Digitalisierung, Senioren

Digitalisierung für Senioren: Vietnam plant 50% Quote bis 2030

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Staaten und Unternehmen fördern gezielt die digitale Teilhabe älterer Menschen mit speziellen Geräten und Schulungen.

Weltweite Digitalisierungsoffensive für Senioren: Smartphones und Kurse
Ältere Person lernt Smartphone-Nutzung in heller, moderner Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Regierungen, Banken und Tech-Konzerne bauen ihre Angebote für ältere Menschen massiv aus. Von speziellen Senioren-Smartphones über staatliche Förderprogramme bis hin zu kostenlosen Computerkursen – die Digitalisierung der älteren Generation nimmt weltweit Fahrt auf.

Nationale Strategien: Vietnam als Vorreiter

Besonders ambitioniert zeigt sich Vietnam. Das Land hat eine nationale Digitalstrategie für Senioren verabschiedet: Bis 2030 sollen 50 Prozent der älteren Bevölkerung grundlegende digitale Fähigkeiten beherrschen, bis 2035 sogar 70 Prozent. Alle Mitarbeiter des staatlichen Seniorenverbands werden dafür geschult. Allerdings räumen die Behörden ein: Regionale Unterschiede und körperliche Einschränkungen bleiben große Hürden.

Parallel dazu startet die südkoreanische Finanzaufsicht (FSS) am 2. Oktober 2026 ein gezieltes Bildungsprogramm für Senioren. Der Fokus liegt auf digitaler Kompetenz, Betrugsprävention und Vermögenssicherung. Der Bedarf ist enorm: Nur 39 Prozent der älteren Südkoreaner kennen die Details der Pflegeversicherung, gerade einmal 60 Prozent verstehen die komplexen Regeln der Altersvorsorge.

Hardware für die ältere Generation: Das Senioren-Smartphone

Die Industrie reagiert auf die wachsende Nachfrage. Mitte Juli 2026 brachte der Spezialanbieter Emporia das „emporiaSmart.8“ auf den Markt – ein 5G-fähiges Smartphone, das speziell für Menschen ab 65 entwickelt wurde. Der Preis: 499 Euro. Um die Einstiegshürde zu senken, gibt es 60 Tage Geld-zurück-Garantie und im ersten Jahr einen kostenlosen Display-Austausch.

Deutschland investiert in Begegnungsstätten

Auch in Deutschland tut sich etwas. Die Dr. Heinrich Feuchter-Stiftung baut in Wuppertal ein neues Seniorenzentrum. Die Sozialstiftung Nordrhein-Westfalen hat dafür 225.100 Euro bewilligt – der Förderbescheid wurde am 20. Juli 2026 übergeben. Das Zentrum soll Anlaufstelle für digitale Hilfe und gesellschaftliche Teilhabe werden.

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Ländliche Regionen: Wenn die Studenten kommen

Besonders erfolgreich sind Programme, die direkt in die Gemeinden gehen. Die McKenna-Initiative der University of New Brunswick hat bereits über 300 Senioren in ländlichen Gebieten geschult. Elf Studenten bieten Workshops und Einzelberatungen an. Bis Ende Juli 2026 fanden 26 Kurse statt, bis August sollen es 50 sein.

Ähnliche Projekte laufen weltweit:

  • In Semey, Kasachstan bietet ein Bürgerzentrum seit März 2026 zweimal wöchentlich kostenlose Schulungen an. Über 100 Teilnehmer haben bereits gelernt, wie man E-Government-Portale und Apps nutzt.
  • In Niiza City, Japan leitet die erfahrene Trainerin Sato Hiroko am 24. und 25. Juli 2026 einen Kurs für Über-60-Jährige – Thema: Kommunikations-Apps.
  • Die Nord-Vancouver-Stadtbibliothek bietet regelmäßig Sprechstunden in Englisch und Farsi an, um Senioren bei der Bedienung ihrer Handys zu helfen.

Sicherheit im Netz: KI und Betrugsprävention

Mit der zunehmenden Digitalisierung wächst auch die Gefahr von Betrug. Im Banner Olive Branch Senior Center in Sun City West (Arizona) ist für den 11. August 2026 ein spezieller Vortrag über Künstliche Intelligenz geplant. In Regionen wie Dallas-Fort Worth und New Brunswick stehen Erkennung von Betrugsmaschen und Schutz vor digitalen Bedrohungen im Mittelpunkt der Kurse. Die Senioren lernen, wie sie sicher Online-Banking, Gesundheitsportale und Behördenseiten nutzen – ohne in die Fallen von Kriminellen zu tappen.

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