Digitaler Euro: Bewerbung für EZB-Pilottest bis 27. Oktober
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 03:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wie die Europäische Zentralbank (EZB) in einem Bericht vom 15. September 2026 mitteilte, ruft die Institution Händler aus den Bereichen E-Commerce und M-Commerce im Euroraum zur Teilnahme an einem Pilotprogramm für den digitalen Euro auf.
Der Testlauf soll über einen Zeitraum von 12 Monaten durchgeführt werden und ist für den Beginn der zweiten Jahreshälfte 2027 angesetzt. Ziel der Initiative ist die Erprobung der technischen Infrastruktur sowie der Nutzererfahrung in einem praxisnahen Umfeld.
Bewerbungsverfahren und Anforderungen für Unternehmen
Interessierte Online-Händler können sich laut EZB-Angaben bis zum 27. Oktober 2026 um 17:00 Uhr MEZ für die Teilnahme bewerben. Die Einreichung erfolgt per E-Mail an eine dedizierte Adresse der Zentralbank.
Um für das Programm infrage zu kommen, müssen die Unternehmen in der Europäischen Union ansässig sein und Kunden in mindestens 2 der 19 am Pilotprojekt beteiligten Länder bedienen. Vorab plant die EZB am 6. Oktober 2026 um 15:00 Uhr MEZ eine Informationsveranstaltung für interessierte Marktteilnehmer.
Die Teilnahme an dem Pilotprojekt ist für die Händler freiwillig und erfolgt ohne finanzielle Entschädigung durch die Zentralbank. Zu den Auswahlkriterien zählen laut Berichten unter anderem die Marktreichweite sowie die operative Bereitschaft der Bewerber. Erfolgreiche Teilnehmer müssen zudem eine formale Vereinbarung sowohl mit der EZB als auch mit einem der bereits ausgewählten Zahlungsdienstleister (Payment Service Providers, PSP) treffen.
Testumfang und technische Ausgestaltung
In der Erprobungsphase kommt ein sogenannter Beta-Digital-Euro zum Einsatz. Die EZB betont, dass diese Version während des Tests noch nicht den Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels innehat.
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Der Fokus des Piloten liegt auf der Prüfung von Prozessen, der technischen Stabilität und der Interaktion mit den Endnutzern. Das Testspektrum umfasst dabei verschiedene Zahlungsszenarien, darunter Online- und Mobiltransaktionen sowie Zahlungen im stationären Handel und zwischen Privatpersonen (P2P).
An dem großangelegten Projekt sind neben der EZB selbst auch 19 nationale Zentralbanken beteiligt. Auf Seiten der Zahlungsdienstleister wurden bereits im Vorfeld 36 Institute und Firmen als Partner für die Pilotphase benannt. Zu diesem Kreis gehören unter anderem die Deutsche Bank, Revolut, die CaixaBank, BNP Paribas sowie ING.
Rechtlicher Rahmen und wirtschaftliche Perspektive
Eine mögliche offizielle Ausgabe des digitalen Euros wird derzeit für das Jahr 2029 anvisiert. Dieser Zeitplan steht jedoch unter dem Vorbehalt der noch ausstehenden EU-Gesetzgebung sowie eines finalen Beschlusses durch den EZB-Rat. Das Europäische Parlament hat bereits im Juli den Weg für die sogenannten Trilog-Verhandlungen geebnet, die eine wesentliche Voraussetzung für die rechtliche Verankerung der digitalen Währung darstellen.
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Branchenexperten wie Isadora Arredondo von Hedera weisen darauf hin, dass die Akzeptanz seitens der Händler letztlich eine kommerzielle Entscheidung darstelle. Als wesentlicher Anreiz für Unternehmen könnten dabei potenziell niedrigere Transaktionsgebühren im Vergleich zu bestehenden Zahlungslösungen fungieren.
Die Ergebnisse des nun initiierten Pilotprogramms sollen dazu beitragen, die Anforderungen des Marktes besser in die finale Ausgestaltung des digitalen Euros zu integrieren.
