Digital-Detox, Verbesserungen

Digital-Detox: 91% zeigen messbare Verbesserungen bei Konzentration

04.06.2026 - 22:23:24 | boerse-global.de

NIANCE baut Longevity-Geschäft aus, während Experten vor übertriebenem Hype warnen. Digital-Detox und KI-Nutzung prägen den Gesundheitsmarkt.

NIANCE expandiert: Longevity-Boom trifft auf Expertenkritik
Digital-Detox - Eine Person meditiert in einer ruhigen Umgebung, umgeben von sanften, abstrakten Lichtern, die digitale Technologie symbolisieren. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleichzeitig entdecken immer mehr Menschen die Vorteile des Digital-Detox.

Luxus trifft Langlebigkeit

Die Schweizer Luxus-Beauty-Marke NIANCE baut ihr Geschäft aus. Im Juni gab das Unternehmen bekannt, sein Angebot zu einem globalen System für Schönheit und Longevity zu erweitern. Mit Standorten in Zürich, Shanghai und Zypern kombiniert NIANCE nun Hautpflege, Nahrungsergänzungsmittel und Diagnostik. Unterstützt wird die Expansion unter anderem von Investorin Natalia Vodianova.

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Auch spezialisierte Veranstaltungsformate boomen. Bereits Anfang 2026 fand im RETTER Bio-Natur-Resort ein Gesundheits-Summit statt. Organisiert in Kooperation mit dem Kneiff Verlag Wien, brachte er Experten aus Medizin und Wissenschaft zusammen. Ein Nachfolge-Event ist für Januar 2027 geplant.

Kritik am Hype

Doch nicht alle sind begeistert. Prof. Dominik Pförringer warnte im Juni vor den Gefahren eines unkontrollierten Longevity-Booms. Sein Argument: Wer sich ausgewogen ernährt, braucht meist keine Nahrungsergänzungsmittel. Zudem bergen Ganzkörper-MRTs bei Gesunden das Risiko von Zufallsbefunden, die unnötige Verunsicherung auslösen. Statt technischem Biohacking empfiehlt er den Fokus auf die allgemeine Lebensqualität.

Mentale Gesundheit im KI-Zeitalter

Die psychische Gesundheit bleibt ein zentrales Thema. Laut dem AXA Mind Health Report 2026 leidet jede vierte Person in der Schweiz unter psychischen Problemen. Besonders betroffen sind junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren.

Überraschend: Viele setzen auf KI-Unterstützung. Rund 63 Prozent der Befragten nutzen Tools wie ChatGPT für psychische Belange. Doch die Zufriedenheit ist gering: 45 Prozent sind mit den Antworten unzufrieden. Trotzdem vertrauen 38 Prozent der KI mehr als medizinischem Fachpersonal.

Millionen für HealthTech

In diesem Umfeld konnte das Londoner Unternehmen JAAQ eine Serie-A-Finanzierungsrunde über 15 Millionen Euro abschließen. Die Plattform verknüpft klinische Inhalte mit KI. Unter dem neuen CEO Alex Packham plant JAAQ nun die Expansion in die USA.

Digital-Detox im Trend

Die Deutschen verbringen weniger Zeit online. Das zeigt die Postbank Digitalstudie 2026. Die durchschnittliche Online-Zeit sank um fünf Stunden auf 67,4 Stunden pro Woche. Besonders deutlich ist der Rückgang bei den unter 40-Jährigen: Ihre Social-Media-Nutzung fiel von 71 auf 64 Prozent.

Paradoxerweise treibt ausgerechnet die Nutzung von KI-Tools den Wunsch, weniger online zu sein. Wer viel mit KI arbeitet, sehnt sich offenbar nach mehr Offline-Zeit.

Die zehn Jahre jüngere Konzentration

Eine Studie im Fachjournal PNAS bestätigt den Trend. 467 Probanden verzichteten zwei Wochen auf mobiles Internet. Das Ergebnis: 91 Prozent zeigten signifikante Verbesserungen bei Aufmerksamkeit und psychischer Gesundheit. Der Gewinn an Konzentrationsfähigkeit entsprach laut Forschern einer Verjüngung des Gehirns um zehn Jahre.

Skepsis gegenüber Wearables

Gleichzeitig wächst die Kritik an Fitnessuhren und Smartwatches. Eine Untersuchung der Universität Leiden an 800 jungen Erwachsenen zeigt: Die Korrelation zwischen algorithmisch ermittelten Stress-Scores und tatsächlich gefühltem Stress liegt nahe bei null. Experten warnen vor „Orthosomnie“ – einem Stresszustand, der durch die ständige Überwachung biometrischer Daten ausgelöst wird.

Wohlbefinden neu definiert

Ein internationales Forschungsteam hat psychisches Wohlbefinden neu definiert. In der Fachzeitschrift Nature Mental Health identifizierten 122 Experten sechs Kernfaktoren: Sinnhaftigkeit, Lebenszufriedenheit, Selbstakzeptanz, soziale Verbundenheit, Autonomie und Glück. Äußere Faktoren wie Einkommen haben zwar Einfluss, definieren Wohlbefinden aber nicht allein.

Kritik am Self-Care-Trend

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Einsamkeitsforscher Dr. Janosch Schobin warnt vor einem übersteigerten Fokus auf Self-Care. Seiner Ansicht nach fördert dieser Trend die soziale Isolation und schadet langfristig gesellschaftlichen Strukturen.

Apotheken als neue erste Anlaufstelle

Auch institutionell verändert sich das Gesundheitswesen. Die elektronische Patientenakte (ePA) läuft seit Januar 2025 im Opt-out-Verfahren. Die Standesvertretung der Apotheker (Abda) strebt nun eine deutliche Kompetenzerweiterung an. Ab 2027 sollen Apotheken verstärkt Impfungen, Blutentnahmen und ein erweitertes Medikationsmanagement übernehmen – als erste Anlaufstelle im Gesundheitswesen.

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