Deutschland startet digitale Offensive: Neues Gesetz und E-Auto-Portal
19.05.2026 - 20:33:31 | boerse-global.de
Die Bundesregierung treibt die Digitalisierung der Verwaltung massiv voran – mit einem neuen Datengesetz, einem zentralen Portal für E-Auto-Prämien und einem bundesweiten Bürger-Hackathon.
Seit heute ist das Datennutzungsgesetz (DGG) in Kraft. Es macht das Statistische Bundesamt zur zentralen Anlaufstelle für die Anonymisierung von Behörden-Daten – ein Schlüssel für Forschung und Innovation. Parallel dazu startete ein digitales Portal für die E-Auto-Prämie: Bis zu 6.000 Euro Zuschuss gibt es für Fahrzeuge, die seit Jahresbeginn zugelassen wurden. Die Mittel reichen für rund 800.000 Autos. Voraussetzung ist eine BundID.
Während staatliche Portale und die Nutzung der BundID zunehmen, wachsen auch die Anforderungen an die Sicherheit der eigenen Geräte. Ein kostenloser PDF-Ratgeber zeigt in 5 einfachen Schritten, wie Sie Ihr Android-Smartphone in wenigen Minuten gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 Schutzmaßnahmen jetzt kostenlos entdecken
Telekom-Cloud für den Staat
Der öffentliche Sektor setzt zunehmend auf standardisierte IT-Lösungen. Die T-Cloud Public der Deutschen Telekom ist nun über ein Rahmenabkommen zwischen GovTech Deutschland und Bechtle für alle Behörden verfügbar. Das beschleunigt Beschaffungen erheblich. Die Daten liegen in deutschen Rechenzentren und erfüllen die höchsten Sicherheitsstandards (BSI C5:2020, DSGVO). T-Systems verspricht: Bis Ende 2026 soll die Cloud funktional mit den großen US-Anbietern gleichziehen.
Drei Bundesländer gründen „KI-Zukunftsbund"
Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg haben Anfang Mai den „KI-Zukunftsbund" geschlossen. Bis 2028 wollen sie eine sichere, offene KI-Plattform für die Verwaltung aufbauen. Konkrete Projekte sind der Assistent „NRW.Genius" und der „AIGuide", der noch 2026 in den Regelbetrieb gehen soll. Ziel ist eine Referenzarchitektur, die die Datenhoheit europäischer Verwaltungen sichert.
Bürger machen Politik – der Hackathon
Seit gestern läuft der Hackathon „Deutschland, was geht?" Bürger und Unternehmen können bis zum 14. Juni Vorschläge für einfachere Verwaltung einreichen. Die besten Ideen werden ab Juli per öffentlicher Abstimmung gewählt und ab 2027 in Bundesbehörden umgesetzt. Parallel testet das Digitalministerium unter Staatssekretär Dr. Karsten Wildberger in „Reallaboren", wie man Bürokratie für digitale Innovationen abbauen kann.
Der Netzausbau bekommt klare Ziele
Am 8. Juni soll das „Beste-Netz-für-Deutschland"-Abkommen unterzeichnet werden. Bund, Gemeinden und Telekommunikationsfirmen vereinbaren darin halbjährliche Kontrollen für den Glasfaser- und 5G-Ausbau. Derzeit liegt die Glasfaser-Quote bei 15 Prozent. Die Industrie sagt Investitionen zu – im Gegenzug digitalisieren die Kommunen ihre Bauantragsverfahren.
Die Schattenseite: Jeder Vierte war schon Opfer von Cyberkriminalität
Eine Studie von BSI und ProPK zeigt: 22 Prozent der Deutschen wurden schon beim Online-Shopping betrogen, 30 Prozent der über 49-Jährigen bei betrügerischen Geldanlagen. Ein aktueller Fall aus Klagenfurt: Ein 75-Jähriger verlor 110.000 Euro an falsche Bankmitarbeiter. Der durchschnittliche Schaden pro Phishing-Fall liegt bei rund 4.300 Euro.
Die Prävention wird kreativ: Im Kreis Harburg schreiben Schüler „Webcoach"-Briefe an ihre Großeltern, um vor Telefonbetrug zu warnen. Kommunen wie Kirchbach bieten Workshops zur Erkennung von Phishing-Mails an.
Digitale Kluft: Zehn Prozent drohen abgehängt zu werden
So schnell die Digitalisierung voranschreitet – nicht alle können mit. Eine Studie von Rambøll zeigt: Mindestens zehn Prozent der Bevölkerung sind von digitalen Angeboten ausgeschlossen, vor allem Ältere, Menschen mit geringem Einkommen und solche außerhalb des Arbeitsmarkts.
Die Senioren-Union von CDU und CSU fordert in der „Münchener Erklärung": Persönliche, telefonische und schriftliche Behördengänge müssen erhalten bleiben. Auch Bargeld müsse als Zahlungsmittel akzeptiert werden. In Schärding (Österreich) gab es Proteste, als ein Parkhaus auf reine App-Zahlung umstellte – obwohl die Betriebskosten um 75 Prozent sanken.
Hilfe kommt von lokalen Initiativen: In Celle berät der Seniorenbeirat morgen zur Nutzung digitaler Bürgerterminals. In Ochtendung planen „Digital-Lotsen" für Juni einen Kurs zu Smartphone-Einstellungen und Sprachassistenten.
Um in einer zunehmend digitalen Welt nicht den Anschluss zu verlieren, ist das Verständnis der Apple-Fachsprache für viele Einsteiger der erste wichtige Schritt. Dieses Gratis-Lexikon erklärt die 53 wichtigsten Begriffe wie AirDrop oder iCloud verständlich und mit praktischen Aussprachehilfen. iPhone-Lexikon jetzt kostenlos anfordern
Der Blick nach vorn
Der Markt für professionelle IT-Dienstleistungen im öffentlichen Sektor wird weiter wachsen. Die Ergebnisse des Hackathons und die KI-Projekte der Länder werden neue Impulse setzen. Doch die Branche steht vor einer doppelten Herausforderung: Sie muss Innovationstempo halten – ohne die Schwächsten der Gesellschaft zurückzulassen.
Eine Bitkom-Umfrage zeigt: 89 Prozent der Deutschen schließen inzwischen Versicherungen online ab – ein deutlicher Anstieg. Bei den 50- bis 64-Jährigen sind es 99 Prozent, bei den über 65-Jährigen nur 64 Prozent. Genau hier setzen „Senioren-Assistenz"-Dienste an. Ein 120-stündiges Ausbildungsprogramm nach dem Plöner Modell bildet dafür Fachkräfte aus – ein Informationsabend dazu findet am 9. Juni statt.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
