DHL, Stretch-Roboter

DHL plant 1.000 Stretch-Roboter bis 2030: Automatisierungs-Offensive

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 17:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Coca-Cola Europacific Partners integriert Spot-Roboter zur Leckage-Überwachung. Der Trend zu autonomen Inspektionsrobotern erfasst weltweit die Industrie.

Coca-Cola setzt auf Boston Dynamics: Roboter-Hunde in Fabriken
Ein gelb-schwarzer Boston-Dynamics-Spot-Roboter inspiziert Maschinen in einer Getränkeproduktionslinie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Coca-Cola setzt in britischen Werken auf vierbeinige Inspektionsroboter – ein Trend, der auch deutsche Fabriken erfasst.

Der Getränkeriese Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) hat heute den Einsatz von Spot-Robotern des US-Unternehmens Boston Dynamics an seinen Produktionsstandorten in East Kilbride (Schottland) und Wakefield (England) bekanntgegeben. Die autonom agierenden Vierbeiner übernehmen künftig die Überwachung von 600 Kontrollpunkten entlang der Produktionslinien. Ihre Hauptaufgabe: die Erkennung von Luft- und Kohlendioxid-Leckagen, die für die Effizienz der Getränkeherstellung entscheidend sind.

Von Barcelona nach Großbritannien

Der britische Roll-out folgt auf ein Pilotprojekt in Barcelona und erfolgreiche Einsätze an neun weiteren Standorten weltweit – darunter Frankreich, Deutschland, Australien, Indonesien und die Niederlande. Die Roboter sammeln industrielle Daten per Vibrations-, Ultraschall- und Thermografiemessung. Der Standort East Kilbride hat zudem eine besondere Ehre: Er dient als Gastgeber für den King's Baton Relay im Vorfeld der Commonwealth Games 2026 in Glasgow.

Vierbeiner erobern die Industrie

Der Trend zu autonomen Laufrobotern beschränkt sich längst nicht mehr auf Getränkefabriken. Der Baukonzern McLaren Construction setzt ähnliche Modelle für 360-Grad-Aufnahmen, Sicherheitskontrollen und Qualitätssicherung ein. Die Einheiten nutzen die Field Foundation Models von FieldAI, die Künstliche Intelligenz mit physikbasierter Logik kombinieren – so navigieren die Roboter auch Treppen und unwegsames Gelände.

BMW wiederum vertraut auf Spot-Roboter für Wartungsarbeiten in engen und unebenen Bereichen, die für herkömmliche Radsysteme unzugänglich sind. Experten des National Manufacturing Institute Scotland (NMIS) betonen, dass die Roboter für die Erfassung von Zeitstempeldaten in Branchen vom Schiffbau bis zur Schifffahrt zunehmend unverzichtbar werden. Weltweit wurden 2024 über 542.000 Industrieroboter installiert.

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DHL setzt auf Massen-Robotik

Der Logistikriese DHL baut seine Partnerschaft mit Boston Dynamics massiv aus. Nach einer Absichtserklärung vom Mai 2025 plant DHL die Anschaffung von 1.000 Stretch-Robotern bis 2030. Diese Modelle sind für Be- und Entladearbeiten konzipiert und schaffen bis zu 800 Pakete pro Stunde. DHL hat in den letzten drei Jahren rund eine Milliarde Euro in Automatisierung investiert und betreibt weltweit über 7.500 Roboter.

Sicherheit bei der WM

Hyundai, offizieller Robotik-Partner der FIFA, hat für die WM 2026 vier speziell angepasste Spot-Roboter in Dienst gestellt. Sie patrouillieren im International Broadcast Center in Dallas und im Stadion von New York/New Jersey – ausgestattet mit 360-Grad-Kameras und Wärmebildtechnik für Echtzeit-Überwachung.

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Menschliche Roboter rücken näher

Der Markt für humanoide Roboter wächst rasant. Am 8. Juli trat der Boston-Dynamics-Roboter Atlas bei einer WM-Halbzeitshow in New Jersey auf – mit Bewegungen, die auf hochentwickelter Bewegungssteuerung und Simulationstraining basieren. Analysten progonostizieren dem Sektor ein Marktvolumen von 28 Milliarden Dollar bis 2030.

BMW plant zudem den Einsatz von zwei Aeon-Robotern des Herstellers Hexagon Robotics im Leipziger Werk ab Sommer 2026. Die 1,65 Meter großen Einheiten übernehmen Batterie-Montagearbeiten wie Teilezuführung und Pick-and-Place. Zuvor hatte BMW bereits Figure-O2-Roboter im US-Werk Spartanburg eingesetzt, die zur Produktion von 30.000 X3-Fahrzeugen beitrugen.

KI macht Roboter schlauer

Parallel zur Hardware entwickelt sich die Software rasant. Berichte vom heutigen Tage zeigen: Das Unternehmen UST hat den Claude Large Language Model von Anthropic in Industrieroboter integriert, um Aufgabenplanung in natürlicher Sprache zu ermöglichen. Bei einem Toyota-Zulieferer in Nagoya verkürzte diese Integration die Umrüstzeiten um 70 Prozent und senkte die Fehlerquote um 40 Prozent. Die KI-gesteuerten Roboter zeigten bei neuen Aufgaben eine Fehlerrate von 12 bis 18 Prozent – im Vergleich zu 35 bis 50 Prozent bei herkömmlicher Programmierung.

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