Digitaler Euro: 36 Zahlungsdienstleister starten Pilotphase 2027
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 05:20 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Darunter befinden sich mit der BAWAG und der Raiffeisen Bank International (RBI) zwei österreichische Geldhäuser. Das gaben die Währungshüter am Dienstag bekannt.
Testphase mit 16 Euroländern
Das Pilotprojekt startet in der zweiten Jahreshälfte 2027 und läuft über zwölf Monate. Die Auswahl fiel wettbewerblich aus: Mehr als 50 Bewerbungen gingen aus 16 Euroländern ein. Getestet wird eine Beta-Version der digitalen Währung, die zu diesem Zeitpunkt noch kein gesetzliches Zahlungsmittel sein wird.
Die Erprobung umfasst verschiedene Anwendungsszenarien – von Online-Transaktionen über Bezahlvorgänge im Geschäft bis hin zum E-Commerce. Sowohl auf EZB-Ebene als auch in 19 nationalen Notenbanken wird die Infrastruktur auf Herz und Nieren geprüft. EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone zeigte sich erfreut über das große Interesse: „Der Markt ist bereit, sich aktiv an der Entwicklung zu beteiligen."
Während die EZB den digitalen Euro testet, verändert die fortschreitende Digitalisierung die gesamte Finanzwelt bereits heute grundlegend. Dieser kostenlose Experten-Report enthüllt die größten Chancen im digitalen Finanzmarkt von Blockchain bis hin zu modernen Bezahlsystemen. Fintech, Blockchain & Co.: So nutzen clevere Anleger die neue Finanzrevolution für sich
Österreichische Banken mit unterschiedlichen Strategien
Die Teilnahme von BAWAG und RBI rückt den österreichischen Finanzsektor ins Zentrum der digitalen Transformation. Allerdings gehen die beiden Institute mit unterschiedlicher Überzeugung an das Projekt heran. Vertreter der RBI äußerten sich skeptisch zur Notwendigkeit des digitalen Euro und favorisieren private Initiativen wie Wero. Dennoch will die Bank die technische Ausgestaltung mitprägen – wohl wissend, dass die Einführung des digitalen Euro immer wahrscheinlicher wird.
Politische Unterstützung kommt aus dem Europaparlament. Die SPÖ-Abgeordnete Evelyn Regner betonte, der digitale Euro könne die Abhängigkeit Europas von nicht-europäischen Zahlungsdienstleistern verringern.
Internationale Tech-Giganten mit an Bord
Neben den österreichischen Instituten sind auch internationale Schwergewichte vertreten. Die Liste umfasst Deutsche Bank, UniCredit sowie spezialisierte Fintechs wie Adyen, Revolut, Stripe, SumUp und Worldline. Manche Unternehmen werden als Distributoren der digitalen Währung fungieren, andere kümmern sich um die Händleranbindung.
Klassische Banken und Zahlungswege verlieren durch technologische Innovationen rasant an Bedeutung für die moderne Vermögensanlage. Erfahren Sie in diesem neuen Gratis-Report, was Banken Ihnen über Krypto, DeFi und Mobile Payment oft verschweigen. Kostenlosen Überblick über die digitale Finanzwelt anfordern
EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellt klar: Der digitale Euro soll Bargeld ergänzen, nicht ersetzen. Ziel ist es, den europäischen Zahlungsverkehr zu modernisieren und die strategische Autonomie des Euroraums zu stärken – durch ein öffentliches Gegengewicht zu ausländischen Zahlungssystemen.
Frühester Start 2029
Trotz der Fortschritte bleibt ein flächendeckender Start noch in weiter Ferne. Die EZB rechnet mit einer frühestmöglichen Einführung im Jahr 2029. Voraussetzung sind der erfolgreiche Abschluss der Testphase, die Verabschiedung der notwendigen EU-Gesetze und ein formeller Beschluss des EZB-Rats.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
