Diabetesmittel senken Krebsrisiko: 30% weniger Brustkrebs bei GLP-1
11.06.2026 - 20:24:45 | boerse-global.de
Forscher der University of Pennsylvania werteten Daten von über 111.000 Frauen aus. Das Ergebnis: Anwenderinnen von GLP-1-Präparaten hatten ein 30 Prozent geringeres Risiko für Brustkrebs. Die Studie erschien im Juni im Fachjournal JCO Oncology Practice.
Sechs von sieben Krebsarten betroffen
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Auf dem Krebskongress ASCO 2026 präsentierten Wissenschaftler weitere Daten. Demnach senken GLP-1-Medikamente das Risiko bei sechs von sieben untersuchten Krebsarten – darunter Brust-, Leber-, Darm- und Lungenkrebs. Die Forscher vermuten eine entzündungshemmende Wirkung, die über den reinen Gewichtsverlust hinausgeht. Randomisierte klinische Studien sollen die Ergebnisse nun absichern.
Weniger Metastasen, niedrigere Sterblichkeit
Die Wirkstoffe bremsen offenbar auch die Ausbreitung von Tumoren. Bei Lungenkrebs-Patienten unter GLP-1-Therapie schritt die Erkrankung nur in 10 Prozent der Fälle zum fortgeschrittenen Stadium IV fort. In der Vergleichsgruppe lag der Wert bei 22,3 Prozent. Grundlage ist eine Studie mit über 10.000 Patienten.
Auch die Sterblichkeitsraten sinken. Analysen des New York Medical College zeigen ein um 32 Prozent geringeres Sterberisiko bei fortgeschrittenem Darmkrebs. Eine Untersuchung von Atrium Health Levine Cancer mit rund 4.800 Patienten ergab ein um 18 Prozent reduziertes Sterberisiko während einer Chemotherapie – wenn begleitend GLP-1-Präparate eingesetzt wurden. Fachleute betonen jedoch: Bisher handelt es sich um Beobachtungsstudien.
Muskelschwund bleibt Problem
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Trotz der positiven Signale kämpfen viele Patienten mit Muskelabbau. Eine Studie in Nature Medicine vom 8. Juni 2026 liefert neue Ansätze. 102 Erwachsene testeten den Antikörper Apitegromab in Kombination mit dem Wirkstoff Tirzepatid. Der Antikörper reduzierte den Verlust an Magermasse um 55 Prozent. Die Placebo-Gruppe verlor 3,5 Kilogramm Magermasse, die Kombinationsgruppe nur 1,6 Kilogramm. Ein direkter Vorteil bei der Muskelkraft ließ sich noch nicht nachweisen.
Nächste Wirkstoff-Generation in Sicht
Pharmaunternehmen arbeiten bereits an neuen Präparaten. Der Wirkstoff Survodutid erzielte in Phase-III-Studien eine Gewichtsreduktion von bis zu 16,6 Prozent und senkte den Leberfettanteil deutlich. Die Kehrseite: Gastrointestinale Nebenwirkungen führten bei 19 Prozent der Teilnehmer zum Abbruch. Die Forschung konzentriert sich nun auf Kombinationstherapien, die Nebenwirkungen minimieren und die präventiven Effekte maximieren.
