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Digitale Gesundheit: 91% der Senioren kämpfen mit Hürden

29.05.2026 - 07:09:48 | boerse-global.de

CVS-Studie zeigt massive Hürden für über 65-Jährige bei digitalen Gesundheitsdiensten. Weltweite Initiativen sollen die Lücke schließen.

Digitale Gesundheit: 91% der Senioren kämpfen mit Hürden - Foto: über boerse-global.de
Digitale Gesundheit: 91% der Senioren kämpfen mit Hürden - Foto: über boerse-global.de

Eine neue Studie zeigt: 91 Prozent der über 65-Jährigen kämpfen mit digitaler Gesundheitsversorgung. Das Interesse ist riesig, die Umsetzung stockt.

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens schreitet weltweit voran – doch ein Großteil der älteren Bevölkerung wird dabei abgehängt. Das belegt eine aktuelle Untersuchung von CVS Health aus dem Mai 2026. Demnach sehen sich 91 Prozent der US-Senioren ab 65 Jahren mit mindestens einer Hürde im Umgang mit digitalen Gesundheitsangeboten konfrontiert. Die Folgen sind gravierend: 56 Prozent der Befragten geben an, dass diese Schwierigkeiten ihre Gesundheitsversorgung negativ beeinflussen.

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Zwischen Wollen und Können klafft eine Lücke

Die größten Hindernisse sind unübersichtliche Patientenportale, berechtigte Sorgen um den Datenschutz, veraltete Endgeräte und unzuverlässige Internetverbindungen. Dabei ist der Wille durchaus vorhanden: 86 Prozent der Senioren zeigen sich offen für digitale Gesundheitslösungen. Die tatsächliche Nutzung bleibt jedoch weit dahinter zurück. Nur 42 Prozent der über 65-Jährigen verwenden Patientenportale – zum Vergleich: In der Altersgruppe ab 50 Jahren sind es 61 Prozent. Branchenexperten warnen: Diese Lücke führt zu verzögerten Behandlungen und häufigeren verpassten Arztterminen.

Weltweite Initiativen gegen den digitalen Graben

Regierungen und Organisationen reagieren mit gezielten Programmen. In Griechenland startete kürzlich die Initiative „Digital Empowerment“. Sie soll 6.500 Bürger über 65 Jahre sowie Menschen mit Behinderungen unterstützen. Über 194 spezielle Anlaufstellen – davon 120 in Senioreneinrichtungen – vermitteln grundlegende Fähigkeiten: von Behördengängen übers Internet bis hin zu Einkäufen und sozialen Medien.

China geht noch einen Schritt weiter. Dort waren im Juni 2025 bereits 161 Millionen Internetnutzer über 60 Jahre alt. Die Initiative „See Young“ hat in 15 Jahren 15.000 kostenlose Schulungen durchgeführt. Mehr als 20.000 Freiwillige von über 100 Universitäten erreichen damit 500 Wohngebiete im ganzen Land.

In Brasilien schloss das CPDI am 27. Mai 2026 in Florianópolis die Kurse „Eu sou um 60+ conectado“ ab. 60 Senioren lernten den sicheren Umgang mit Smartphones und das Erkennen von Internetgefahren. Die Dringlichkeit solcher Maßnahmen zeigt eine alarmierende Zahl: 82 Prozent der Senioren in São Paulo wurden bereits Opfer von Betrugsversuchen. Gleichzeitig stieg KI-gestützte Desinformation zwischen 2024 und 2025 um 300 Prozent.

Sicherheit wird zur Schlüsselkompetenz

Cybersicherheit rückt zunehmend in den Fokus der Seniorenbildung. In Thailand veranstalteten das Central Investigation Bureau und die Thai Health Promotion Foundation am 27. Mai 2026 ein „Cyber Smart“-Event für 250 Senioren in Hua Hin. Hintergrund sind rund 342.000 registrierte Online-Betrugsfälle zwischen Januar 2025 und Januar 2026 mit erheblichen finanziellen Schäden.

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Auch in Deutschland wird das Thema aufgegriffen. Am 18. Juni 2026 findet in Groß-Gerau ein Vortrag über Cyberkriminalität statt. Experten des Polizeipräsidiums Südhessen geben Tipps für sicheres Online-Banking und Shopping. Bereits am 1. Juni 2026 bietet eine digitale Sprechstunde für Senioren in Lambrecht Hilfe an – geleitet von Gemeindeschwestern und digitalen Lotsen.

Lokale Hilfe und generationenübergreifender Austausch

Die Innovation kommt auch von unten. In Australiens Illawarra-Region gründete sich im Frühjahr 2026 der Dienst „Digital Care Services Australia“. Das Angebot hilft Familien bei der Verwaltung digitaler Nachlässe, Cloud-Backups und Notfallplanung. Die Nachfrage ist enorm: In den ersten sechs Wochen war der Service durchgehend ausgebucht.

Generationenübergreifende Projekte erweisen sich als besonders erfolgreich. Im Frühjahr 2026 veranstaltete die Sedro-Woolley High School in den USA ein „Ageless Intelligence“-Event. Teenager brachten Senioren Künstliche Intelligenz und Medienkompetenz bei. Im Gegenzug lernten die Jugendlichen praktische Lebensfertigkeiten wie Reifenwechsel oder Tierrettung.

Am heutigen Freitag besuchte eine Seniorengruppe aus Österreich das „Haus der Digitalisierung“ in Tulln. In Workshops erkundeten sie Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz. Die Einrichtung setzt ihre Arbeit am Samstag mit Führungen zu digitalen Zukunftstechnologien fort.

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