Diabetes, Bluthochdruck

Diabetes und Bluthochdruck: 70% der Nierenversagen-Patienten betroffen

09.06.2026 - 05:25:09 | boerse-global.de

Studien belegen massiv erhöhtes Nierenversagen-Risiko durch Diabetes und Bluthochdruck. Neue Erkenntnisse zu Blutdruckmedikamenten und Früherkennungsmethoden vorgestellt.

Diabetes und Bluthochdruck: Neues zu Nierenrisiken und Früherkennung
Diabetes - Ein detailliertes Modell einer menschlichen Niere mit leuchtenden Linien, die Stoffwechselwege und Blutgefäße darstellen, im Vordergrund von verschwommenen medizinischen Diagrammen. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien aus dem Juni 2026 zeigen: Rund 70 Prozent der Patienten mit Nierenversagen leiden gleichzeitig an beiden Erkrankungen. Typ-2-Diabetes gilt dabei als häufigste Ursache für chronisches Nierenversagen, Bluthochdruck ist für etwa 30 Prozent der Fälle verantwortlich.

Immer mehr junge Erwachsene betroffen

Besorgniserregend ist ein Trend zu Erkrankungen in jüngeren Altersgruppen zwischen 20 und 40 Jahren. Als Hauptfaktoren nennen Mediziner des Hoan My Cuu Long Krankenhauses Stress, Bewegungsmangel, Fehlernährung und Medikamentenmissbrauch. Zur Früherkennung empfehlen Experten regelmäßige Blut- und Urintests im Abstand von sechs bis zwölf Monaten.

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Risiko durch Blutdruckmedikamente?

Auf dem 63. Kongress der European Renal Association in Glasgow stellten Forscher im Juni 2026 neue Erkenntnisse vor. Die Analyse von Daten von 31.041 Erwachsenen aus den Jahren 2016 bis 2021 deutet auf ein erhöhtes Risiko hin: Die zusätzliche Einnahme von Dihydropyridin-Calciumkanalblockern (DCCB) könnte mit einem um 33 Prozent höheren Risiko für schwere Nierenereignisse verbunden sein.

Die Studie bezog sich auf Patienten, die bereits mit Standardtherapien behandelt wurden. Innerhalb von 3,5 Jahren traten 482 schwere Nierenereignisse und 2.066 Todesfälle auf. Fachleute betonen: Die Ergebnisse sind noch nicht peer-reviewed, weitere Forschung ist nötig.

Diabetes schädigt auch das Herz

Rund 11 Millionen Menschen in Deutschland haben laut Deutscher Herzstiftung eine Diabetes-Diagnose. Die Erkrankung begünstigt Vorhofflimmern, unter dem bundesweit 1,5 bis 2 Millionen Menschen leiden. Kombinieren sich Diabetes und Vorhofflimmern, steigt das Risiko für einen vorzeitigen Tod um 61 Prozent.

Forschende des Berlin Institute of Health in der Charité und der Queen Mary University of London entwickelten ein neues Modell namens OBSCORE. Es sagt 18 adipositasbedingte Komplikationen präziser vorher als der BMI allein. Die in Nature Medicine veröffentlichte Methode basiert auf 20 Gesundheitsfragen und Bluttests und wurde an Daten von rund 200.000 Personen erprobt.

Früherkennung durch Screening-Programme

Groß angelegte Initiativen unterstreichen die Bedeutung von Screenings. Im Juni 2026 untersuchte das CAREME-Programm in der vietnamesischen Provinz Thanh Hoa über 1.000 Menschen auf Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen. Ziel ist neben der Früherkennung auch die Digitalisierung von Gesundheitsdaten.

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Für die Diagnose sind klare Blutwerte entscheidend:

  • HbA1c-Wert: Unter 5,7 Prozent gilt als normal, 5,7 bis 6,4 Prozent deuten auf Prädiabetes hin, ab 6,5 Prozent besteht Diabetes-Verdacht
  • Nüchternblutzucker: Normalwert zwischen 74 und 99 mg/dl, ab 126 mg/dl liegt eine Diabetes-Erkrankung vor
  • Nierenfunktion: Wichtig sind Kreatinin, Harnstoff-Stickstoff und Elektrolyte wie Natrium (135-145 mEq/L) und Kalium (3,5-5,0 mmol/L)

In der zweiten Junihälfte rücken Apotheken mit Aktionswochen die Aufklärung über Herzinfarkt-Risikofaktoren und Blutdruckmessungen in den Fokus.

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