Digitaler, Euro

Digitaler Euro: Europaparlament stimmt am 23. Juni ab

17.06.2026 - 18:12:14 | boerse-global.de

Bargeldlose Zahlungen überholen Scheine und Münzen in Deutschland. Girocard und mobile Dienste treiben den Wandel an.

Deutschland: Bargeld verliert erstmals die Mehrheit bei Zahlungen
Digitaler - A hand holding a smartphone near a payment terminal in a store, symbolizing cashless transactions in Germany. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Erstmals hat Bargeld in Deutschland seine Vormachtstellung verloren. Im Jahr 2025 entfielen 55 Prozent aller Transaktionen auf bargeldlose Zahlungsmittel – ein historischer Wendepunkt im Land der Barzahler.

Die Bundesbank hat neue Daten zum Zahlungsverhalten der Deutschen vorgelegt. Die Untersuchung, die das vierte Quartal 2025 analysierte, zeigt einen klaren Trend: Kartenzahlungen und mobile Bezahldienste verdrängen zunehmend das Scheingeld. Noch 2023 lag Bargeld mit 51 Prozent knapp vorn. Zum Vergleich: 2008 waren es stolze 83 Prozent.

Girocard bleibt Spitzenreiter, mobiles Bezahlen boomt

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Unter den bargeldlosen Zahlungsmitteln bleibt die Girocard mit 26 Prozent aller Transaktionen das beliebteste Instrument. Das größte Wachstum verzeichnen jedoch mobile Zahlungsdienste wie Apple Pay oder Google Pay. Ihr Anteil stieg um vier Prozentpunkte auf nun zehn Prozent.

Betrachtet man nicht die Anzahl der Transaktionen, sondern den Umsatz, fällt das Bild noch deutlicher aus: Debitkarten erzielten 28 Prozent des gesamten Zahlungsvolumens. Bargeld und Überweisungen lagen jeweils bei 23 Prozent. Im Online-Handel dominieren Internet-Bezahlsysteme wie PayPal mit einer Nutzungsrate von 86 Prozent.

„Nur Bargeld“ wird zum Ärgernis

Die Digitalisierung des Bezahlens ist kein reiner Selbstläufer – sie wird von den Verbrauchern aktiv eingefordert. Eine Bitkom-Umfrage aus dem Frühjahr 2026 zeigt: 84 Prozent der Deutschen befürworten eine gesetzliche Pflicht für Händler, mindestens ein elektronisches Zahlungsmittel anzubieten. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 70 Prozent.

Die Befragung von 1.004 Teilnehmern ergab zudem, dass 82 Prozent der Deutschen seltener Bargeld nutzen als noch vor einigen Jahren. 66 Prozent fürchten, dass Bargeld irgendwann kaum noch einsetzbar sein könnte.

Trotz des Trends zur Digitalisierung bleibt die Verbundenheit zum Bargeld bestehen. Die Bundesbank stellte fest, dass 80 Prozent der Befragten die Möglichkeit zur Barzahlung weiterhin als wichtig erachten – vor allem aus Gründen des Datenschutzes und der Haushaltskontrolle.

Infrastruktur schrumpft – Hürden bleiben

Während die Nachfrage nach digitalen Bezahlmöglichkeiten steigt, wird die Infrastruktur für Bargeld ausgedünnt. Die Zahl der Geldautomaten in Deutschland sank von 57.000 im Jahr 2020 auf rund 50.000 im Jahr 2024. Die Folge: Nur noch 39 Prozent der Befragten empfinden den Zugang zu Bargeld als sehr einfach – 2023 waren es noch 47 Prozent.

Umgekehrt gibt es auch bei der Akzeptanz digitaler Zahlungen noch Lücken. Rund 25 Prozent der Verbraucher berichteten, dass sie mindestens einmal nicht mit Karte oder Smartphone zahlen konnten, weil der Händler diese Methoden nicht anbot. Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz betonte, dass die völlige Wahlfreiheit bei Zahlungsmitteln derzeit nicht für alle Verbraucher gegeben sei.

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Der digitale Euro rückt näher

Die europäischen Institutionen treiben die Digitalisierung des Finanzsystems weiter voran. Am 23. Juni 2026 stimmt ein Ausschuss des Europaparlaments über den rechtlichen Rahmen für den digitalen Euro ab. Bei einer Zustimmung ist die Einführung als gesetzliches Zahlungsmittel für das Jahr 2029 geplant. Der digitale Euro soll Bargeld ergänzen, nicht ersetzen.

Laut aktuellen Umfragen unterstützen 63 Prozent der Deutschen diese Initiative. Sie versprechen sich davon mehr Unabhängigkeit von nicht-europäischen Zahlungsdienstleistern.

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