Digitaler, Euro

Digitaler Euro: EU-Parlament ebnet Weg für 2029-Launch

24.06.2026 - 09:33:15 | boerse-global.de

EU-Parlament gibt grünes Licht für digitalen Euro. Girocard wird zur App, Advanzia startet Sofort-Kreditkarte. Bargeld verliert an Boden.

Digitaler Euro und Girocard: Revolution des Bezahlens ab 2027
Digitaler - Digital euro coins overlaid on a map of Germany and the EU, symbolizing digital payment solutions and financial innovation. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleich mehrere Entwicklungen deuten auf einen grundlegenden Wandel hin.

EU-Parlament ebnet Weg für digitalen Euro

Der Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) des Europaparlaments hat am 23. Juni 2026 grünes Licht für den rechtlichen Rahmen des digitalen Euro gegeben. Das Projekt, an dem die Europäische Zentralbank seit sechs Jahren arbeitet, soll die Abhängigkeit der EU von internationalen Zahlungsdienstleistern reduzieren. Der Hintergrund: Rund 61 Prozent aller Kartenzahlungen im Euroraum laufen derzeit über US-amerikanische Kreditkartenkonzerne.

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Der digitale Euro bleibt für Verbraucher kostenlos und soll Bargeld ergänzen – nicht ersetzen. Um die Finanzstabilität zu sichern, plant die EU-Kommission eine Obergrenze von 3.000 Euro für private Nutzer. Unternehmen dürfen die digitale Währung maximal 24 Stunden halten. Verzinst wird das Guthaben nicht. Eine Offline-Funktion soll Privatsphäre auf Bargeld-Niveau ermöglichen. Nach einer zweijährigen Testphase ab Mitte 2027 ist der vollständige Launch für 2029 vorgesehen.

Girocard wird digital: App-Zahlungen und Buchungsdienste

Das deutsche Girocard-System mit rund 100 Millionen Karten im Umlauf steht vor einem massiven Funktionsausbau. Ab Frühjahr 2027 soll die Girocard als In-App-Zahlungsmittel verfügbar sein. Geplant ist die Integration in die Payback-Plattform, zudem laufen Gespräche mit großen Lebensmittelhändlern über die Einbindung in deren Eigen-Apps.

Bereits Anfang 2027 kommen weitere Features: Hotel- und Mietwagenbuchungen direkt per Girocard. Auch die elektronische Altersverifikation wird ausgeweitet. Die physische Karte bleibt erhalten – und das ohne Kostensteigerung für die Nutzer. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) drängt darauf, den digitalen Euro in bestehende Systeme wie Girocard und die European Payments Initiative (EPI) zu integrieren.

Blitzschnelle Kreditkarten: Advanzia startet digital-first

Die Finanzbranche setzt auf Geschwindigkeit. Die Advanzia Bank hat am 24. Juni 2026 eine digitale Sofort-Kreditkarte auf dem deutschen Markt eingeführt. Kunden beantragen die Karte per Smartphone und erhalten innerhalb weniger Minuten eine funktionsfähige digitale Version. Diese lässt sich sofort mit Apple Pay und Google Pay nutzen.

Advanzia hält in Deutschland einen Marktanteil von 23 Prozent und zählt 1,6 Millionen aktive Kunden. Das Modell soll auf weitere europäische Märkte wie Österreich, Italien und Spanien ausgeweitet werden.

Der Trend ist klar: Bargeld verliert weiter an Boden

Die Entwicklung spiegelt einen grundlegenden Wandel wider. Laut Bundesbank machten bargeldlose Zahlungen 2023 bereits 52,3 Prozent aller Transaktionen aus – 2020 waren es noch 44 Prozent. Prognosen zufolge sollte die Marke von 60 Prozent bereits 2025 überschritten sein.

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EPI wächst: Wero kommt nach Österreich

Die European Payments Initiative baut ihr Netzwerk weiter aus. Am 22. Juni 2026 begrüßte EPI die Erste Bank Österreich als neuen Anteilseigner. Damit wird das Wero-Bezahlsystem in Österreich eingeführt. Wero bietet Person-zu-Person-Zahlungen (P2P) und ist seit 2024 in Deutschland, Frankreich und Belgien aktiv – mit 55 Millionen Nutzern.

Während Händlerzahlungen per Wero in Deutschland bereits Ende 2025 starteten, sollen Zahlungen am Point-of-Sale (POS) noch 2026 folgen. Bis 2027 ist zudem die Migration des niederländischen iDEAL-Systems geplant – ein weiterer Schritt zur Konsolidierung europäischer Zahlungsalternativen.

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