Digitale, Gesundheit

Digitale Gesundheit: Bluttest erkennt Alzheimer mit 90% Genauigkeit

22.06.2026 - 05:32:13 | boerse-global.de

KI-gestützte Chirurgie, die elektronische Patientenakte und DiGA verändern die medizinische Versorgung. Neue Partnerschaften treiben die Forschung voran.

Digitalisierung im Gesundheitswesen: KI, ePA und Apps auf Rezept
Digitale - Ein Roboterarm unterstützt bei einer Operation in einem futuristischen Operationssaal mit einem Chirurgen, der digitale Daten überprüft. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

KI-gestützte Diagnosen, Robotik in der Chirurgie und die elektronische Patientenakte verändern die medizinische Versorgung grundlegend.

KI und Roboter: Neue Ära in der Chirurgie

Am Else Kröner Fresenius Zentrum für Digitale Gesundheit (EKFZ) in Dresden arbeiten Forscher daran, KI und Robotersysteme in den Klinikalltag zu integrieren. „KI-gestützte Verfahren und die Roboterchirurgie halten zunehmend Einzug in das Gesundheitswesen“, sagt Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät der TU Dresden.

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Der Fokus liegt auf onkologischen, neurologischen, psychischen und metabolischen Erkrankungen. Ein Beispiel für den Nachwuchs in diesem Bereich: Fiona Kolbinger erhielt 2026 den Jung-Karriere-Förderpreis. Die 210.000 Euro fließen in ihre Arbeit an KI-Systemen für die Krebschirurgie.

Trotz aller Technik bleiben ärztliche Kernaufgaben zentral. Ethik, Kommunikation und die Gesamtverantwortung – das übernimmt weiterhin der Mensch. Schon 2022 richtete Dresden eine bundesweit einzigartige Professur für Medical Device Regulatory Science ein.

ePA: Datenschatz mit Hürden

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) treibt die Digitalisierung mit dem Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) voran. Kritiker warnen: Der Entwurf könnte Krankenkassen und Pharmaindustrie den Zugriff auf Gesundheitsdaten erleichtern.

Seit Februar 2025 wird die elektronische Patientenakte (ePA) automatisch für alle gesetzlich Versicherten angelegt – es sei denn, sie widersprechen. Diagnosen, Medikationspläne und Laborbefunde sind dort gebündelt. Die ePA soll Ärzte, Apotheken und Kliniken besser vernetzen.

Die Akzeptanz in Europa? Noch ausbaufähig. Nur 28 Prozent der EU-Bürger nutzen derzeit eine elektronische Patientenakte, zeigt ein Webinar vom Juni 2026.

Apps auf Rezept: Boom mit Schattenseiten

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind ein wachsender Markt. 2024 erhielten über eine Million Patienten solche Apps per Rezept. 861.053 Freischaltcodes wurden aktiviert. Die Schwerpunkte: psychische Erkrankungen sowie Stoffwechsel- und Muskel-Skelett-Probleme.

Doch der GKV-Spitzenverband kritisiert die Preisgestaltung. Im ersten Jahr nach Markteinführung kostete eine DiGA im Schnitt 541 Euro. Branchenvertreter fordern Reformen: Nutzennachweise vor der Listung beim BfArM und verhandelte Preise ab Jahr eins. Von 68 gelisteten Apps sind nur 12 dauerhaft im Verzeichnis.

Bluttests und KI: Früh erkennen, besser behandeln

Ein neuer Bluttest zur Alzheimer-Früherkennung erhielt im Frühjahr 2026 die CE-Kennzeichnung. Die Genauigkeit? Über 90 Prozent. Auch KI-basierte Bluttests aus der Forschung erreichen ähnliche Werte. Parallel untersuchen Studien, ob Medikamente wie SGLT2-Inhibitoren und GLP-1 das Alzheimer-Risiko senken.

In der Pharmaforschung setzen Unternehmen auf biomolekulare KI-Modelle. Im Juni 2026 gaben Boltz PBC und Takeda eine Partnerschaft bekannt. Ziel: KI für Moleküldesign und Strukturvorhersage nutzen. Solche Kooperationen sollen die Wirkstoffentwicklung beschleunigen.

Global vernetzt, aber sicher?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) koordiniert die internationale Digitalisierung im Gesundheitswesen. Beim dritten Global Convening der Global Initiative on Digital Health (GIDH) im Juni 2026 in Genf diskutierten Experten über digitale Grundlagen für resilientere Systeme.

Gleichzeitig wächst der Druck auf die IT-Sicherheit. Konferenzen im Juni 2026 thematisieren die Umsetzung von NIS2 und dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG). Die Herausforderung: sensible Daten zwischen Krankenhäusern, Apotheken und Versicherern schützen – trotz zunehmender Vernetzung.

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Eine Umfrage unter medizinischem Personal zeigt: Neben den Kosten bremst vor allem die Bürokratie die Einführung neuer digitaler Systeme.

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