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Digitale Hilfe für Senioren: Über 700 Ehrenamtliche beraten an 80 Orten

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kommunen, Verbände und Banken bieten älteren Menschen praktische Unterstützung bei digitalen Anwendungen und informieren über Betrugsgefahren.
Ein heller, einladender Gemeinschaftsraum mit Holztischen in einem Begegnungszentrum, durchflutet von natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die zunehmende Digitalisierung des Alltags stellt viele ältere Menschen vor praktische Herausforderungen. Von behördlichen Formularen über Fahrkarten bis hin zu Banküberweisungen verlagern sich immer mehr Dienstleistungen ins Internet.

Parallel dazu wächst das Risiko, Ziel von Cyberkriminalität oder Trickbetrug zu werden. Bundesweit setzen Kommunen, Seniorenvertretungen, Wohlfahrtsverbände und Kreditinstitute daher auf zielgerichtete Informationsangebote, um digitale Kompetenzen zu vermitteln und über Sicherheitsrisiken aufzuklären.

Niedrigschwellige Hilfe für den Umgang mit Smartphone und Internet

Zahlreiche Angebote konzentrieren sich darauf, Hemmschwellen bei der Bedienung alltäglicher Endgeräte abzubauen. Die Inforeihe „Digitales kurz und bündig“ des DigitalPakts Alter widmet sich in drei Ausgaben grundlegenden Fragen: der Nutzung von Browsern für den Netzzugang (Ausgabe 36), der individuellen Anpassung von Smartphones (Ausgabe 35) sowie dem digitalen Versand von Briefen und Paketen (Ausgabe 34).

Auf lokaler Ebene übernehmen häufig Ehrenamtliche die direkte Beratung. Im hessischen Projekt „Digital im Alter – Di@Lotsen“, für das in den Jahren 2026 und 2027 jeweils 100.000 Euro vorgesehen sind, engagieren sich hessenweit mehr als 700 geschulte Freiwillige an rund 80 Stützpunkten.

Am 22. Oktober 2026 erhielt der Nachbarschafttreff im KOCHs in Homberg (Efze) von Lynn Apelt die Urkunde als neuer Standort. Dort finden offene Sprechstunden jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat sowie monatliche Digital-Cafés statt.

Im Babenhäuser Bürgerzentrum Amtsgasse nahmen an einer Auftaktveranstaltung der Initiative 15 Teilnehmende – 14 Frauen und ein Mann – teil; künftig beraten dort zwei Fachkräfte alle zwei Wochen zu digitalen Geräten und Medienbetrug.

Ähnliche Sprechstunden bieten weitere Träger an:
- In Magdeburg organisiert der Malteser Hilfsdienst am 3., 10., 17. und 24. November 2026 jeweils vormittags Sprechstunden in der Seniorenresidenz „Vogelsang“ zu Themen wie E-Mails, Chats, Online-Banking und elektronischen Rezepten.
- Im Rathaus der Gemeinde Lauf (Schwarzwald) halten Daniel Ruff und Hannes Brunold am 6. und 20. November 2026 kostenlose Sprechstunden für mobile Geräte ab.
- Das Familienbüro Winsen (Luhe) veranstaltet am 7. November 2026 im Luhetreff die Handysprechstunde „Jung hilft Alt“.
- In Kaltental berät ein ehrenamtlicher Medienberater im Rathaus Aufkirch jeden letzten Dienstag im Monat Bürger zu Laptops, Tablets und Handys.
- Eine Fachtagung in Hannover widmete sich der Frage, wie ältere Menschen gezielt bei sozialen Medien, Online-Einkäufen und Banking-Anwendungen begleitet werden können.

Vermittlung von Kenntnissen zu mobilem Bezahlen und Online-Banking

Ein Schwerpunkt vieler Kurse liegt auf Finanzdienstleistungen. Die Volksbank Lüneburger Heide eG führt in Nenndorf, Winsen, Maschen und Buchholz zweistündige Workshops durch. Darin schulen bankeigene Begleiter Kleingruppen am eigenen Smartphone zu Sicherheitsaspekten des Online-Bankings, elektronischen Postfächern sowie dem europäischen Bezahlverfahren Wero.

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Der Seniorenbeirat der Stadt Kaarst setzt im November 2026 auf eine fünfteilige Reihe. Nach Terminen zur elektronischen Patientenakte bei der AOK Rheinland in Neuss (9. November) und zum Nahverkehr (13. November) thematisiert die Initiative am 17. November an der Volkshochschule sicheres Online-Banking mitsamt dem System Wero. Am 23. November folgt eine Einheit zum sicheren Online-Einkauf, bevor am 25. November digitale Angebote der Stadtverwaltung vorgestellt werden.

Prävention gegen Kriminalität im digitalen und analogen Raum

Neben technischen Fertigkeiten steht der Schutz vor Kriminalität im Vordergrund. Der Seniorenbeirat Walzbachtal klärt gemeinsam mit der Polizei über gefährliche E-Mail-Anhänge, betrügerische Internet-Links und den Datendiebstahl beim Online-Banking auf.

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Im Digitalcafé Schwerin referieren Fachleute am 5. November 2026 über Passkeys, Zwei-Faktor-Authentifizierung, Passwort-Manager sowie Telefonbetrug. Zu analogen und digitalen Gefahren veranstaltet die Kolpingsfamilie Ahrweiler am 17. November 2026 einen Informationsabend mit dem Sicherheitsberater Wolfram Knabe vom Weißen Ring.

Auch Betrugsformen abseits des Internets bleiben ein Thema. In Marl thematisiert Frank Böttcher vom Kommissariat für Kriminalprävention der Polizei Recklinghausen am 29. Oktober 2026 im Rahmen der Demenzwochen gängige Maschen von Trickbetrügern. In Ludwigshafen-Mundenheim informieren das Polizeipräsidium Rheinpfalz und die VR Bank am 2. November 2026 gemeinsam über Delikte wie den Enkeltrick, Schockanrufe und falsche Polizeibeamte.

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