Digitalbetrug: Neuseeland blockiert 23.000 Domains in Pilotphase
10.06.2026 - 05:34:23 | boerse-global.de
Handelsminister Cameron Brewer stellte heute ein umfassendes Maßnahmenpaket vor, das die Bürger besser vor digitalen Betrugsmaschen schützen soll.
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Neue Regeln für Tech-Konzerne und Banken
Im Zentrum der Initiative steht die Ausweitung des sogenannten Confirmation-of-Payee-Systems. Bisher nur bei traditionellen Banken im Einsatz, müssen künftig auch Fintechs und andere Nichtbanken die Identität von Zahlungsempfängern prüfen. Das System gleicht den eingegebenen Namen des Kontoinhabers mit den tatsächlichen Daten ab – eine wirksame Waffe gegen manipulierte Überweisungen.
Parallel dazu verpflichten sich große Digitalplattformen zu mehr Eigenverantwortung. Google, Meta und TikTok haben den neuen „New Zealand Online Scams Code“ unterzeichnet. Ergänzend wird der bestehende Verhaltenskodex der Telekommunikationsbranche überarbeitet, um betrügerische Anrufe und SMS bereits auf Netzebene zu blockieren.
Die Regierung treibt zudem Änderungen am Fair Trading Act voran. Ziel ist es, betrügerische Inhalte schneller von Online-Plattformen entfernen zu können, sobald sie identifiziert wurden.
Pilotprojekt zeigt beeindruckende Erfolge
Die neuen Maßnahmen stützen sich auf ein erfolgreiches Pilotprogramm. Innerhalb von sechs Monaten blockierten die Behörden mehr als 23.000 schadhafte Domains. Die Aktion verhinderte nach Regierungsangaben Schäden in Höhe von umgerechnet rund 13,5 Millionen Euro für neuseeländische Verbraucher und Unternehmen.
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Strengere Auflagen für Online-Glücksspiel
Bereits gestern veröffentlichte die Regierung die Ausführungsbestimmungen zum Online Casino Gambling Act 2026. Die neuen Regeln treten am 3. Juli in Kraft und stellen strenge Anforderungen an Betreiber:
- Spieler müssen tägliche, wöchentliche oder monatliche Einzahlungslimits festlegen
- Vor jeder Erhöhung des Limits gilt eine 24-stündige Wartezeit
- Nach 60 Minuten Dauerzocken ist eine fünfminütige Pause Pflicht
- Die Nutzung von Kreditprodukten zum Spielen ist verboten
Die Regierung vergibt maximal 15 Lizenzen in einem Wettbewerbsverfahren. Betreiber zahlen eine vierteljährliche Abgabe von 3,5 Prozent auf ihre Gewinne sowie eine einmalige Interessensbekundungsgebühr von umgerechnet rund 17.500 Euro. Werbung für Glücksspiel ist künftig innerhalb von 30 Minuten vor und nach Live-Übertragungen tabu, zudem sind Empfehlungen oder Anreize zum Spielen untersagt.
Das Bündel aus schärferen Regeln für Finanzdienstleister, Digitalplattformen und die Glücksspielbranche macht Neuseeland zum Vorreiter im Kampf gegen digitale Finanzkriminalität – ein Modell, das auch in Europa und Deutschland aufmerksam beobachtet werden dürfte.
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