur fünf Prozent der Befragten orientieren sich bei der Wahl ihrer Reiseziele an Online-Trends. 70 Prozent geben dagegen persönliche Interessen als Hauptgrund an.
Der Druck zur digitalen Dokumentation des Urlaubs sinkt ebenfalls. Rund 65 Prozent der Reisenden verspüren kein Bedürfnis, ihre Erlebnisse online zu teilen. Ein weiterer Trend: Statt einer großen Reise buchen immer mehr Menschen mehrere Kurztrips. Laut einer Untersuchung von Klarna bevorzugen 29 Prozent der Konsumenten diese Variante. Kurzfristige Buchungen und die Kombination von Geschäfts- und Privatreisen gewinnen an Bedeutung.
Schweigen, Wandern, Durchatmen
Die Nachfrage nach organisierten Auszeiten bleibt stabil. Verschiedene Anbieter verzeichnen seit Jahren ein kontinuierliches Interesse an Kleingruppen-Retreats. Das Programm „Wandern & Achtsamkeit“ bietet seit 14 Jahren Formate im Taunus, der Eifel oder in Bad Steben an. Für Oktober 2026 bis August 2027 sind bereits zahlreiche Termine für Schweigewanderungen und Meditationen gebucht. Die Gruppen umfassen acht bis 16 Personen.
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Auch Klöster werden als Rückzugsorte entdeckt. Im Kloster Niederalteich in Niederbayern ist für Mitte August 2026 ein Schweige- und Meditationsretreat geplant. Hatha Yoga und Atemübungen stehen auf dem Programm. Ergänzend gewinnen spezialisierte Gesundheitskurse an Bedeutung. Eine im Juni 2026 durchgeführte Darmkur im Wellness Natur Resort Gut Edermann verknüpft medizinisches Wissen mit Ernährungslehre.
KI als Helfer gegen die Informationsflut
Trotz des Trends zur Entschleunigung treibt die Softwarebranche Lösungen voran, die den digitalen Alltag effizienter machen sollen. Microsoft kündigte Anfang Juni 2026 KI-basierte Updates für Outlook an. Der Assistent „Copilot“ und der neue KI-Agent „Scout“ sollen E-Mails priorisieren, Termine koordinieren und vor Zeitengpässen warnen. Die Werkzeuge zielen darauf ab, die Informationsflut beherrschbar zu machen.
Wirtschaft fordert Tempo – Bürger wollen Ruhe
Im Gegensatz zum privaten Bedürfnis nach Ruhe stehen Forderungen aus der Wirtschaft nach mehr politischer Aktivität. Der Verband der Familienunternehmer forderte im Juni 2026 in einem Schreiben an die Regierungsfraktionen die Streichung der parlamentarischen Sommerpause. Um einen Reformstau zu verhindern, sollten wichtige Gesetze noch im August verabschiedet werden.
Die konträren Entwicklungen verdeutlichen das Spannungsfeld: Individueller Wunsch nach Entschleunigung trifft auf wirtschaftlichen Druck zur Beschleunigung von Entscheidungsprozessen.
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