Digitale Auszeit im Urlaub: Über 65-Jährige planen längere Pausen
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 07:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der modernen Arbeits- und Lebenswelt hat die ständige Erreichbarkeit einen hohen Stellenwert eingenommen. Aktuelle Daten von Bitkom Research, veröffentlicht am 14. August 2026, zeigen jedoch einen Trend zur bewussten Abkehr von digitalen Medien während der Ferienzeit.
Demnach planen 22 % der Sommerurlauber in Deutschland in diesem Jahr eine sogenannte digitale Auszeit (Digital Detox). Dabei verzichten die Betroffenen zeitweise vollständig auf die Nutzung von Smartphones, Tablets oder Computern, um eine stärkere Erholung zu forcieren.
Repräsentative Erhebung zum Urlaubsverhalten
Die vorliegenden Erkenntnisse basieren auf einer repräsentativen Befragung, die im Frühjahr 2026 durchgeführt wurde. In der Kalenderwoche 17 bis 21 wurden insgesamt 1.004 Personen ab 16 Jahren interviewt.
Von diesen gaben 638 Personen an, in diesem Jahr einen Sommerurlaub zu absolvieren. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Thema Digital Detox zwar in der Breite der Gesellschaft angekommen ist, die Umsetzung in der Praxis jedoch oft auf kurze Zeiträume begrenzt bleibt.
Im Durchschnitt planen die Befragten eine digitale Abstinenz von knapp drei Tagen. Ein Blick auf die Verteilung der geplanten Zeiträume zeigt, dass für die Mehrheit nur eine kurzfristige Unterbrechung der digitalen Gewohnheiten infrage kommt.
So beabsichtigen 13 % der Sommerurlauber, lediglich für einen einzigen Tag auf digitale Endgeräte zu verzichten. Weitere 5 % planen eine Auszeit über mehrere Tage, während nur 3 % eine komplette Woche ohne digitale Medien anstreben. Lediglich 1 % der Reisenden gab an, länger als eine Woche auf die Nutzung entsprechender Technik verzichten zu wollen.
Demografische Unterschiede und Ambitionen der Altersgruppen
Bei der Analyse der demografischen Daten fallen deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen auf. Entgegen der häufigen Annahme, dass vor allem jüngere Generationen eine stärkere Affinität zu digitalen Pausen entwickeln, zeigt die Untersuchung ein anderes Bild. Unter den 16- bis 29-Jährigen planen lediglich 17 % eine digitale Auszeit, wobei die angestrebte Dauer im Durchschnitt bei zwei Tagen liegt.
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Im Gegensatz dazu erweisen sich ältere Urlauber als deutlich ambitionierter in ihrem Vorhaben, die ständige Vernetzung zu unterbrechen. In der Altersgruppe ab 65 Jahren planen 32 % einen Digital Detox.
Auch die geplante Dauer ist mit durchschnittlich drei Tagen höher als bei den jüngeren Befragten. Diese Diskrepanz lässt darauf schließen, dass die Motivation zur digitalen Enthaltsamkeit mit steigendem Alter zunimmt oder das Bedürfnis nach analoger Erholung in dieser Gruppe stärker ausgeprägt ist.
Hinsichtlich der Geschlechterverteilung zeigen sich hingegen kaum Differenzen. Während 22 % der Männer eine digitale Auszeit planen und dabei eine Dauer von durchschnittlich drei Tagen anvisieren, liegt der Anteil bei den Frauen mit 23 % geringfügig höher. Frauen planen jedoch mit durchschnittlich zwei Tagen eine etwas kürzere Abstinenzphase als ihre männlichen Mitstreiter.
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Trotz der Absichtserklärungen stellt die konsequente Umsetzung einer digitalen Auszeit für viele Urlauber eine Herausforderung dar. Die Ergebnisse der Marktforscher legen nahe, dass die digitale Erreichbarkeit auch im privaten Kontext tief verwurzelt ist. Um den Übergang in die analoger Erholungsphase zu erleichtern, verweisen Fachleute auf verschiedene Strategien.
Daniela Holsboer, eine Expertin für diesen Bereich, gibt in diesem Zusammenhang Empfehlungen für die Gestaltung der digitalen Auszeit. Ziel solcher Maßnahmen ist es, den Stresspegel zu senken und die Qualität der Erholung zu steigern.
Da ein Großteil der Urlauber jedoch nur einen einzigen Tag für den Verzicht einplant, bleibt die nachhaltige Wirkung solcher Kurzzeit-Auszeiten ein Thema für weitere Beobachtungen im Bereich der Gesundheits- und Tourismusforschung.
Die Daten von Bitkom Research unterstreichen insgesamt, dass das Bewusstsein für die Notwendigkeit digitaler Pausen vorhanden ist, die konsequente Trennung vom digitalen Alltag jedoch für die meisten Reisenden eine Ausnahmeerscheinung bleibt.
